Nüdlingen
Feuerwehr

Viele Stunden im Dienst

Die staatliche Ehrung für verdiente Feuerwehrleute in Nüdlingen und Haard fand im Nüdlinger Rathaus statt.
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Ehrung für verdiente Feuerwehrleute in Nüdlingen und Haard. Arthur Stollberger
Ehrung für verdiente Feuerwehrleute in Nüdlingen und Haard. Arthur Stollberger
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Der Sitzungssaal des Nüdlinger Rathauses bot den würdigen Rahmen für die staatliche Ehrung langjähriger, verdienter Feuerwehrleute durch Gemeinde, Landkreis und Kreisfeuerwehrführung, deren Repräsentanten Bürgermeister Harald Hofmann herzlich begrüßte. Unter den prominenten Anwesenden sah man Pfarrer Dominik Kesina, Landrat Thomas Bold, Bezirksrat Stefan Funk, den Kreisbrandinspektor (KBI) Ronald Geis, die Kommandanten der Nüdlinger und Haarder Wehren, Alexander Frey und Christoph Hillenbrand, sowie 2. Bürgermeister Edgar Thomas und 3. Bürgermeister Stephan Schmitt. Für eine exzellente musikalische Umrahmung für die festliche Veranstaltung sorgte die "Ü60-Seniorenband" des Musikvereins Haard unter der Leitung von Gerhard Hillenbrand.
"Der Brand- und Katastrophenschutz steht im Freistaat Bayern auf ehrenamtlichen Füßen", betonte Bürgermeister Harald Hofmann in seiner Würdigung des Engagements. 116 Freiwillige Feuerwehren leisteten diesen Schutz für die Bürgerinnen und Bürger. 5148 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner seien 24 Stunden und 7 Tage die Woche in Bereitschaft, um innerhalb von Minuten nach der Alarmierung Hilfe zu leisten. Im vergangenen Jahr seien im Landkreis 522 Brände bekämpft, 887 mal technische Hilfe geleistet, 261 Sicherheitswachen gestellt und 529 sonstige Tätigkeiten - meist Absperrungen - geleistet worden. Insgesamt seien 31 982 Einsatzstunden ehrenamtlich erbracht worden, sagte Bürgermeister Harald Hofmann. Der Landkreis und die Kommunen seien für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig. Es sei eine Pflichtaufgabe des Staates, diesen Schutz sicherzustellen.
"Die Gemeinde Nüdlingen, der Gemeinderat und der Bürgermeister stehen hinter ihren freiwilligen Feuerwehren in Nüdlingen und Haard", betonte der Bürgermeister. Er ging auf das beschlossene Fahrzeugkonzept ein, das den Bedarf und die Erneuerung der Feuerwehrfahrzeuge für die Jahre 2012 bis 2022 regeln solle. Dieses Fahrzeugkonzept sei durch die einstimmig beschlossenen Anschaffungen (ein HLF 10 und ein MTW) für insgesamt 405 000 Euro bereits vier Jahre vor Ablauf erfüllt.
Die Würdigung der ehrenamtlich erbrachten Leistungen bei den Feuerwehren floss auch in die Rede von Landrat Thomas Bold ein. Im Durchschnitt würden in den Wehren pro Mann und pro Jahr etwa 100 Stunden ehrenamtlich geleistet. Bei 5000 Feuerwehrleuten könne man sich vorstellen, dass eine Berufsfeuerwehr für den Landkreis kaum finanzierbar wäre. Auch die Rettungszeiten wären nicht einzuhalten. Die Stadt Schweinfurt habe eine viel größere Einsatzdichte und dies sei der Grund für die Berufsfeuerwehr dort. Der Landrat sagte der Gemeinde Nüdlingen, sowie dem Gemeinderat herzlichen Dank für die getätigten Anschaffungen und die Ausstattungen der Feuerwehrhäuser. Auch die Haltung der Arbeitgeber bei den notwendigen Freistellungen von Betriebsangehörigen wurde vom Landrat gewürdigt. Das Verständnis der Ehefrauen und der Familien sprach Thomas Bold ebenfalls an.

Zusammen mit KBI Ronald Geis nahm Landrat Thomas Bold die Verleihung der staatlichen Ehrenzeichen für 25 Jahre und für 40 Jahre freiwilligen Dienst in der Feuerwehr vor. Der Werdegang jedes Geehrten wurde durch einen Laudator nochmals bewusst gemacht. Besonders beeindruckte die umfangreiche Auflistung zum Beispiel der Ausbildungs- und Leistungsprüfungen, mit denen Alexander Frey und sein Weg in der Nüdlinger Feuerwehr beschrieben wurde. Im Jahre 1998 wurde er in den Vorstand der Feuerwehr Nüdlingen gewählt. Weitere Schritte unternahm Alexander Frey an der staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg. Er wurde für sein 25-jähriges Engagement geehrt. Den Glückwünschen des Landrats schlossen sich die Feuerwehrkameraden an, die ihren Kommandanten hochleben ließen.


Staatliche Ehrungen für 40 Jahre im ehrenamtlichen Dienst

Alexander Frey sprach die Laudatio für Jürgen Eichholz, der das staatliche Ehrenzeichen für 40 Jahre Feuerwehrdienst im Ehrenamt erhielt. Er absolvierte Ausbildungsstufen und Leistungsprüfungen auf Landkreisebene und nahm an Kursen an der Feuerwehrschule Würzburg teil. Im Jahre 2012 wurde er zum Hauptlöschmeister befördert. Besondere Verdienste erwarb er sich als langjähriger Kassier des Feuerwehrvereins.
Sehr lange, seit 1977, ist Jürgen Hofmann, der Bruder des Bürgermeisters, im ehrenamtlichen Feuerwehrdienst. Er erwarb das Leistungsabzeichen gold/rot und 2006 wurde er zum Hauptfeuerwehrmann ernannt.
Die Leistungen von Winfried Diez sind in der Feuerwehr bekannt und hoch anerkannt. Der Haarder Kommandant Christoph Hillenbrand stellte sie vor. Winfried Diez betätigte sich vor allem und langjährig als Gerätewart in Haard. Diez wurde für 40 Jahre Dienst mit dem staatlichen Ehrenzeichen gewürdigt.
Ebenfalls für 40 Jahre treue Dienste ehrte der Landrat Franz Kerber. Er gehört der Wehr seit 1975 an. Er engagierte sich lange Zeit als Vertrauensmann.
Für sein 40-jähriges Engagement in der Wehr wurde Robert Rottmann geehrt. Auch er ließ sich gründlich ausbilden; seine letzte Stufe der Leistungsprüfung war "gold/rot".
Der Altaktive Norbert Arnold erwarb sich Verdienste in der Haarder Wehr vor allem bei Prozessionen, wo er sich um die Sicherheit der Bürger kümmerte.
Ein "Zuckerl" hatte der Landrat noch für alle in petto, die eine Urkunde für 40 Jahre Feuerwehrdienst erhalten hatten: sie dürfen sich auf eine Erholungswoche im Feuerwehrheim Bayrisch-Gmein freuen.
Am Ende der Veranstaltung ergriff nochmal KBI Geis das Wort. Er wies darauf hin, dass durch den Einsatz der Feuerwehrleute im Jahr 2017 etwa 180 Menschenleben gerettet wurden. Er sagte: "Was wären wir ohne euch?"
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