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Hammelburg
Verkehr

Unterwegs mit dem E-Roller

Einen Selbstversuch mit einem E-Scooter unternahm unsere Mitarbeiterin Bianca Volkert und steuerte das Fahrzeug durch Hammelburg - und ist begeistert.
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Auf dem E-Roller entspannt durch die Stadt: Bianca Volkert.  Foto: Willy Volkert
Auf dem E-Roller entspannt durch die Stadt: Bianca Volkert. Foto: Willy Volkert

E-Scooter - ein Fluch oder ein Segen? Bis zu 20 Stundenkilometer schnell fährt ein E-Roller. Die einen sehen darin eine Gefahr für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer. Und dass die Polizei oft Betrunkene aus dem Verkehr zieht, oder eine unzulässige zweite Person als Sozius, fördert nicht gerade die Bereitschaft, E-Scooter gut zu finden. Ich habe beschlossen, selbst auszuprobieren, wie es ist, in Hammelburg auf zwei Rollen mit Antrieb unterwegs zu sein.

Eine Erleichterung

Eins vorneweg: Ich bin nach einem Unfall gehandicapt, das Gehen auf unebenen Wegen oder längeren Strecken fällt mir außerordentlich schwer. Erst jüngst wurde mir bei einem Städtetrip durch Dresden und Potsdam klar, dass für mich zum Sightseeing nur der Touristen-Bus infrage kommt. Da hatte ich zum ersten Mal den Gedanken: So ein Roller, der könnte für mich eine Erleichterung sein.

Ende Dezember startete ich den Selbstversuch. Ich kaufte mir einen Roller für 299 Euro beim Discounter. Meine erste Tour kostete mich viel Überwindung und ich schämte mich, mit dem E-Scooter durch die Stadt zu fahren. Denn noch fällt man damit auf wie ein bunter Hund. Wie wird man auf mich reagieren?

So führte mich meine erste Ausfahrt, getarnt mit Helm, Tuch und Brille, über den Radweg nach Untereschenbach. Es war schon etwas ruppig auf den geschotterten Abschnitten. Im Ort machte es mehr Spaß. Relativ einfach ging es den Berg hinauf und gemächlich wieder zurück nach Hammelburg.

Für die Teilnahme am Straßenverkehr fühlte ich mich noch nicht sicher genug, dazu braucht es zugegeben Übung. Die zweite Tour führte mich nach Obererthal und ich fühlte mich schon deutlich sicherer. Inzwischen kostete es mich auch keine Überwindung mehr, denn es macht wirklich Spaß - und das auch noch schmerzfrei.

Aku im Auge behalten

Inzwischen nutze ich meinen Roller in einem Radius von etwa fünf Kilometer von zu Hause aus. Wichtig: Man sollte auch immer den Akku und die Reichweite im Auge behalten. Im Vergleich zu einem E-Bike ist der Roller leicht zu schieben. Größe, Gewicht und Handlichkeit erlauben es, dass ich den Roller in die Geschäfte mitnehme. Zusammengeklappt passt er in jeden Kofferraum. Das ist für mich wichtig, da wir nun außerhalb von Großstädten parken und gemütlich in die Städte rollen.

Das bringt mich zum nächsten Gedanken: E-Scooter auf Rezept? Das wäre eine Spitzen-Idee! "Empfohlen bei kaputten Gelenken und bei sonstigen körperlichen Einschränkungen", könnte auf dem Beipackzettel stehen. Für mich bedeutet der E-Scooter eine Steigerung meiner Lebensqualität bei deutlich weniger Schmerzen, um von A nach B zu kommen. Selbstverständlich ist der Roller mit einem Nummernschild versehen und entsprechend der Tüv-Verordnung ausgerüstet. Die meisten Radfahrer, welche mich auf meinem 20 km/h-gedrosselten Gefährt in der Bahnhofstraße überholen, haben das bereits gesehen.

Wer sich für einen E-Scooter entscheidet, sollte auf ein hochwertigeres Modell zugreifen. Größere Reichweite, abnehmbarer Akku zum Aufladen, verschiedene Schaltstufen für die Geschwindigkeiten und bessere Bremsen. Besonders wichtig sind große luftbereifte Räder.

Risiken und Nebenwirkungen: Abruptes Bremsen - Überschlaggefahr. Vollgummireifen sind für Schotterwege und Pflaster ungeeignet, da droht ein Schleudertrauma.

Und: Wenn der Lenker zu schmal ist, wird das Handzeichen-Geben beim Abbiegen zum Balanceakt.

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