Bad Brückenau
Judentum

Synagoge Bad Brückenau: Nur 25 Jahre jüdisches Bethaus

Vor 100 Jahren wurde die Synagoge in Bad Brückenau feierlich eingeweiht. Heute sind die Juden aus Bad Brückenau fast ganz verschwunden.
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Skizze und Realität: Guido Sauer zeigt Zeichnungen der alten Synagoge. Die besondere Bauweise ist noch heute zu erkennen. Foto: Ulrike Müller
Skizze und Realität: Guido Sauer zeigt Zeichnungen der alten Synagoge. Die besondere Bauweise ist noch heute zu erkennen. Foto: Ulrike Müller
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Er ist wohl der letzte Jude, der in Bad Brückenau übrig geblieben ist. Josef Schuster hat zwar nur noch seinen Nebenwohnsitz hier, trotzdem verbindet ihn eine lange Geschichte mit der Kurstadt. Es ist die Ge schichte der Juden, die in der Zeit des Nationalsozialismus ab rupt endete .

"Im Jahr 1524 wurde zum ersten Mal über einen 'David zu Brückenau' berichtet", erzählt Guido Sauer, der ehemalige Pfarrer von Volkers und Heilpraktiker an der Malteserklinik.
Seit seinem Theologie-Studium interessiert sich Sauer für das Ju dentum. Sein Vorgänger in der Kuratie Volkers, Pfarrer Ulrich Debler, hatte kurz vor seinem Tod ein Buch veröffentlicht, das ausführlich die Geschichte der Juden in Bad Brückenau aufarbeitet. "Ein Vermächtnis", wie Sauer sagt.

Jüdische Kulturtage im Herbst

Ende des 19. Jahrhunderts blühte das jüdische Leben in Bad Brückenau auf. Die jüdische Gemeinde wuchs, so dass bald ein neues Gotteshaus her musste. Nathan Grünebaum war damals der Vorstand der Gemeinde. Er gehört zur Familie von Eyal Grünebaum, seiner Vorfahren in Züntersbach wiederfand">der unlängst das Haus seiner Vorfahren in Züntersbach wiederfand. Als die Synagoge am 23. August 1913 geweiht wurde, ahnte freilich noch niemand, dass sie in nur 25 Jahren lichterloh brennen würde.

Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage wird im Oktober eine Ausstellung über Synagogen in Unterfranken in der Kurstadt Station machen. "Wir ergänzen die Ausstellung mit Material über unsere Synagoge", sagt Roland Heinlein vom Kulturbüro. Zudem wird Cornelia Berger-Dittscheid aus Regensburg einen Vortrag halten. Termin ist am Freitag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr in der Georgi-Halle.
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