Bad Kissingen

Stimmt´s oder stimmt´s nicht: "Schokolade macht glücklich."

Zur Belohnung ein Stück Schokolade - das wirkt. Zumindest aufs Gehirn. Der Tipp vom Experten: andere Glücksbringer suchen, die die Laune heben.
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Foto: Drobot Dean - stock.adobe.com
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L iebeskummer, schlechtes Wetter oder einfach nur ein stressiger Tag: Schokolade erweist sich immer wieder als Tröster in der Not. Wir verbinden von Klein auf positive Erlebnisse mit dieser scheinbar glücklich machenden Kalorienbombe. Schauen wir doch mal genauer hin: Die Hauptbestandteile der Süßigkeit sind Kakao, Milchpulver, Zucker und Fett. Vielen dieser Inhaltsstoffe wird eine Wirkung auf das menschliche Gehirn nachgesagt. Zucker etwa kann im Gehirn ähnlich wie Alkohol oder andere Drogen das Belohnungszentrum aktivieren. Aber machen uns diese Inhaltsstoffe tatsächlich glücklich?

Schokolade gegen Apfel

Verwertbare Studien gibt es kaum. Britische und australische Forscher haben sich die Mühe gemacht, die Datenlage hinsichtlich der stimmungsverbessernden Wirkung zu untersuchen. Ihr Fazit: Kurzfristig funktioniert es tatsächlich, die Laune aufzuhellen. In einer Studie wurde der Effekt von Schokolade mit der eines Apfels verglichen: Beides verbesserte die Stimmung, aber die Schokolade wirkte deutlich besser. Wie nachhaltig dieser Effekt ist, bleibt allerdings unklar. In einer Studie verschwindet er bereits nach drei Minuten, in einer anderen hält er auch nach 90 Minuten nachweisbar an.

Bevor Sie jetzt jedoch mit einem vermeintlich guten Gewissen Ihrem Glück mit der süßen Leckerei auf die Sprünge helfen wollen, muss ich Sie an die gesundheitlichen Folgen bei unkontrolliertem Konsum erinnern. Denn: Der hohe Anteil an Zucker und Fett in der handelsüblichen Schokolade ist der Gesundheit nicht förderlich. Eine 100 Gramm-Tafel bringt es auf stolze 500 Kalorien. Übertriebener Schokoladenkonsum führt demnach oft zu Übergewicht. Und das hat Folgen: Bluthochdruck, Diabetes und hohe Blutfettwerte.

Tipp: Balance finden

Fazit: Einen Freifahrtschein für Schokolade kann ich leider nicht geben. Dunkle Schokolade ist durch den höheren Kakao-Anteil gegenüber der Milchschokolade zu bevorzugen. Setzen Sie die Schokolade bewusst, genuss- und verantwortungsvoll ein, und essen Sie die Süßigkeit nicht während der Computerarbeit oder dem Spielfilm. Suchen Sie sich zusätzliche Glücksbringer. Das kann Sport sein, eine wohltuende Massage oder ein entspannender Saunagang. Finden Sie die richtige Balance zwischen einem moderaten Süßigkeitskonsum und Enthaltsamkeit.

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