Bad Kissingen
Statistik

Stadt Bad Kissingen: Einbruch bei Tagungen

Versicherungsgäste steuern immer mehr, Privat- und Tagungsgäste immer weniger Übernachtungen bei.
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Tanja Heerd nutzt mit ihren Söhnen Liam (links) und Lennox die letzte Woche der hessischen Weihnachtsferien für einen kurzen Urlaub in Bad Kissingen. Benedikt Borst
Tanja Heerd nutzt mit ihren Söhnen Liam (links) und Lennox die letzte Woche der hessischen Weihnachtsferien für einen kurzen Urlaub in Bad Kissingen. Benedikt Borst
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Während in Bayern die Schule nach den Weihnachtsferien bereits wieder gestartet hat, haben die Kinder in Hessen diese Woche noch frei. Zum Glück für Lennox und Liam aus Fulda. Mama Tanja Heerd nutzt die Gelegenheit, um mit ihnen ein paar Tage Kurzurlaub in Bad Kissingen zu machen. "Wir sind das erste Mal hier, aber es gefällt uns", sagt sie. Während viele andere Hotels in der Stadt nach Dreikönig selbst Urlaub machen, ist im Familienhotel "Sonnenhügel" in Reiterswiesen auch im Januar Betrieb. "Es sind nur wenige Wochen ohne Feriengeschäft", sagt Marketingleiterin Christine Oßwald. In drei Wochen beginnen in den ersten Bundesländern bereits wieder die Winter- und Faschingsferien.

Zufrieden mit Neustart

Neu auf dem Markt ist seit diesem Jahr das Hotel "Fontana" im ehemaligen VdK-Kurzentrum: Es eröffnete am 1. Juni. "Wir sind sehr zufrieden", blickt Emil Gililov, geschäftsführender Gesellschafter der "Fontana GmbH", zurück. Zum Rakoczy-Fest, über Weihnachten und bei Veranstaltungen in der Stadt seien die 122 Betten in 82 Zimmern voll belegt gewesen. Zudem kämen viele Geschäftsleute und für die kommenden Monate hätten sich auch VdK-Mitglieder angemeldet, die das Haus von früher kennen.

Laut Staatsbad GmbH wurde neben dem Fontana 2018 der Campingplatz wiedereröffnet, dafür haben eine Pension und zwei Privatvermieter ihre Betriebe geschlossen. Die Zahl der Betriebe sank deshalb von 171 auf 170. Umgekehrt stieg aber die Zahl der Betten von 6674 auf 6951. Im langfristigen Vergleich ist das ein geringer Wert, denn: Im Jahr 2000 gab es 355 Betriebe mit zusammen 9631 Betten.

Die Staatsbad GmbH bezeichnet 2018 mit einer Viertelmillionen Gästeanreisen und knapp 1,6 Millionen Übernachtungen als "erfolgreiches Jahr" (siehe Grafik). Dass die Übernachtungszahl zum ersten Mal seit 2013 auf unter 1,6 Millionen rutscht, kommentiert die Kurdirektorin trotz Nachfrage nicht. Nur so viel: "Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass die Zahlen in Bad Kissingen in den letzten Jahren stabil auf hohem Niveau sind." In der Bad Kissinger Statistik gibt es eine Verschiebung innerhalb der Gäste: Die Zahl der Versicherungsgäste steigt von 2017 auf 2018 von 28 810 auf 29 300, also um 2,8 Prozent. Bei den Übernachtungen gab es ein Plus von 776 933 auf 786 092, also um 1,2 Prozent. Die Reha-Patienten bleiben also im Schnitt 26,8 Tage.

Immer mehr Gäste notwendig

Im Gegensatz dazu gibt es bei den Privatgästen zwar mehr Ankünfte (von 226 826 auf 227 148), aber weniger Übernachtungen (von 835 835 auf 805 944). Gleiches Bild bei den Tagungsgästen. Deren Zahl hat um 1,1 Prozent von 26 783 auf 27 085 zugenommen, die Übernachtungen gingen aber von 76 866 auf 68 044 zurück, also minus 11,5 Prozent. Die Räumlichkeiten der Staatsbad GmbH seien jedoch gleichbleibend ausgelastet. Insgesamt sank die Verweildauer von 6,31 Tagen im Jahr 2017 auf 6,21 Tage im vergangenen Jahr. Das sei ein deutschlandweiter Trend. "Für den Standort Bad Kissingen besteht die Herausforderung darin, immer mehr Gäste zu gewinnen, um ein gleichbleibendes Übernachtungsvolumen zu sichern", sagt Kurdirektorin Sylvie Thormann.

Ein rückläufiges Tagungsgeschäft verzeichnete auch das mit 842 Betten größte Hotel der Stadt, das "Frankenland". "Wir hatten weniger Tagungsgäste, aber fürs nächste Quartal sieht es besser aus", sagt Zeljko Zufic, der vor einem halben Jahr die Geschäftsführung zusammen mit Dr. Alexandra Schnell übernommen hat. Als Ziele für 2019 gibt er aus, dass das Hotel seinen Vertrieb ausbauen und Netzwerke knüpfen muss: "Wir wollen ein Teil der Stadt sein", betont Zufic. Der Vermarktung des Standortes durch die Staatsbad GmbH und die Kurdirektorin zollt er ein dickes Lob.



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