Münnerstadt
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Steuervorteile bei Hausmodernisierungen in drei Münnerstädter Altortskernen

Der Stadtrat hat jetzt förmlich festgesetzte Sanierungsgebiete in den Innenbereichen von Reichenbach, Seubrigshausen und Wermerichshausen ausgewiesen.
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Hauseigentümer im Reichenbacher Innerort können sich freuen. Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten können dort  künftig steuerlich abgesetzt werden. Heike Beudert
Hauseigentümer im Reichenbacher Innerort können sich freuen. Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten können dort künftig steuerlich abgesetzt werden. Heike Beudert

Künftig können Bewohner der Innenorte von Reichenbach, Seubrigshausen und Wermerichshausen bei Modernisierungen ihrer Anwesen erhebliche Steuervorteile geltend machen. Möglich ist das, weil die drei Ortskerne nun Sanierungsgebiete sind. Fast alle Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten wie beispielsweise der Einbau neuer Bäder und Ähnliches könne die Bewohner der Innenorte nun von der Steuer absetzen. Bei Arbeiten an kommunalen Gebäuden gibt es Zuschüsse von durchschnittlich 50 Prozent, allerdings schwankt dieser Wert.

Fabian Nöth (Neue Wege) und Michael Kastl (CSU) hatten einen entsprechenden Antrag für Reichenbach gestellt, Ulla Müller (CSU) und Michael Kastl für Seubrigshausen und Wermerichshausen. Hintergrund war, so informierte Michael Kastl auf Nachfrage unserer Zeitung, dass in den drei Orten umfängliche Straßenarbeiten anstanden. "Ziel ist es, dass die öffentliche und die private Hand zusammenarbeiten." Schon bei diesen Anträgen sei verankert worden, dass - wenn in anderen Stadtteilen größere Baumaßnahmen anfallen - dort auch Sanierungsgebiete ausgewiesen werden sollen.

Im März 2017 hatte der Stadtrat die Durchführung der vorbereitenden Untersuchungen für die drei Stadtteile beschlossen. "Das waren drei große Brocken", sagte Christiane Wichmann vom Architektenbüro Perleth bei der jüngsten Stadtratssitzung. Sie stellte in Kurzform die durchgeführten Arbeiten vor, zu denen unter anderem die Bestandsanalyse und die Bewertung städtebaulicher Missstände, ungesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse und, funktionaler Mängel zählen. Außerdem wurden jeweils Rahmenpläne erstellt.

Ziele der städtebaulichen Sanierung sind unter anderem die Bewahrung des städtebaulichen Erbes, Erhalt des Ortsbildes, die Anpassung der Ortsstruktur an die Herausforderungen des demografischen Wandels, die zeitgemäße Instandsetzung und Modernisierung der Häuser und Nebengebäude, Klimaschutz im Bestand und "Nachverdichtung" durch Umbauten von leerstehenden Gebäuden. Dazu gehört aber auch die gezielte Entkernung bei nicht erhaltenswerten Häusern, die Verbesserung der Wohnbedingungen, die gestalterische Aufwertung der öffentlichen Erschließungsbereiche, die Behebung von städtebaulichen Missständen.

Die vorbereitenden Untersuchungen sind Grundlage des festzusetzenden Sanierungsgebietes. Das seien die Innenorte, sagte Christiane Wichmann. Siedlungsgebiete aus den 1960er Jahren könnten noch nicht mit aufgenommen werden.

Hauseigentümer in den festgesetzten Sanierungsgebieten können nun eine Modernisierungsvereinbarung mit der Stadt Münnerstadt abschließen und dann die Arbeiten von der Steuer absetzten, sagte Michael Kastl dazu. Mit dem Billigungsbeschluss können Anträge gestellt werden. "Da kommt viel Arbeit auf die Stadtverwaltung zu", betonte er.

"Ich bin froh, dass wir so weit sind; das ist ein Gewinn und eine Bereicherung für die Stadtteile", sagte Andreas Trägner (Freie Wähler). Es gebe aber auch in anderen Stadtteilen städtebauliche Missstände. Es sollte geprüft werden, inwieweit sich die Ausweisung von Sanierungsgebieten auch auf andere Stadtteile ausweiten lasse. "Wir haben diskutiert und gesagt, dass wir erst einmal mit drei Stadtteilen beginnen", sagte dazu Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Auch Christiane Wichmann warnte, dass dann auch mal ein Negativbescheid kommen könnte.

Andreas Trägner führte unter anderem das ehemalige Feuerwehrhaus in Burghausen ins Feld, wo Handlungsbedarf bestehe. "Wir hatten ein Schreiben von der Obersten Baubehörde bekommen", erinnerte Michael Kastl. Darin sei die Stadt darauf hingewiesen worden, dass es nur Sinn mache dort Sanierungsgebiete auszuweisen, wo auch tatsächlich Geld in die Hand genommen wird. Für alle Orte pauschal dürfe die Stadt das nicht tun.

Mit dem anstehenden Beschluss haben die Bewohner der drei Innenorte erhebliche Steuervorteile, meinte Leo Pfennig (Freie Wähler). Auch andere sollten in den Genuss kommen. Der Satzungsbeschluss erfolgte einstimmig.

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