Nüdlingen
Bauarbeiten

Unheil drohte aus dem Untergrund

Bei der Reparatur eines Kanals im Nüdlinger Gewerbegebiet haben die Bauarbeiter eine schockierende Entdeckung gemacht.
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Polier Egon Markart hilft beim Einpassen der Schalung. Deutlich zu sehen ist die freiliegende Gasleitung. Foto: Johannes Schlereth
Polier Egon Markart hilft beim Einpassen der Schalung. Deutlich zu sehen ist die freiliegende Gasleitung. Foto: Johannes Schlereth
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Löcher auf der Straße sind den meisten Verkehrsteilnehmern bekannt. Allerdings sind die meisten Schlaglöcher lediglich eine Herausforderung für das Fahrwerk des Autos. Brisanter war die Situation vor kurzem im Nüdlinger Gewerbegebiet. Dort bestand Gefahr für Leib und Leben. Die Ursache war allerdings kein Schlagloch, sondern ein mehrere Meter großer Hohlraum unter der Straße.

Nüdlingen: Lediglich die Fahrbahndecke war noch vorhanden

Einzig die Asphaltdeckschicht der Straße überdeckte die Gefahrenstelle. Von außen war der Hohlraum nicht zu erahnen. Aber: Der komplette Unterbau der Fahrbahn war verschwunden. "Das Loch hat einen Durchmesser von drei Metern und ist zwei Meter tief", informierte der Bürgermeister Harald Hofmann (CSU). Mitten durch das Loch verlief sich eine dicke Gasleitung. "Wir hatte sehr viel Glück, dass niemand zu Schaden kam", kommentierte der Rathauschef die Situation.

Ursache war wohl ein Loch im Kanalrohr eines Hausanschluss. Wie groß dieses war, ließ sich allerdings nicht mehr feststellen. "Bei der Reparatur waren nur noch Bruchstücke des Hausanschlusses vorhanden", sagt Hofmann. Der Rathauschef vermutet daher, dass durch das Loch über Jahre Sand und Steine in den Kanal fielen. Stück für Stück sei Material nachgerutscht und wieder abgeschwemmt worden. Das Ergebnis war der Hohlraum unter der Asphaltdecke. Ob diese noch in der Lage war, das Gewicht eines Lkws oder eines Autos zu tragen, sei unklar.

Hohlraum durch Starkregen entdeckt

Aufgefallen ist die Gefahrenstelle im Zuge des Starkregens Ende Juli. Dabei liefen in Nüdlingen mehrere Keller voll. Infolge dessen ordnete die Gemeindeverwaltung eine Kanalbefahrung an. Dabei fiel zunächst der Schotter im Kanal und ein verstopfter Hausanschluss auf. "Bei der Reparatur haben die Arbeiter dann das Loch und die darunter frei liegende Gasleitung entdeckt", sagte Hofmann.

Für die Bauarbeiter der Firma Hell war die Baustelle nicht ungefährlich. "Wir haben eine Schalung einbauen müssen, ansonsten wäre das Material immer wieder nachgerutscht", sagte Polier Egon Markart. "Rutscht da etwas ab und fällt einem auf den Kopf, kann ihn das leicht erschlagen."

Doch nicht nur deswegen ist für die Bauarbeiter Wachsamkeit das oberste Gebot. "Wir mussten für die Reparatur auch den Gehsteig aufmachen, in dem zum Beispiel Kabel für die Straßenbeleuchtung laufen", sagte Markart.

Unsichtbare Gefahr

Derartige Schäden seien schwer zu erkennen, heißt es aus dem kreiseigenen Tiefbauressort. "Meistens erst wenn der Einbruch stattgefunden hat", vermeldet das Ressort über die Pressestelle des Landratsamtes. Ursachen für solche Schäden können nicht fachgerechtes Arbeiten oder durch Materialschäden sein, heißt es von den Experten für den Tiefbau.

Im Bereich des Kanals kam es laut der Gemeinde Nüdlingen seit 2014 zu zwei Vorfällen.

"2018 senkte sich in der Haardstraße der Fahrbahnbelag in einem Durchmesser von

circa 1,50 Metern circa fünf bis zehn Zentimeter ab. Beim aufgraben stellte sich heraus, dass der Untergrund mit der Asphaltdecke nachgegeben hatte", sagt Bürgermeister Hofmann. Ursache war ein beschädigter Hausanschluss. "Eine so große Unterhöhlung wie in diesem Fall ist nach Rücksprache mit dem technischen Bauamt noch nicht vorgekommen", teilt der Rathauschef mit.

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