Poppenroth
Karriere

Süße Grüße aus der Rhön: Barbara Koch nutzte ihre Heimat als Motto für die Meisterprüfung

Die Rhön lässt sich nicht nur touristisch genießen - das hat die junge Konditormeisterin Barbara Koch aus Poppenroth bei ihrer Meisterprüfung bewiesen.
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Barbara Koch ist seit kurzem Konditormeisterin. Foto: Barbara Koch
Barbara Koch ist seit kurzem Konditormeisterin. Foto: Barbara Koch
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Der Rosengarten ist aus Zucker, der Kreuzberg ist aus Schokolade und steht auf einer Schokoladen-Waldbeer-Cassis-Torte und die Heilquellen sind aus Marzipan. Was zunächst verrückt klingt, ist das Ergebnis von Barbara Kochs Meisterprüfung. Die 24-jährige Rhönerin ist seit kurzem Konditormeisterin. Die Prüfung hat sie an der Städtischen Meisterschule für das Konditorhandwerk in München abgelegt.

Dafür hat sich die junge Frau aus Poppenroth ein besonderes Motto ausgesucht.

"Gemeinsam mit meiner Schwester Johanna und ihrem Mann haben wir über das Thema geredet", sagt sie. Schon bald stand fest, dass sich ein Teil ihrer Meisterprüfung mit der Heimat beschäftigen würde. "Wir sind dann auf "Bad Kissingen - die Blüte der Rhön" gekommen". Das Blütenmotiv komme von den zahlreichen bepflanzten Gärten und Parkanlagen der Kurstadt und spiegelt sich in den Gebäckstücken ihres Schaukastens wieder.

In diesem musste die junge Frau mehrere Produkte präsentieren. "Da gibt es das Schaustück, einen Baumkuchen, eine Torte, eine Eisbombe, Pralinen, Marzipanfiguren und noch einiges mehr", sagt Koch. "Die Produkte darin sind auf das Thema abgestimmt." Der Zeitrahmen dafür war knapp. Nach fast einem Jahr auf der Meisterschule galt es für Barbara Koch den Schaukasten mit 181 Produkten in nur 24 Stunden - verteilt auf drei Tage - zu füllen. Die Organisation sei dabei wichtig gewesen. Ungeachtet des Zeitdrucks nahm sich die 24-Jährige die Zeit, die Heimatmotive in ihre Kreationen aufzunehmen. "In fast allen Stücken habe ich Blumen- und Blütenmotive versteckt", verrät sie. Sogar auf den unterschiedlichen Pralinen finden sich Blumen. Das gilt auch für die Eisbombe, die verschiedenfarbige Blüten zieren. "Das steht für den Kurgarten", erklärt sie.

Quellen aus Marzipan

Die nach oben gezwirbelten Marzipanfiguren symbolisieren die Heilquellen der Kurstadt. Das Schaustück erkennt jeder, der die Kurstadt schon einmal besucht hat: der Rosengarten. Unter einem Rosenbogen und einer Bank fand der Multimediabrunnen Berücksichtigung. Allerdings sind die Fontänen nicht aus Wasser, sondern aus Zucker. Von den Bad Kissinger Highlights waren selbst Prüfer angetan. Koch sagt: "Ein Prüfer meinte, dass er jetzt auch mal nach Bad Kissingen fahren muss."

Die Zutaten für ihre Produkte musste sie nicht selbst nach München mitbringen. "Die gab es aus dem Magazin der Meisterschule." Trotz der räumlichen Entfernung zu Bad Kissingen gelang es der Rhönerin ihre Heimat geschmacklich zu repräsentieren. "Für meine Desserts habe ich zum Beispiel Frankenwein verwendet", sagt sie. Doch der Schaukasten und die darin präsentierten Pralinen, Kuchen und Torten sind nicht nur eine Augenweide. "Die Prüfer verkosten dann die Stücke." Weil bei insgesamt 24 Prüflingen eine große Menge an Köstlichkeiten zusammenkommt, nehmen die Prüfer pro Woche lediglich acht Prüflingen die Prüfung ab.

Dazu gehört nicht nur das Backen. "Es geht auch um Fachtheorie, zum Beispiel Hygienevorschriften und Allergien", teilt sie mit. Außerdem steht der Ausbilderschein, betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Aspekte im Prüfungsplan. "Um Einblicke in die Praxis zu erhalten, haben wir auch Konditoreien in München besucht", erinnert sie sich. Die Prüfungsvorbereitung sei in München sehr umfassend gewesen. "Wir haben viel wiederholt." Das sei nicht selbstverständlich.

Lange Wartelisten

"Ich habe mich noch in Stuttgart und Heidelberg beworben", sagt die Rhönerin. "Allerdings hätte ich da erst 2021 meine Prüfung machen können." Ursache dafür ist ein Listensystem. "München nimmt immer die ersten 24 Stück, ich hatte Glück, dass ich da dabei war." Als sie bereits ihre Zusage für München hatte, meldete sich schließlich auch die Meisterschule in Stuttgart. "Aber weil ich meinen Platz ja schon hatte, bin ich nach München." Zur bayerischen Landeshauptstadt hat sie bereits seit längerem eine Verbindung. "Dort habe ich meine Lehre in einer Konditorei absolviert." Danach arbeitete sie in einer Pralinenmanufaktur und einer Pâtisserie. Pläne für die Zukunft hat Koch bereits. "Über Weihnachten unterstütze ich den Pralinen Troll in Bad Kissingen." Auch wenn sie noch nicht weiß, ob sie sich schon selbstständig machen will, ist für Koch sicher: "Ich will vorerst in der Heimat bleiben."

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