Bad Kissingen
Franken-Tatort

Vorerst keine Leiche im Kurgarten

Bad Kissingen hat sich bisher vergeblich als Schauplatz beworben. Die Chancen, in abseh-barer Zeit Tatort- Kulisse zu werden, sind eher vage.
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So schnell müssen die Beamten der Bad Kissinger Polizeiinspektion nicht als Komparsen herhalten. Noch macht der Franken-Tatort einen Bogen um die Kurstadt. Foto: Thomas Mäuser
So schnell müssen die Beamten der Bad Kissinger Polizeiinspektion nicht als Komparsen herhalten. Noch macht der Franken-Tatort einen Bogen um die Kurstadt. Foto: Thomas Mäuser
5 Uhr morgens in der Kurstadt. Eine Leiche liegt auf der Wiese vor dem Regentenbau. Das Areal wird hermetisch abgeriegelt, die Leute von der Spurensicherung und die Kommissare sind grantig, weil sie so früh aufstehen mussten. Der Pathologe sagt seinen Standard-Satz: "Auf den ersten Blick erdrosselt, heute Abend weiß ich mehr!" So könnte er beginnen, der Franken-Tatort made in Bad Kissingen.


Die Möglichkeit
bleibt

Könnte, denn so schnell wird Bad Kissingen kein Tatort sein, erwiderte der Bayerische Rundfunk auf Anfrage der Saale-Zeitung. "Bad Kissingen ist im Moment nicht als möglicher Spielort geplant", sagt Tatort-Redakteurin Stephanie Heckner. Aber: "Da die Stadt in Unterfranken liegt, bleibt für die Zukunft immer die Möglichkeit offen, dass einmal ein Fall dort spielt." Immerhin hat sich Bad Kis singen als Schauplatz für einen Franken-Tatort beworben. Als die Frankfurter Agentur "BZ. Comm" vor etlichen Jahren die PR-Arbeit für Bad Kissingen übernahm, hatte die damalige Chefin auf die guten Kontakte der Agentur zu Funk und Fernsehen hingewiesen. Man wolle versuchen, die Kurstadt als Drehort zu vermitteln.


Am Thema dranbleiben

Da wäre der Franken-Tatort doch das geeignete Thema. Besagte Agentur hat nun in Sachen Franken-Tatort auf die Staatsbad GmbH verwiesen. Deren Pressesprecherin Sandra Schmelz bestätigt, dass sich Bad Kissingen als Schauplatz beworben hat. Allerdings vorerst ohne Erfolg. "Seit unserer letzten Nachfrage beim Bayerischen Rundfunk vom Oktober 2014 hat sich nach unserem Wissensstand keine Änderung ergeben. Unsere Bewerbungsunterlagen für den Franken-Tatort liegen der Redaktion vor, konnten bisher aber keine Berücksichtigung finden." Aber man wolle an diesem Thema dranbleiben und weiterhin versuchen, Bad Kissingen in diesem Zusammenhang zu positionieren.


Es gibt noch mehr Bewerber

Das wird nicht so einfach sein, denn Bad Kissingen ist nicht die einzige Kommune im Land der Franken, die sich beworben hat. "Es haben sich verschiedene Städte und Landkreise ins Gespräch gebracht", fährt Redakteurin Stephanie Heckner fort.

Zu diesen Städten gehört zum Beispiel Kronach. Hier haben laut örtlicher Presse zwei Stadträte eine Bewerbung Kronachs als Tatort-Stadt ins Spiel gebracht, und das Rathaus unterstützt diese Pläne.


Die Geschichte ist entscheidend

Offizielle Bewerbungen als Tatort-Städte sind laut der BR-Redaktion allerdings nicht vorgesehen, da die Orte nach redaktionellen Gesichtspunkten ausgewählt würden. Grundsätzlich sei es so, dass die Stoffe für die Franken-Tatorte nicht nach Orten entwickelt werden. Nicht der Ort mit seinen eventuellen Sehenswürdigkeiten stehe am Anfang der Überlegungen von Redaktion und Autoren, sondern es seien immer die Figuren und ihre Geschichten. Dennoch: Bad Kissingen will nicht locker lassen. "Wir nehmen immer wieder Kontakt mit der Redaktion auf", versichert Sandra Schmelz.

Selbst wenn Bad Kissingen einmal in die engere Auswahl käme, die beiden nächsten Franken-Tatorte sind bereits vergeben. Es sind dies Nürnberg und Würzburg, was zumindest bedeutet, dass auch Unterfranken Chancen auf einen TV-Auftritt haben. Doch sollte es so etwas wie einen "Franken-Proporz" geben, dann wäre nach Mittel- und Unterfranken wohl erst einmal Oberfranken an der Reihe.

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