Bad Kissingen
Mobilität

Taxilücken in Bad Kissingen: Genug Fahrzeuge, Probleme bei Erreichbarkeit

Das Landratsamt hat die Taxiversorgung in der Großen Kreisstadt geprüft: Es gibt genug Fahrzeuge, problematisch ist dagegen die Erreichbarkeit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Taxistand am Marienplatz am Eingang in die Kissinger Fußgängerzone. Foto: Benedikt Borst
Taxistand am Marienplatz am Eingang in die Kissinger Fußgängerzone. Foto: Benedikt Borst

Ist die Taxiversorgung in der Großen Kreisstadt ausreichend oder ist es schwierig einen freien Fahrer zu rufen? "In den letzten Monaten gab es immer Beschwerden, dass Bürgerinnen und Bürger, Gäste und Unternehmer in Bad Kissingen kein Taxi bekommen haben", fasst Melanie Hofmann, Pressesprecherin am Landratsamt, zusammen. Demnach bestehen Probleme vor allem abends, nachts und in den frühen Morgenstunden. Auch die Heimatzeitung berichtete. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises und die Untere Straßenverkehrsbehörde haben die Beschwerden überprüft. Außerdem gab es einen runden Tisch an dem alle Taxiunternehmern der Stadt beteiligt waren, sowie die Staatsbad GmbH und die Stadt Bad Kissingen.

"Wir haben abgefragt, welches Unternehmen stellt welche Fahrzeuge zu welchen Zeiten", erläutert Wirtschaftsförderer Jürgen Metz. Ergebnis: Die Unternehmen halten zu allen Tages- und Nachtzeiten ein ausreichendes Angebot an Fahrzeugen vor. Demnach sind werktags zwischen 6 und 18 Uhr mindestens 20 Taxen in Betrieb. In den Randzeiten am Abend (22 bis 24 Uhr) sind mindestens neun Taxen im Einsatz, nachts (24 bis 6 Uhr) sind es mindestens drei. Bei Veranstaltungen wie Konzerten oder dem Rakoczy-Fest setzen die Unternehmen zusätzliche Taxen ein. "Damit ist die Grundversorgung 24 Stunden, sieben Tage in der Woche sichergestellt", betont er.

Metz macht allerdings deutlich, dass es sein kann, dass Fahrgäste in Ausnahmefällen auch einmal warten müssen. "Es kann sein, dass man mal keines kriegt, wenn alle anderen unterwegs sind", sagt er. Bei den kritisierten Nachtzeiten sei die Kunden-Nachfrage insgesamt zu klein, um mehr Taxen bereitzustellen. Der Aufwand rechne sich für die Unternehmen nicht.

Hochgekocht ist das Thema vor gut einem halben Jahr. Anlass war ein Bericht in der Heimatzeitung über ein Rentnerehepaar aus Fulda, das zu einem Kurzurlaub in die Stadt gekommen war. Sie wollten sich an einem Samstagnachmittag in der Stadt ein Taxi nehmen, fanden aber keines. Nach stundenlanger Suche gaben sie schließlich auf und fuhren per Anhalter, weil die Frau aus gesundheitlichen Gründen den Weg zu Fuß nicht schaffte. Auch Hoteliers und Gastronomen beklagten daraufhin, dass es Versorgungslücken gibt. Wenn nach Ansicht der Behörden grundsätzlich genug Taxen in Bad Kissingen eingesetzt werden, sind die Beschwerden dann haltlos?

Übersicht auf Landkreisseite

Nein, sagt der Wirtschaftsförderer. Die Taxiunternehmen und das Landratsamt sehen die Problematik eher darin, dass die einzelnen Taxibetriebe nicht alle gut zu erreichen sind. Theoretisch kann es vorkommen, dass ein Fahrer gerade frei ist und ein Gast ein Taxi sucht. Weil der Gast die Nummer der entsprechenden Firma nicht kennt oder nicht findet, kann er das Taxi nicht rufen. "An der Erreichbarkeit und Sichtbarkeit müssen wir arbeiten", sagt Metz. Der Landkreis hat deshalb auf seiner Homepage alle örtlichen Taxifirmen mit Telefonnummer gelistet, die mit der Veröffentlichung einverstanden waren.

Zwölf Unternehmen finden sich auf der Übersicht des Landkreises, Google spuckt 15 Treffer auf die Suchanfrage "Taxi Bad Kissingen" aus. Insgesamt sind im Stadtgebiet 19 Firmen zugelassen. Metz betont, dass die Unternehmer gefordert sind, wenn es darum geht, die Erreichbarkeit zu verbessern. "Wir können hier nur Anstöße geben", sagt er. Möglichkeiten wären zum Beispiel eigene Internetauftritte, Maßnahmen die das Ranking bei Suchmaschinen verbessern (wie prominent wird ein Unternehmen in der Trefferliste angezeigt) oder eine zentrale Rufnummer.

Die Touristinformation der Staatsbad GmbH konnte dem Paar im September bei der Suche nach einem Taxi auch nicht helfen. Wie Kurdirektorin Sylvie Thormann berichtet, ist das ein Einzelfall geblieben. "Unser Gästeservice hat seitdem bei Gästeanfragen immer einen Taxiunternehmer erreicht und alle Gäste konnten an ihr gewünschtes Ziel gebracht werden. Wir haben in der Zwischenzeit keine negative Rückmeldung von Gästen erhalten, dass diese kein Taxi erreicht haben", sagt sie.

Künftig mehr Absprachen

Das Taxigewerbe hat wie der öffentliche Personennahverkehr die Aufgabe, die Grundversorgung an Mobilität zu gewährleisten. Damit das in Bad Kissingen künftig lückenlos klappt, haben laut Metz das Landratsamt, Stadt und Staatsbad sowie die Taxiunternehmen vereinbart, stärker zusammenzuarbeiten. Da geht es zum Beispiel um Hilfestellungen und um Absprachen. "Wir versuchen Engpässe durch Absprachen zu verhindern", sagt er. Wer dennoch sicher gehen will, dass er ein Taxi bekommt, dem empfehlen die Verantwortlichen grundsätzlich, sich rechtzeitig vorab eines zu reservieren.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren