Bad Brückenau

Stammtisch: Kunst und Stadtgeschehen Bad Brückenau

Kunstliebhaber, kreative Köpfe und Gleichgesinnte: Beim Stammtisch "Kunst" kommen in Bad Brückenau Frauen und Männer zusammen - offen für Inspirationen.
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Der Stammtisch "Kunst" versteht sich als gesellige Runde. Die Frauen und Männer treffen sich im Café in Hohmanns Manufactur in Bad Brückenau. Ihre Gesprächsthemen gehen über die Kultur hinaus.  Foto: Isabell Gerr
Der Stammtisch "Kunst" versteht sich als gesellige Runde. Die Frauen und Männer treffen sich im Café in Hohmanns Manufactur in Bad Brückenau. Ihre Gesprächsthemen gehen über die Kultur hinaus. Foto: Isabell Gerr
Wie für einen Stammtisch typisch, gibt es keine festen Tagesordnungspunkte. Es ist vielmehr ein Treffpunkt für Gleichgesinnte - Menschen, die ähnlich ticken. In einer Umgebung, wo man sich verstanden fühlt, man aber auch durchaus miteinander diskutieren kann. Von spaßig bis politisch gibt es keine Themen, die ausgelassen werden. Man trifft sich in einer geselligen Runde auf ein Glas Wein und spricht über schon Dagewesenes und Neues, was noch kommen wird. So wie beim letzten Stammtisch "Kunst".


Konzert wie Leerstand

Thema der Frauen und Männer war natürlich die bevorstehende Vernissage der Künstlerin Ulrike Gubik. Auch das Konzert der bekannten Irish Folk Band "The Clan Make Noise" stand im Fokus. Daneben wurden aber auch lebhaft stadtpolitische Themen erörtert, wie der Leerstand der Innenstadt von Bad Brückenau. Die Vorfreude auf den Spanischen Abend "Gracias a la vida - Danke dem Leben" am Samstag, den 7. Juli, konnte man spüren. Man wolle den Ansässigen als auch Gästen zeigen "Mensch, da gibt es noch was", so Martina Hohmann. Nicht nur Kultur, sondern auch Gemeinschaft und Geselligkeit.


Sich selbst überraschen lassen

Hans Dietrich Unger betont, dass ein musikalisches Event, oder eine Lesung "nie vor weißen Wänden" stattfindet. Wenn man eine Veranstaltung des Kunsthauses besucht, sei für für alle Sinne etwas geboten. Vielmehr sehe sich die Galerie als Inspiration für alle, die offen gegenüber den Künsten stehen "und sich einfach mal darauf einlassen", so die zweite Vorsitzende Cornelia Borowski. So habe sie schon erlebt, wie Menschen "ohne Kenntnis" feine Antennen für klassische Musik entwickeln oder sich in ein Bild verlieben und selbst überrascht sind, welche Wirkung es auf sie hat.


Offen für neuen Input

Die ganze Umgebung strahlt Kreativität aus. Das Ziel des Stammtisches ist es, konstruktive und kreative Gespräche zu führen - mit einem offenen Ohr und Interesse an neuem Input. So ist beim letzten Stammtisch die Idee eines Buchregals in der Galerie entstanden, welches als Tauschbörse für Bücher genutzt werden soll. Jeder darf Bücher hinstellen oder sich welche entnehmen. Die genaue Realisierung wird noch intern besprochen.
Das Schöne an der Gemeinschaft ist, dass es keinen Wettbewerb gebe, sondern einfach jeder seine eigene Perspektive habe. "Es macht Spaß, und darum geht es", so Andreas Domsch.
Dadurch sei es gelungen, eine Symbiose zwischen dem Café Hohmanns Manufactur und der Galerie Form+Farbe herzustellen. Die Mitglieder fühlen sich sichtlich wohl bei Familie Hohmann. Andreas und Martina Hohmann verlangen keine Miete für die Räumlichkeiten der Galerie, übernehmen dafür die Bewirtung, und der Stammtisch "Kunst" findet sich in ihrem kreativen Laden-Café zusammen.
Alle Räume der Bahnhofstraße 19 bis 21 haben ein kreatives Flair. Die Kombination aus Alt und Neu bringt den Charme. Vieles ist "Marke Eigenbau". Die Bühne für die künstlerischen Events wurde selbst gezimmert, und der Raum der Galerie Form+Farbe hat einen gewissen Werkstatt-Charakter. "Der Raum hat eine eigene Energie. Der Raum atmet", meint Cornelia Borowski.


Raum für kreative Gemeinschaft

Die Mitglieder des Kunsthaus Vereines sowie die Familie Hohmann sind mit Herzblut bei der Sache. Interessierte können sich selbst einen Eindruck von der kreativen Gemeinschaft machen: Manchmal werden die Tische zusammengeschoben, um den Stammtischbesuchern genug Raum zu bieten und eine kreative Gemeinschaft entstehen zu lassen. Ziel der Mitglieder ist es, der Region Qualität zu geben und nicht weite Fahrtstrecken in Kauf nehmen zu müssen, um sich mit Menschen gleichen Interesses auszutauschen.
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