Bad Kissingen

Sternenpark Rhön: bester Blick auf Sternschnuppen im August

Der August gilt als Sternschnuppen-Monat. Die Chefin des Sternenparks Rhön erklärt, von wo die Sicht besonders gut ist und worauf es beim Wünschen ankommt.
Artikel drucken Artikel einbetten
"Info-tainment" betreibt Sabine Frank (links), Chefin des Sternenparks Rhön. Um die Wissenschaft der Astronomie anschaulich und verständlich zu machen, kommen auch schon mal Hilfsmittel aus der Spielwarenabteilung und dem Haushaltsmüll zum Einsatz. Foto: Alexander Mengel/Biosphärenreservat Rhön
"Info-tainment" betreibt Sabine Frank (links), Chefin des Sternenparks Rhön. Um die Wissenschaft der Astronomie anschaulich und verständlich zu machen, kommen auch schon mal Hilfsmittel aus der Spielwarenabteilung und dem Haushaltsmüll zum Einsatz. Foto: Alexander Mengel/Biosphärenreservat Rhön
+1 Bild
Wenn ein blauer Hula-Hoop-Reifen zur Umlaufbahn der Erde wird, ist Sabine Frank dabei, Wissenschaft so zu erklären, dass sie begreifbar wird. In der Mitte des Reifens baumelt eine Laternenleuchte: die Sonne. Mit einer Kokosnuss verkörpert die Chefin des Sternenparks Rhön einen Kometen. Sie lässt die Nuss von oben in Richtung Reifen brausen, der Komet kreuzt die Erdbahn. Was von der Begegnung bleibt, ist das, was jetzt in den Nächten im August viele "Ahs" und "Ohs" entfesselt und zahllose Wünsche in den Himmel schickt.

Sabine Frank klemmt ein rotes Zwiebelnetz mit einer Haarklammer an den Reifen. Das Symbol für die Krümel-Wolke, die der Komet hinterlassen hat. Vor ein paar Tagen ist die Erde auf ihrer Runde um die Sonne in diese Wolke eingetaucht. Nächste Woche saust sie vorbei an der dichteste Stelle. Wer dann lange genug wach bleibt, hat die Chance, 100 Kilometer über seinem Kopf ein magisches Glühen zu beobachten.


Mitte August viel los

Zwischen Mitte Juli und Ende August sind die Perseiden im Sternbild Perseus als Sternschnuppen zu sehen. Mit besonders vielen ist um den 11. und 12. August herum zu rechnen. Doch Sabine Frank dämpft die Vorfreude.
Zur Zeit des Sternschnuppen-Maximus wird der Mond sehr hell sein, erklärt sie. Wichtig sei die Blickrichtung: Wer Sternschnuppen erhaschen will, sollte freie Sicht nach Nordosten haben und sich bestenfalls von Siedlungen entfernen. "Etwas erhöhte Kuppen mit freiem Blick sind wahrscheinlich am besten", sagt sie. Bis nach Mitternacht müsse man sich gedulden. "Die Erde muss sich ja erstmal da hin drehen." Die Sternenfachfrau und Hobby-Astronomin verbringt die Nächte regelmäßig unter freiem Himmel. Sternschnuppen gibt´s das ganze Jahr über zu sehen, sagt sie: "Die ganze Erdbahn ist voller Staub. Mal mehr, mal weniger." Ist es für sie überhaupt noch etwas Besonderes, wenn es am Himmel für einen kurzen Moment funkelt?

"Natürlich!", sagt sie. Mit einem ernüchternden Unterschied: "Nicht weil es besonders romantisch ist, sondern wegen der Wissenschaft." Schließlich rauschen mit einer Geschwindigkeit von 200 000 Kilometern pro Stunde Staubteilchen über einen hinweg, die mindestens viereinhalb Milliarden Jahre alt sind, erklärt sie. "Die kennen das Sonnensystem noch aus Kindertagen." Manchmal nur ein Bruchteil eines Millimeters klein: Die winzigen Gesteine sind übriggebliebene Bauteile, aus denen keine Planeten geworden sind. Als Leuchtspur erzeugen die Staubteilchen eine Faszination, die Sabine Frank nutzt, um ein wenig Naturwissenschaft unters Volk zu bringen.


So geht der Wunsch in Erfüllung

"Was da oben glüht, ist nicht das Staubkörnchen, sondern die Lufthülle. Mit Sternschnuppen kann man so viel erklären: Teilchenphysik, Geologie ..." Das Alter spielt beim Blick gen Himmel plötzlich keine Rolle mehr. Blitzt ein Leuchten übers Firmament, reagiert jeder "spontan und ungehemmt", sagt Sabine Frank. Lange dauert die Begegnung nie. Mit dem Wunsch muss es also schnell gehen: "Der Wunsch muss gedacht werden, solange das Ding fliegt", sagt Sabine Frank. Und noch wichtiger: "Er geht nur in Erfüllung, wenn man etwas für jemand anderen wünscht."


Touren unter freiem Himmel

Führungen Am Samstag, 12. August, findet um 22 Uhr eine Sternenführung auf der Wasserkuppe statt. Treffpunkt ist die Verwaltungsstelle Biosphärenreservat hessische Rhön, am Groenhoff-Haus, auf der Wasserkuppe in Gersfeld. Anmeldung unter info@sternenpark-rhoen.de und 0800/971 9772. Veranstalter ist das Biosphärenreservat Rhön. Am selben Tag findet außerdem die "Nacht der Perseiden" auf der Hohen Geba statt. Treffpunkt für Interesseirte ist um 21 Uhr auf dem Bergplateau bei den Beobachtungsplattformen auf der Hohen Gebra in der Gemeinde Rhönblick. Veranstalter ist die Gemeinde und das Biosphärenreservat. Neben den öffentlichen Sternenführungen gibt es manchmal fixierte Termine für private Sternenführungen, die offen sind für weitere Teilnehmer. Auskunft erhalten Sie unter info@sternenpark-rhoen.de oder 0800/971 9772.

Ausstellung Bis zum Herbst wird die Ausstellung "Verlust der Nacht" des Forschungsverbundes Leibniz im Infozentrum Haus der Schwarzen Berge in Wildflecken zu sehen sein. bcs

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren