Bad Kissingen
Gesellschaft

Staatsempfang: Präsidiales Lob für den Kissinger Sommer

Markus Söder sieht den Kissinger Sommer in einer Riege mit den Top-Kulturveranstaltungen in Bayern. Zu anderen Kissinger-Themen gab es kaum Konkretes.
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Intendant Tilman Schlömp (von links), Anja und Kay Blankenburg (Oberbürgermeister), Staatsministerin Dorothee Bär, Ministerpräsident Markus Söder, Kurdirektorin Sylvie Thormann und MdL Sandro Kirchner vor dem Regentenbau. Foto: Benedikt Borst
Intendant Tilman Schlömp (von links), Anja und Kay Blankenburg (Oberbürgermeister), Staatsministerin Dorothee Bär, Ministerpräsident Markus Söder, Kurdirektorin Sylvie Thormann und MdL Sandro Kirchner vor dem Regentenbau. Foto: Benedikt Borst
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Ein Staatsempfang der bayerischen Regierung gehört zum Kissinger Sommer dazu. Dass der Ministerpräsident als Gastgeber auftritt, das gab es zuletzt allerdings nicht so häufig. Bei den vergangenen beiden Spielzeiten zum Beispiel vertrat jeweils Winfried Bausback (CSU) als Justizminister den Regierungschef. 2019 hat Markus Söder die Schirmherrschaft über das Klassikfestival übernommen. Da ist es schon fast unumgänglich, dass sich ein Ministerpräsident mal wieder persönlich auf dem Kissinger Sommer sehen lässt.

Musikalisch hatte Söder ein Novum gewählt: Mit dem "Rheingold" brachte die Nordwestdeutsche Philharmonie dirigiert von Frank Beermann zum ersten Mal eine komplette Wagner-Oper in den Regentenbau. Söder dankte den Künstlern im Anschluss an das Konzert für deren "großartige musikalische Leistung." Der Ministerpräsident gab sich in seiner Ansprache gut gelaunt und humorig. "Wenn man einen Sonntagabend in Franken verbringen kann, ist es eine gelungene Woche", sagte er. Er selbst sei zwar kein Wagner-Fan, habe sich aber entschlossen, einer zu werden. "Ich stehe an der Schwelle ", meinte Söder.

Ansporn für das Zukunftslabor

Den Kissinger Sommer zählte Söder zu einem der kulturellen Höhepunkte, die es in Bayern gibt. Der Freistaat fördert das Festival in diesem Jahr mit 200 000 Euro. "Wir haben die Förderung leicht um 25 000 Euro erhöht. Sehen Sie das als Zeichen, wie ernst wir das nehmen", sagte er. Kunst und Kultur zu fördern sehe er als wichtige Staatsaufgabe. Politisch dürfe sich die Vergabe von Zuschüssen nicht nur auf den Süden Bayerns und die Landeshauptstadt München als kulturelles Zentrum beschränken.

Tilman Schlömp, Intendant des Kissinger Sommers, hat nach dem Konzert aus zwei Gründen gute Laune. Zum einen weil es den Künstlern gelungen ist, die Wagner-Oper klangtechnisch perfekt auf den Max-Littmann-Saal abzustimmen. Zum anderen freut er sich natürlich über das Lob des Schirmherrn. "Ich bin froh, dass wir zum zweiten Mal in zwei Jahren einen hochrangigen Politiker hier haben, der sagt, dass der Kissinger Sommer ein wichtiges Festival für ganz Bayern ist", sagte Schlömp. Der Freistaat habe seine Förderung unter anderem wegen des Education Programms erhöht. "Wir fühlen uns ermutigt, da weiterzumachen", meinte der Intendant. Unter dem Namen Zukunftslabor erarbeiten Künstler zusammen mit Kindern verschiedene Projekte. 2019 setzen Regisseur Till Kleine-Möller, Dirigent Joachim Tschiedel, Vokalsolisten der Theaterakademie August Everding sowie Schüler verschiedener Bad Kissinger Schulen das Stück der Dorfwahrsager von Jean-Jacques Rousseau um. Die Aufführung findet statt am Samstag, 13. Juli, im Kurtheater.

Söder sieht Strabs auf gutem Weg

Aus kommunalpolitischer Sicht gibt es einige relevante Themen zwischen Stadt Bad Kissingen und Freistaat Bayern: Angefangen bei der seit Jahren dauernden Investorensuche für das gewünschte Luxushotel am Kurgarten über die Frage, wie die Kommunen für die abgeschafften Straßenausbaubeiträge entschädigt werden, bis zur Frage danach, ob der Freistaat sein Staatsbad bei der 26 Millionen-Euro teuren Altstadtsanierung finanziell unterstützen wird. Konkrete Antworten darauf gab es allerdings weder vom Ministerpräsidenten, noch von Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD).

Söder betonte, dass er mit Sympathie und Verbundenheit nach Bad Kissingen kommt und dass der Freistaat und sein bekanntestes Staatsbad eine gute Zusammenarbeit pflegen. Für die Investorensuche für das Vier-Sterne-Hotel war Söder in seiner Zeit als Finanzminister verantwortlich. Inzwischen ist das Bauministerium für das Kurhaushotel zuständig. Auf Nachfrage erklärte Söder gegenüber dieser Zeitung, dass das Verfahren nach wie vor läuft. Er betonte, dass der Freistaat hinter dem Vorhaben steht. "Alles was staatlich leistbar ist, haben wir gemacht", versicherte er. Söder berichtete, dass das Kabinett diese Woche das Thema Straßenausbaubeiträge berät. Ziel sei, rechtliche und finanzielle Sicherheit zu schaffen. Man befinde sich bei den Strabs "auf einem sehr guten Weg".

Im Gegensatz zum amtierenden Landeschef konnte es Günther Beckstein auf dem Empfang der Staatsregierung zum Kissinger Sommer gemütlich angehen lassen. Gemeinsam mit Ehefrau Marga lässt er sich das Essen im Schmuckhof schmecken - ganz leger auf dem Boden sitzend. Für den früheren Bayerischen Innenminister und Ministerpräsidenten (2007 bis 2008) ist es nicht das erste Konzert im Regentenbau. Er komme immer wieder gern zum Kissinger Sommer, erzählt er.

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