Oberelsbach
Unsportlichkeit

Was geschah beim Faustschlag wirklich?

Beim A-Klassen-Spiel zwischen der SG Oberelsbach und Ginolfs gab es einen Faustschlag. Was genau passierte, lässt sich schwer herausfinden.
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Die Aufklärung der Vorkommnisse nach dem Faustschlag beim A-Klassen-Derby Oberelsbach gegen Ginolfs (Rhön-Grabfeld) gestaltet sich schwierig. Wie berichtet war Oberelsbachs Torwart durch den Schlag eines gegnerischen Spielers am Sonntag schwer am Ohr verletzt worden. Er musste noch am Abend operiert werden. Offensichtlich aber soll die Aufarbeitung ohne Öffentlichkeit erfolgen.

Wie sich der Vorfall im Detail ereignete, wird auch Tage später nicht klar. Mitspieler, Zuschauer und Vereinsverantwortliche, die das Spiel beobachteten, haben den Schlag nicht gesehen. Er wurde dem Tormann versetzt, als er nach dem Siegtor zum 3:2 der Oberelsbacher in der 89. Minute jubelnd an der Ginolfser Ersatzbank vorbeilief. Wie Anwesende übereinstimmend erklärten, hätten sie sich aufs Tor und den Jubel konzentriert und nicht auf die Ersatzbank geachtet.

Offensichtlich hat auch der Schiedsrichter, der sechs gelbe Karten zeigen musste, den Vorfall nicht bemerkt. Im offiziellen Spielbericht des BFV fehlt ein entsprechender Vermerk.

Rainer Lochmüller, Rhöner Kreisvorsitzender des Bayerischen Fußballverbands, hat von dem Vorfall erst aus der Zeitung erfahren. Würde er sich so bestätigen, sei das nicht hinnehmbar, erklärt er. Wegen eines möglicherweise anlaufenden Verfahrens möchte er keine weiteren Auskünfte geben.

Spartenleiter entschuldigt sich

Keine Auskünfte geben will auch der Vorsitzende des TSV Oberelsbach, Norbert Kaufmann. Er sieht die Berichterstattung über den Vorfall als völlig überzogen an. Man werde das Thema mit Verband und Verein in Ginolfs klären. Auch der betroffene Torwart, der laut Polizei mit dem Verlust des Hörvermögens rechnen muss, war für die Redaktion trotz vereinbarten Telefongesprächs nicht erreichbar.

Julian Vorndran, Spartenleiter Fußball in Ginolfs, der das Spiel selbst nicht sah und keine Details kennt, will nichts beschönigen. Er habe den verletzten Torhüter angerufen und ihm gute Besserung gewünscht. Auch beim TSV Oberelsbach habe er sich entschuldigt. Es sei wohl ein "sehr hitziges Derby" gewesen, da hätten die Nerven blank gelegen. Das dürfe aber keine Rechtfertigung sein, betont Vorndran. Auch mit seinem Spieler, der für den verhängnisvollen Schlag verantwortlich sein soll, habe er gesprochen. Schritte gegen ihn würden geprüft, man müsse die Entwicklung abwarten. Für den Spartenleiter steht zunächst die Genesung des Oberelsbacher Torhüters im Vordergrund: "Das ist jetzt das Wichtigste!"top

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