Fladungen
Geschichte

Telefonzelle im Freilandmuseum

Ein gelbes Fernsprechhäuschen, das zuletzt bei der Bundespolizei in Oerlenbach stand, ist künftig im Fladunger Freilandmuseum zu finden.
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Das gelbe Telefonhäuschen ist ab 8. September eine Hörstation im Museum.  Foto: Heinrich Hacker
Das gelbe Telefonhäuschen ist ab 8. September eine Hörstation im Museum. Foto: Heinrich Hacker

Am 8. September, am Tag des offenen Denkmals, eröffnet das Fränkische Freilandmuseum Fladungen eine neue Attraktion: ein Fernsprechhäuschen vom Typ FeH78. Die gelbe Telefonzelle stand zunächst auf dem Markusplatz in Bamberg und wurde später von der Bundespolizei in Oerlenbach bei Bad Kissingen für Situationstrainings eingesetzt. Zur Eröffnung erhalten Angehörige der Bundespolizei und Bamberger freien Eintritt. Am diesjährigen Tag des offenen Denkmals wird das bislang jüngste Gebäude im Freilandmuseum Fladungen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen ist das erste Freilichtmuseum in Bayern, das mit der Ausstellung eines Fernsprechhäuschens an für viele noch sehr präsente Alltagswelten erinnern wird. Gerade die gelben Kunststoffhäuschen vom Typ FeH78, die zwischen 1979 und Mitte der 1990er Jahre aufgestellt wurden, blieben aufgrund ihrer leuchtenden Farbe im Gedächtnis haften und prägten über Jahrzehnte hinweg die Ortsbilder im ganzen Land mit.

Mit dem Siegeszug des Mobilfunks begann der Rückzug der öffentlichen Telefonie. Im April 2019 baute die Telekom im südbayerischen Wallfahrtsort St. Bartholomä das letzte postgelbe Telefonhäuschen Deutschlands ab. Bundesweit gibt es aktuell noch ca. 17 000 öffentliche Fernsprecher.

Das im Freilandmuseum Fladungen präsentierte Fernsprechhäuschen war ab ca. 1980 auf dem Markusplatz in Bamberg im Einsatz. Seit Beginn der 2000er Jahre gehörte es zum Inventar des Aus- und Fortbildungszentrums der Bundespolizei in Oerlenbach (bei Bad Kissingen) und wurde dort zum Nachbau einer Bahnsteigszene für Situationstrainings verwendet.

Im Freilandmuseum Fladungen können die Besucherinnen und Besucher den ehemaligen Fernsprecher ab dem 8. September wieder- und ganz neu entdecken. Zwar lässt sich damit nicht mehr telefonieren, doch dient das Häuschen zukünftig als Hörstation. Sieben auswählbare fiktive Dialoge nähern sich dem Fernsprecher und seiner Geschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. "Gerade die Tatsache, dass viele Menschen noch eigene Erlebnisse mit der Telefonzelle verbinden, macht dieses Ausstellungsobjekt so spannend. Wir rufen die Erinnerungen der Museumsbesucherinnen und -besucher wach und halten damit einen Teil unserer Kommunikationsgeschichte lebendig", so Ariane Weidlich, Leiterin des Freilandmuseums. "Es ist wirklich ein Glücksfall, dass uns die Bundespolizei aus Oerlenbach dieses Fernsprechhäuschen überlassen hat."

Um 11 Uhr wird das Fernsprechhäuschen am Sonntag, 8. September im Zentrum des Museumsdorfs vom stellvertretenden Vorsitzenden des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum Fladungen, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, eröffnet. Anschließend wird Museumsleiterin Ariane Weidlich gemeinsam mit Sammlungs- und Ausstellungsleiter Heinrich Hacker die neue Attraktion des Freilandmuseums vorstellen. Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung mit einem Konzert des Musikvereins aus Oerlenbach. Zudem verkehrt an diesem Tag die Museumsbahn im Dampfbetrieb zwischen Mellrichstadt und Fladungen. Karten für das "Rhön-Zügle" sind am Fahrtag im Zug oder an der Museumskasse erhältlich.

Beiträge gesucht

Öffentliche Fernsprechhäuschen sind mittlerweile aus den Ortsbildern, aber längst nicht aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Im Rahmen der anstehenden Eröffnung sucht das Freilandmuseum Fladungen deshalb persönliche Anekdoten und Erinnerungen rund um die Telefonzelle. Diese werden dem Publikum am 8. September präsentiert (auf Wunsch anonym oder mit Angabe von Namen und Wohnort). Auch Aufnahmen von Fernsprechhäuschen aus der Rhön werden gesucht. Die Text- und Fotobeiträge nimmt das Museumsteam per Mail (info@freilandmuseum-fladungen.de) oder Post entgegen: Fränkisches Freilandmuseum Fladungen, Postfach 11 30, 97648 Fladungen. red

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