"Unsere Mitglieder kommen größtenteils aus der Großgemeinde Bad Bocklet, aber auch aus dem überregionalen Bereich", sagt Vorsitzender Norbert Schmitt. Aktuell bringt sich die Aktionsgemeinschaft auch in die Windraddiskussion in der Kommune ein. Der stellvertretende Vorsitzende, Dieter Kunzmann, sagte, dass sich der Gemeinderat gegen die Windkraftanlagen am Windheimer Berg ausgesprochen hat.

Das Vogelgutachten, das zum Bau erforderlich ist, laufe noch bis Ende August. Die Jagdpächter im Bereich der geplanten Windräder hätten von der Unteren Jagdbehörde Unterlagen zur Stellungnahme bekommen. "Am Windheimer Berg gibt es viele Vogelarten, die unter Schutz stehen, zum Beispiel Falkenarten. Doch auch der Schwarzstorch ist von den Windrädern betroffen, ebenso wie Graureiher und viele Fledermausarten", ergänzte Kunzmann. Der Schwarzstorch überfliege beim jährlichen Zug dieses Areal. Die Windkraftanlagen könnten ihn gefährden. Vorsitzender Norbert Schmitt ergänzte, dass neben dem Tierschutz ebenso an den Schutz des Menschen gedacht werden sollte.

Um die erforderlichen Lärmwerte einzuhalten, müsse man die Anlage nachts herunterfahren. Dies zeige, mit welcher Lärmbelästigung zu rechnen sei. Kunzmann kritisierte, dass in Bad Bocklet die Ruhezeit zwischen 13 und 15 Uhr bei den Lärmwerten nicht berücksichtigt seien. "Außerdem gab es beim Lärmschutzgutachten keine Messpunkte im Kurgarten", ergänzte er. "Die Ruhe ist unser größtes Hab und Gut. Vor allem nachts muss absolute Ruhe herrschen."

Günther Jakob fragte, wie die Energiewende ohne Windkraft zu schaffen sei. Schmitt meinte, dass es in der Region Bereiche gebe, die einen größeren Abstand zu Ansiedlungen aufwiesen. Seiner Ansicht nach gehe es beim aktuell angedachten Standpunkt darum, Geld zu verdienen. Es zählten eher ökonomische als ökologische Interessen. Kunzmann gab zu bedenken, dass Kurhalter von den Windrädern betroffen sein könnten, da mit einem Abwandern der Kurgäste zu rechnen sei. Die Existenzgrundlage der Hotel- und Pensionsbesitzer könne bedroht sein.

Es habe zwar eine Infoveranstaltung gegeben, aber viele Bürger der Marktgemeinde wüssten immer noch nicht, was auf sie zukommt, ergänzte Schmitt. Er kann sich vorstellen, sich an Experten zum Thema Schallschutz zu wenden. "Für die weitere Diskussion ist auf jeden Fall Neutralität wichtig", sagte er. Er werde versuchen, über das Landratsamt an die Unterlagen heranzukommen und mit Bürgermeister Wolfgang Back (CSU) sprechen.