Rottershausen
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Und ab geht die Lutzi: Rottershausener Kultfestival feiert Zehnjähriges

Die "Lutzi" kann sich mittlerweile als Traditionsfestival in der Region bezeichnen: Seit zehn Jahren organisiert ganz Rottershausen die mehrtägige Party.
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Max Power von der Band Montreal auf der "Lutzi" in Rottershausen. Johannes Schlereth
Max Power von der Band Montreal auf der "Lutzi" in Rottershausen. Johannes Schlereth
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Das Festival "und ab geht die Lutzi" wird heuer zehn Jahre alt. Das Jubiläum ist ein Grund für die Organisatoren Vollgas zu geben. Das zeigt sich schon bei den bisher bekannt gegebenen Bands. Darunter die "Antilopen Gang" mit einer Mischung aus Rüpel-Rap und Schrammelpunk, die deutsche Punkrockband "Donots", die bereits auf Festivals wie Rock am Ring auftrat. Mit dabei sind auch die Düsseldorfer Punk & Roller von "Massendefekt" .

"Nicht alles bleibt beim Alten", sagt Mitorganisator Christian Stahl. Die größte Änderung ist die Dauer des Festivals. Statt der üblichen zwei Tage, geht die Lutzi 2019 heuer vom 13. bis 15. Juni ganze drei Tage ab. Das hat Auswirkungen auf das Programm. "Freitags war die Zeltbühne bisher nicht offen. Dadurch, dass Freitag jetzt aber der mittlere Festivaltag ist, ändert sich das", informiert Christian Stahl, einer der Organisatoren.

Ideales Festival

Zwar ist die Lutzi mittlerweile in der fränkischen Festivallandschaft fest etabliert, aber dem Kommerz wollen die Veranstalter trotzdem nicht verfallen: "Wir haben gemeinsam darüber nachgedacht, wie wir es angehen. Im Großen und Ganzen ändern wir nicht so viel." Es sei eine ideale Größe für ein Festival. "Das gilt sowohl für die Gäste, als auch für das Team", sagt Stahl. Einige Eingriffe sind für die Besucher unsichtbar. Darunter fallen etwa organisatorische Dinge. "Der Wasserdruck hat 2018 mal geschwankt - da müssen wir schauen, ob wir die Zuleitung ein bisschen anders verlegen", nennt Stahl ein Beispiel. Auch die Platzaufteilung beim samstäglichen Frühschoppen mit Weißwurst und Blasmusik überarbeitet das Team aktuell. "Es gibt immer ein paar Dinge, die sich verbessern lassen."

Lutzi auf dem Smartphone

Neu eingeführt haben die Veranstalter einen Whatsapp-Newsletter für Smartphone Nutzer. "Das war eine Idee von unserer eigenen Online-Werbetruppe", sagt Stahl. Damit werden Abonnenten drei bis vier Stunden im Voraus über Aktualitäten wie Bandbestätigungen informiert. Stahl ist davon begeistert: "Bisher läuft das echt gut. Wir hatten direkt nach dem Start rund 100 Abonnenten." Allerdings handele es sich um ein pflegeintensives Format.

Optimierung auf dem Campinplatz

Aber nicht nur virtuell muss das Lutzi-Team anpacken. "Wir haben uns deutlich vergrößert, was das Campen angeht", sagt Stahl. Auf dem Campingplatz optimierten die Veranstalter vor allem den Einlass. "Vergangenes Jahr gab es eine Schlange aus Festivalbesuchern, die noch ihr Campingticket und das Müllpfand bezahlen mussten. Das hat für Stockungen gesorgt."

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Das ist 2019 anders: "Wir verkaufen das Campingticket jetzt auch im Vorverkauf zusammen mit den Festivaltickets", informiert Stahl. Im Campingticket inbegriffen ist die Campinggebühr und das Müllpfand. Dadurch schlagen die Organisatoren gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. "Wir wissen schon im Voraus, wie viele Leute campen, können dann das Gelände entsprechend planen dafür sorgen, dass sich keine Schlange bildet." Die Besucher müssen lediglich ihr Ticket vorzeigen und dürfen das Gelände betreten.

Überall in Franken erhältlich

Vertrieben werden die Tickets bereits im Internet und bald in den Verkaufsstellen. "Es gibt Tickets in Schweinfurt, Würzburg, Bamberg und sogar in Coburg zu kaufen", sagt Stahl. "Die Läden geben wir demnächst noch bekannt." Erhältlich sind Tagesangebote mit und ohne Campingticket, aber auch ein All-Inclusive Ticket für das ganze Wochenende. Für Stahl hat der Ticketverkauf in den Shops Vorteile. "Abgesehen von der Tatsache, dass man in den Läden gut shoppen kann, ist das Ticket dort porto- und bei den meisten sogar gebührenfrei."

Nachhaltigkeit im Fokus

Denn auch die Nachhaltigkeit spielt für die Veranstalter eine große Rolle. "Wir verwenden unbedruckte Mehrwegbecher an den Getränkeständen", informiert Stahl. Der Grund: "Wir nehmen Mehrweg- statt Einwegprodukte, damit nichts weggeworfen werden muss. Ziel sei es, Müll zu vermeiden, wo es möglich ist.

Besucher in der Verantwortung

Aber nicht nur die Veranstalter sieht er bei der Nachhaltigkeit des Festivals in der Verantwortung. "Wir appellieren an unsere Gäste, sich daran zu beteiligen." Denn auf Einwegprodukte lasse sich verzichten. "Das gilt besonders dann, wenn es gar keine Einwegartikel sind", betont Stahl. Zelte, Pavillons, Klappstühle oder Schlafsäcke könnten Besucher beim nächsten Festival wiederverwenden. "Die sollten nicht aus Bequemlichkeit nach dem Festival hier stehen bleiben." In den letzten Jahren habe sich das jedoch verbessert. Aber: "Leider bleibt neben Müll immer noch einiges auf dem Campinggelände liegen, was noch zu gebrauchen wäre."

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