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Hammelburg
Wiedersehen

Von Chicago nach Hammelburg

Zum Klassentreffen reiste Elsbeth Sheerin extra aus den USA an. Sie kann sich noch gut erinnern, wie es früher in der Saalestadt war.
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Elsbeth Sheerin ließ es sich nicht nehmen, zum Jahrgangstreffen aus Amerika anzureisen. Im Plausch mit Organisator Helmuth Sell freute sie sich, wieder einmal in ihrer alten Heimat zu sein.  Fotos: Winfried Ehling
Elsbeth Sheerin ließ es sich nicht nehmen, zum Jahrgangstreffen aus Amerika anzureisen. Im Plausch mit Organisator Helmuth Sell freute sie sich, wieder einmal in ihrer alten Heimat zu sein. Fotos: Winfried Ehling
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von unserem Mitarbeiter winfried Ehling

Hammelburg — Nur einige Wochen dauerte für den Jahrgang 1938 die erste Schulzeit. Denn die Einschulung der Mädchen und Jungen fiel auf den Sommer 1944, schon bald wurde das Klassenzimmer für die Einquartierung von Gefangenen benötigt. Erst nach Kriegsende begann für die heute 75-jährigen wieder der Unterricht. Not und Armut waren tägliche Begleiter. "Jeder kann sich vorstellen, dass die Geschenke und Feierlichkeiten zur Heiligen Firmung sehr spärlich ausfielen", erinnert sich Organisator Helmuth Sell.
Die Schulkameraden zerstreuten sich bald in alle Winde. Heute leben sie im ganzen Bundesgebiet, der Schweiz und den USA. Ein Jahrgangstreffen initiierte Sell erstmals 1983. Seither versucht er, die Schulfreunde alle fünf Jahre in der Heimatstadt zu versammeln. Doch es werden immer weniger, denn 19 Schulfreunde sind bereits verstorben.
Eine, die ihre Heimat verließ, ist Elsbeth Sheerin, geborene Schmitt, deren Eltern in der Saalestadt und Bad Kissingen zwei Friseurgeschäfte besaßen. Mit Erlaubnis ihres Vaters ging sie 1962 für ein Jahr nach Amerika und arbeitete als Friseurin in Chicago. "Es gefiel mir in den USA und ich teilte meiner Familie mit, dass ich bleibe, was meine Lieben doch etwas schockte", räumt sie ein. In ihrer neuen Heimat heiratete sie und zog mit ihrem Gatten in die kleine Stadt Galena in der Nähe Chicagos.
"Ich komme gerne zu den Klassentreffen, um mit den Schulkameraden zu plauschen, Hammelburg zu besichtigen und bei dieser Gelegenheit meine beiden Cousins in Bad Kissingen zu besuchen", sagt sie. Sie findet, dass sich ihre Heimatstadt in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt hat, "allerdings gibt es immer noch viele Pflastersteine".

"Höre gern heimischen Dialekt"

Als sie noch in Hammelburg lebte, wohnte sie mit ihrer Familie in der Weihertorstraße. "Ich vermisse ein bisschen die alte Saalebrücke und den Bleichrasen in seiner früheren Form", erklärt Sheerin. Im Kreis ihrer Schulkameraden fühlt sie sich wohl. "Ich freue mich, dass sie immer noch zusammenhalten. Auch den heimischen Dialekt höre ich noch gern", erklärt die Mutter von zwei Söhnen, die auch schon Uroma ist.
Insgesamt 36 Ehemalige, teils mit Angehörigen, konnte Helmuth Sell zum Jahrgangstreffen begrüßen. Neben Stadtführung, Gottesdienst und Friedhofbesuch stand ein gemütlicher Abend im Schützenhaus auf dem Programm. 2018 wollen sich die Schulkameraden wieder in Hammelburg treffen - und ihren 80. Geburtstag feiern.

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