Bad Kissingen
Bürgerversammlung

Steigenberger-Areal und Tourist-Information auf der Agenda

In Bad Kissingen geht manches aufwärts, sogar gegen den Trend. Einer davon ist das kontinuierliche Schrumpfen der Kleinstädte.
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Das bayerische Finanzministerium hat die Ausschreibungsfrist für das Steigenberger-Gelände verlängert hat. In der Bürgerversammlung hieß es, dass die Interessenten  letztendlich Probleme mit einem gesicherten Nachweis für einen Hotelbetrieb gehabt hätten.Archivfoto: Ralf Ruppert
Das bayerische Finanzministerium hat die Ausschreibungsfrist für das Steigenberger-Gelände verlängert hat. In der Bürgerversammlung hieß es, dass die Interessenten letztendlich Probleme mit einem gesicherten Nachweis für einen Hotelbetrieb gehabt hätten.Archivfoto: Ralf Ruppert
Aber die Kurstadt wächst. 21987 Einwohner waren es zum 1. Januar 2016 und 22219 zum Ende des Jahres. Das ist vor allem ein Verdienst der Kernstadt, die um 253 Einwohner auf 10612 zunahm. Das lässt sich, so Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) in der Bürgerversammlung im Tattersall, nicht nur auf die Attraktivität der Stadt für Senioren zurückführen, die nach Abschluss ihres Arbeitslebens nach Bad Kissingen ziehen. Denn sonst hätte die Sinnberg-Grundschule nicht plötzlich einen Platzmangel beseitigen müssen.

"Als die Schule 2008 den Betrieb aufnahm, hatten wir geglaubt, den Platzbedarf gedeckt zu haben. Jetzt gibt es doch mehr Kinder", so der OB. Die "modulare Erweiterung "mit Klassenzimmercontainern (Blankenburg: "Container ist ein Wort, das ich nicht gerne höre") sei sehr gut gelungen. Man habe bewusst nicht auf Container zurückgegriffen, die nach dem Abebben der Flüchtlingswelle auf dem Markt angeboten werden, sondern lieber neue, höhere Räume angeschafft: "Eine wirklich gute Geschichte."

Die Zuwächse spiegeln sich auch in den Baugesuchen: 2016, so Baudirektor Jan Voll, wurden 189 Baugesuche bei der Stadt eingereicht. Davon genehmigt wurden im vergangenen Jahr 42 Wohnbauanträge mit 19030 Quadratmetern und 23 Gewerbebauanträge mit 12074 Quadratmetern und einem Gesamtkostenvolumen von 51,5 Millionen Euro. "Das entspricht ziemlich genau einem Jahreshaushalt der Stadt", meinte der OB mit einem gewissen Stolz.


"Anreize schaffen"

Jan Voll war auch ansonsten der Bote für die guten Nachrichten. Er berichtete über die Ausweisung eines dritten Sanierungsgebietes im Kurviertel und von Erwägungen, die privaten Eigentümer durch steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten zu aktivieren: "Wir können nur Anreize schaffen, zu einer Beteiligung zwingen können wir sie nicht." Voll war es auch, der davon berichtete, dass das Parkhotel Cup Vitalis einen Anbau mit 85 Gästezimmern und einer Tiefgarage mit 80 Stellplätzen plant.

Das könnte eine Kompensation gewesen sein für Blankenburgs Mitteilung, dass das bayerische Finanzministerium schon wieder oder noch einmal die Ausschreibungsfrist für das Steigenberger-Gelände verlängert hat. Interessenten hätten sich bisher viele gemeldet, aber alle hätten letztendlich Probleme mit einem gesicherten Nachweis für einen Hotelbetrieb gehabt: "Die Interessenten sind in einer schwierigen Situation, denn Bad Kissingen ist kein A-Standort. Die investieren lieber in Paris, Berlin, London oder München."


"Komplett rückbaubar"

Blankenburg streifte in seinem Rückblick und Bestandsbericht das fertiggestellte Luitpoldbad ("Nicht der Kissinger liebstes Kind, aber endlich kein Leerstand mehr"), den Runden Brunnen, die Umgestaltung der Tourist-Information im Arkadenbau, bei der es immer weniger um Kartenverkäufe gehe, sondern darum, den Besuchern Lust auf die Stadt zu machen ("Das ist jederzeit komplett rückbaubar, falls sich in 30 Jahren der Geschmack geändert hat"). Es ging um das Kurhausbad, "das wegen Kisssalis geschlossen wurde", so der OB, und das eine Außenstelle des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beherbergen wird ("100 Arbeitsplätze dank Söder") und um den Neubau des THW-Standortes im Kasernengebiet. Zur Sprache kamen die Themen WLAN in der Stadt, der Ausbau des Maria-Ward-Weges, die erneuerte Treppe an der Salinenstraße, der umgestaltete Wasserspielplatz in der Schützenstraße. Der ist fast fertig, soll aber erst im Frühjahr offiziell eröffnet werden, weil man im Rathaus erkannt hat, dass bei der derzeitigen Witterung eine Übernahme durch die Kinder wenig sinnvoll ist.


Einige Fragen blieben offen

Die Bürger wirkten angesichts der Themenfülle etwas überrollt. Es gab aber dennoch Fragen, Kritik und Anregungen etwa zu dem vor sich hin rottenden Apolant in der Menzelstraße, das in den letzten Jahren zweimal den Besitzer gewechselt hat, ohne dass sich irgendetwas getan hätte. Es ging um die Lichtverschmutzung durch das Parkhaus Zentrum, in dem die ganze Nach über die Beleuchtung brennt. Es ging um die Mauern am Kapellenfriedhof, wo sich nichts tut, um Unklarheiten in der Anwohnerparkzone C, um die Leerstände rund um den Theaterplatz, um die Parkgerechtigkeit und um den Umzug des Hallenbades zur KissSalis-Therme und die erhofften Synergien. Die Antworten konnten nicht immer zufriedenstellend ausfallen, weil viele Probleme in den privaten Bereich gehen.

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