Stangenroth
Glaube

Stangenröther Jubiläum: Zum 25. Male auf den Kreuzberg gewallt

Seit fast einem Vierteljahrhundert pilgern die Gläubigen der Pfarrei "St. Sebastian" Stangenroth zum Kreuzberg. Einige Wallfahrer wurden dabei für ihre zehnte, 20. beziehungsweise 25. Teilnahme geehrt.
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Zum 25. Mal mitgepilgert sind (hinten, von links) Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich, Walter Albert, Mario Wehner, Berthold Kleinhenz sowie (vorne, von links) Meggi Höchemer und Elisabeth Sell. Foto: Erwin Hofer
Zum 25. Mal mitgepilgert sind (hinten, von links) Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich, Walter Albert, Mario Wehner, Berthold Kleinhenz sowie (vorne, von links) Meggi Höchemer und Elisabeth Sell. Foto: Erwin Hofer

"Beim frühen Morgenlicht erwacht mein Herz und spricht: Gelobt sei Jesus Christus! ...", so klang es auch diesmal, als sich die Fußwallfahrt zum 25. Male von der Pfarrkirche "St. Sebastian" Stangenroth Richtung Kreuzberg in Bewegung setzte.

Traditionell brachen am ersten Sonntag im September wieder 60 Gläubige aus unterschiedlichen Altersgruppen der Pfarrei "St. Sebastian" Stangenroth zur Jubiläums-Wallfahrt auf. Auch in diesem Jahr startete der Wallfahrerzug erneut um 7 Uhr auf die rund 13 Kilometer lange Strecke. Grund dafür ist die "räumliche" Trennung zur diesjährigen zeitgleichen Wallfahrt Arnstein aus Platzgründen in der Wallfahrtskirche, die ihren Gottesdienst bereits um 7.30 Uhr feierten. Als Vorbeter fungierten wieder Meggi Höchemer, Gertrud Wehner und Jürgen Schmitt. Der Lautsprecher wurde von Lorenz Höchemer getragen. Für die Sicherheit und Verkehrsregelung unterwegs sorgte Arthur Mahlmeister von der Freiwilligen Feuerwehr. Das Begleitfahrzeug, das von Erwin Hofer gefahren wurde, wird seit vielen Jahren von Ewald Schmitt unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Musikalisch wurde die Wallfahrt erneut vom Musikverein Stangenroth begleitet. Auf dem Hin- und Rückweg wird die Zeit mit Gebeten, Betrachtungen, Meditationen, Litaneien, Musikstücken und Liedern ausgefüllt.

Leben und Glauben gestalten

"In sich gehen und Abschalten vom Alltag und täglichen Stress, das ist auch mal notwendig", erklärt Vorbeter Jürgen Schmitt die Beweggründe der Teilnahme der meisten Wallfahrerinnen und Wallfahrer. "Pilgern ist eine alte und heute ganz neu entdeckte Art, Leben und Glauben zu gestalten.

Die Lieder und Gebetstexte sind außerdem auf die gegenwärtigen Sorgen und Probleme der Menschen ausgerichtet und werden von Meggi Höchemer jedes Jahr überarbeitet."

Die Pilgerroute führte auch diesmal wieder über Gefäll nach Waldberg, wo heuer zum achten Mal die Rast im Wallfahrerzentrum stattfand. Nachdem das schwierigste Teilstück, der sogenannte "Kniebreche", geschafft war, setzte sich der Wallfahrerzug auf die letzte Distanz zum Ziel fort.

Um 10.45 Uhr erreichten die Wallfahrer das Klostergelände und wurden von Pater Georg Andlinger mit Weihwasser besprengt und am Freialtar mit weiteren Teilnehmern aus dem Ort, die mit dem Auto gekommen waren, empfangen. Während der Begrüßung gab er den Wallfahrern zu verstehen, dass er sich freue, Pilger aus der "Nachbarschaft" begrüßen zu können, die wieder gemeinschaftlich auf dem Pilgerweg aufgebrochen seien.

Viele Kinder und Jugendliche dabei

Der Geistliche zeigte sich zudem erfreut und gleichzeitig überrascht, einen hohen Anteil vieler Kinder und Jugendlichen in den Reihen der Wallfahrerschar zu sehen. Er lobte deren Engagement und bat den jüngsten Teilnehmer bzw. jüngste Teilnehmerin, nach vorne zu kommen.

Das Wallfahrtsamt, das von Guardian Pater Martin Domogalla zelebriert und vom Musikverein Stangenroth musikalisch und feierlich umrahmt wurde, stand ganz im Zeichen der "Bescheidenheit".

Der Franziskanerpater erklärte in seiner Predigt den Gläubigen, dass selbst der letzte Platz im Himmelreich immer noch der beste Platz sei. Vor Gott sind alle gleich, jeder Mensch sei bei ihm ein VIP, gab er den Wallfahrern und Gottesdienstbesuchern zu bedenken. Die Lesung und Fürbitten wurden von Jürgen Schmitt vorgetragen. Als Kommunionhelferin fungierte Gertrud Wehner.

Nach dem Gottesdienst traf sich die Wallfahrerschar anlässlich der 25. Wallfahrt erneut am Freialtar, und Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich ließ durchblicken, dass in dem Vierteljahrhundert insgesamt 320 verschiedene Personen an den Stangenröther Wallfahrten teilgenommen haben. Anschließend bedankte er sich bei allen Pilgerinnen und Pilger der diesjährigen Wallfahrt für ihre Teilnahme, allen Mitwirkenden für ihre Unterstützung sowie der "besten Wallfahrtskapelle" und nahm traditionell die Ehrung langjähriger Wallfahrer vor.

Dank für besonderes Engagement

Für ihre zehnte Teilnahme erhielten Anita Hein und Arthur Mahlmeister ein kleines Erinnerungsgeschenk. Bereits zum 20. Mal waren Gertrud Wehner und Kurt Metz mitgepilgert. Eyrich bedankte sich bei Beiden für ihr besonderes Engagement, sei es als Vorbeterin bzw. Musikspieler im Musikverein in all den Jahren während der Wallfahrten. Der Wallfahrtsführer zeigte sich im weiteren Verlauf des Ehrungsmodus ganz besonders erfreut, Wallfahrer auszeichnen zu können, die an allen 25 Wallfahrten teilgenommen haben. Einen großen Erinnerungsteller erhielten Elisabeth Sell, Meggi Höchemer, Walter Albert, Berthold Kleinhenz und Mario Wehner. Besonderer Dank galt an dieser Stelle Meggi Höchemer und Berthold Kleinhenz, die an allen Wallfahrten jeweils als Vorbeterin tätig war bzw. alles in Bildern festgehalten haben. Jürgen Schmitt bedankte sich abschließend stellvertretend im Namen aller Wallfahrer bei Eyrich für dessen außergewöhnliches Engagement bei der Koordination, Organisation, Vorbereitung und Durchführung aller Wallfahrten und erinnerte daran, dass erst auf dessen Initiative hin 1995 die Kreuzbergwallfahrt in Stangenroth ins Leben gerufen wurde sowie dieser von Anfang an die Wallfahrtsleitung inne hatte. Er überreichte Siegfried Eyrich ebenfalls den Erinnerungsteller für 25 Wallfahrten der Pfarrei "St. Sebastian" Stangenroth.

Nach der anschließenden Pilgerrast in der Klosterschänke traf sich die Wallfahrtsgruppe um 14 Uhr mit Pater Georg zu einem kurzen Gebet sowie der Segnung der Wallfahrtsgegenstände erneut am Freialtar. Anschließend verabschiedete er die Wallfahrer mit dem Wallfahrtssegen und zeigte sich zuversichtlich, die Stangenrother im nächsten Jahr wieder begrüßen zu können. Nach einem Gebet und dem Lied "Es blüht der Blume eine" an der Mariengrotte wurde der Rückweg weiter fortgesetzt.

Pünktlich um kurz vor 18 Uhr wurden die heimkehrenden Kreuzbergwallfahrer von den Angehörigen und Daheimgebliebenen traditionell mit Blumen begrüßt, von Diakon Michael Sell in Empfang genommen und unter Glockengeläut singend in die Pfarrkirche zum Schlusssegen geleitet. Der Geistliche verlieh in der Pfarrkirche "St. Sebastian" seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Impulse der Wallfahrt auch im täglichen Leben hilfreich sein mögen und erteilte allen Wallfahrern den feierlichen Schlusssegen.

Der älteste Wallfahrer war erneut Walter Albert mit 76 Jahren, der bisher bereits an allen 24 Wallfahrten teilgenommen hat. Einer der jüngsten Teilnehmer war Alberts Enkelkind, Timo Schipper mit zehn Jahren, sowie Laura Kessler (10), die zum ersten Mal teilnahm und den gesamten Hin- und Rückweg mitgelaufen waren.

Wallfahrtsführer Siegfried Eyrich zeigte sich abschließend sehr erleichtert und erfreut, dass alle gesund und ohne größere Blessuren zurückkamen. Er freut sich schon heute auf die Wallfahrt im nächsten Jahr, die dann zum 26. Mal auf den Heiligen Berg führt. Gemeinsam wird man dann wieder - mit einem gemeinsamen Ziel - dem Kreuzberg, auf Pilgerschaft sein. Jürgen Schmitt

Ehrungen

10 Wallfahrten: Anita Hein, Arthur Mahlmeister

20 Wallfahrten: Gertrud Wehner, Kurt Metz

25 Wallfahrten: Elisabeth Sell, Meggi Höchemer, Walter Albert, Berthold Kleinhenz, Mario Wehner, Siegfried Eyrich.

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