Bad Kissingen

Trubel vor dem Zug

Die Gärtner steckten etwa 6000 frische Schnittblumen an die rund 40 Wagen, die beim Festzug durch Bad Kissingen zogen.
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Holger Paff von der Kurgärtnerei hatte die Idee, den Wagen der Quellenkönigin so zu bauen.  Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Holger Paff von der Kurgärtnerei hatte die Idee, den Wagen der Quellenkönigin so zu bauen. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
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Am Flugplatz in der Au herrscht am Sonntagmittag reges Treiben. Aber nicht in der Luft, sondern am Boden. Unzählige Fahrzeuge rollen an, die meisten davon ziehen einen Anhänger. Darin und darauf befindet sich kostbare Fracht - entweder historische Kutschen oder Pferde. Willi Meier ist gleich mit einer ganzen Fahrzeugkolonne angereist. "Acht Tiere habe ich heute dabei", erzählt er und streicht Noreger Meggi liebevoll über die Flanke. Die Pferdedame dankt es mit einem kurzen Wiehern, schüttelt Kopf und Schwanz, widmet sich dann wieder dem saftigen Gras.
Meier betreibt ein Kutschfahrtunternehmen im Spessart. Seit etwa 20 Jahren kommt er regelmäßig am letzten Juliwochenende nach Bad Kissingen, um beim Rakoczy-Festzug dabei zu sein. Genauer, mit seinen Pferden. "Weil es immer wieder schön ist", erklärt der Spessarter. Er und die anderen Pferdebesitzer kennen sich inzwischen gut, sind wie eine große Familie.
Doch bevor die Tiere vor die Wagen gespannt werden, werden sie fein herausgeputzt. "Die Hufe schmieren wir mit Fett ein, dass sie schön glänzen. Und das Fell wird mit Leinöl versehen", erklärt Meier. Seine Pferde von der Sorte Noreger sind für vier Wagen vorgesehen. Einer davon gehört dem Jagdverein. "Heuer laufen die Falkner mal vor uns", erzählt Felix Füller, der letzte Vorbereitungen trifft, Schilder am Jäger-Wagen befestigt. Vor fünf Jahren waren sie erstmals dabei, mit einem Bollerwagen. "Wir haben uns jährlich gesteigert", fügt er hinzu. Nun sind außer den Falknern auch die Jagdbläser und die Bayerische Jagdkönigin mit von der Partie.
Ganz neu ist in diesem Jahr der Wagen der Quellenkönigin. Er stellt den ersten Brunnenbau aus dem Jahr 1842 dar. Gebaut haben diesen die Mitarbeiter der Kurgärtnerei - in Etappen über sechs Monate verteilt. "Als Grundlage diente eine kolorierte Postkarte", sagt Holger Paff, der als Pflanzmeister in der Kurgärtnerei beschäftigt ist. Die Herausforderung war, nicht nur den Bau so authentisch wie möglich hinzubekommen, sondern auch die Statik. Zusätzlich wurden die beiden Brunnen Rakoczy und Pandur eingebaut, flankiert von unzähligen Blüten in den Farben blau, weiß und violett.
Insgesamt 4500 Gladiolen haben die Gärtner und Gärtnerinnen an den rund 40 Wagen des Festzuges angebracht, sowie weitere rund 1500 Schnittblumen und 300 Topfpflanzen. "Schon am Samstagnachmittag haben wir begonnen, die Wagen zu schmücken", sagt Paff.

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