Bad Kissingen
Überblick

Start in das neue Schuljahr im Landkreis Bad Kissingen

Im Landkreis werden am kommenden Dienstag 753 Abc-Schützen eingeschult. In den Grund- und Mittelschulen gibt es etwas weniger Klassen.
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Foto: iStockphoto
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Eltern laufen mit langen Listen durch Schreibwaren-Geschäfte, in Sekretariaten wird am Stundenplan gefeilt und das Staatliche Schulamt verteilt die letzten Lehrer-Stunden: Zum Ende der Sommerferien laufen die Vorbereitungen für den ersten Tag des neuen Schuljahres am kommenden Dienstag. Für 753 Abc-Schützen ist es der allererste Schultag ihres Lebens. Insgesamt beginnt für 3120 Kinder der Unterricht an den 21 staatlichen Grundschulen und im Kissori-Lernzentrum.

Die Zahl der Grundschüler sinkt minimal um 1,3 Prozent: Im vergangenen Jahr waren es noch 3162 Grundschüler. "Das ist vermutlich der Einschulungskorridor", verweist Schulrätin Cornelia Krodel auf die neue Regelung, nach der bayerische Eltern erstmals frei entscheiden dürfen, ob sie ein Kind einschulen, das zwischen 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt wird. Laut einer Erhebung des Landratsamtes wurden 85 von 223 Kindern zurückgestellt, das entspricht ziemlich genau dem Rückgang bei der Zahl der Abc-Schützen.

An den Mittelschulen ist die Zahl der Schüler annähernd gleich geblieben: 1764 waren es im vergangenen Schuljahr, mit 1768 rechnet das Schulamt für das kommende. Nach dem Wegfall der Mittelschulen in Euerdorf, Schondra und Nüdlingen in den vergangenen Jahren, bleibt heuer die Zahl der Mittelschulen stabil bei elf. "Alle Grund- und Mittelschul-Standorte bleiben erhalten", betont Schulrätin Krodel. In Bad Bocklet falle lediglich die 7. Klasse weg, die Schüler werden mit in Bad Kissingen unterrichtet. Die Mittelschulen bilden vier Verbünde: Der größte vereint Bad Kissingen, Oberthulba, Burkardroth und Bad Bocklet, im Westen arbeiten Langendorf und Hammelburg zusammen, im Norden Wildflecken und Bad Brückenau, im Osten Münnerstadt und Maßbach. Oerlenbach kooperiert mit Poppenhausen im Landkreis Schweinfurt. Neu ist an der Mittelschule, dass der Informatik-Unterricht bereits in der 5. Klasse startet.

Gute Personal-Ausstattung

"Wir sind gut versorgt", kommentiert die Schulrätin die Personalausstattung. Bei den Grundschulen gebe es eine ausreichend große Mobile Reserve, die vor allem längerfristige Krankheitsfälle ausgleicht. Auch für die Mittelschule gebe es eine solche Mobile Reserve - "aber nicht in dem Umfang, wie wir es uns gewünscht hätten". Leicht reduziert wird die Zahl der Klassen: in der Grundschule von 158 auf 153, in der Mittelschule von 94 auf 91. Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse steigt damit von 18,4 auf 20,4 in den Grund- und von 18,3 auf 19,4 in den Mittelschulen.

Im Landkreis Bad Kissingen wird an acht der 21 Grundschulen jahrgangsgemischt unterrichtet. In den "Flexiblen Grundschulen" in Bad Bocklet, Burkardroth, Motten und Wartmannsroth können die Kinder je nach Lernfortschritt nach ein, zwei oder drei Jahren in die 3. Klasse vorrücken. Zudem gibt es an jeweils drei Grund- und Mittelschulen eine gebundene sowie an acht Grund- und sechs Mittelschulen ein offene Ganztagsbetreuung. Ergänzt wird das Angebot durch Mittagsbetreuung und Horte.

Die 785 Kinder, die am Ende des vergangenen Schuljahres die Grundschule verließen, verteilen sich kommende Woche etwa gleichmäßig auf die drei Schularten: Nach Informationen der Schulen meldeten sich 246 an den vier Gymnasien im Landkreis und 243 an den drei Realschulen an, bleiben 296 Fünfklässler in den elf Mittelschulen.

Für ganz Unterfranken meldet die Bezirksregierung heuer 10 498 Abc-Schützen. Regierungspräsident Eugen Ehmann appelliert bereits vor Schulbeginn an alle erwachsenen Verkehrsteilnehmer, zum Schulanfang ein besonders waches Auge auf Schulkinder zu haben und sich als Fußgänger vorbildlich zu verhalten. Zudem sollten die Eltern künftiger Erstklässlern den Schulweg rechtzeitig einüben. "Hierbei muss nicht der kürzeste Schulweg der sicherste sein", betont die Regierung von Unterfranken. Außerdem solle der Schulweg unter realen Bedingungen abgegangen werden, also nicht am Wochenende oder bei wenig Verkehr.

Viele Tipps zum Schulstart kommen auch von den Krankenkassen: Jörg Müller, Leiter des Servicezentrums der DAK, rät zum Beispiel, dass die Schultasche nicht viel mehr als zehn Prozent des Körpergewichts wiegen sollte. Das ist mit Büchern, Heften, Federmappe, Trinkflasche und manchmal noch Sporttasche gar nicht so einfach, deshalb: Gewicht und Inhalt täglich prüfen und überflüssigen Ballast aussortieren. Um Haltungsschäden zu vermeiden, sollten Eltern auch auf Kraft und Koordination des Kindes achten. Zudem sollte der Ranzen richtig sitzen: "Er muss dicht am Körper liegen, mit der Schulter auf einer Höhe sein und nicht viel tiefer als zur Taille gehen", rät die Krankenkasse.

Gute Ernährung und Bewegung

"Wer morgens partout nichts runterkriegt, sollte zumindest ein Glas Saft oder Milch trinken", sagt Jörg Müller zum Thema Ernährung. In der Pause könne dann ausgiebig gefrühstückt werden - im Idealfall Vollkornbrot mit Käse, dazu Obst oder Gemüse und ein zuckerarmes Getränk. Zur Pause gehöre auch ausreichend Bewegung. Zudem weist die DAK darauf hin, dass jeder zweite Schüler Stress kenne und viele dadurch sogar krank werden.

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