Umso schöner ist die Nachricht über den "Aufstieg" der beiden Unparteiischen Frank Arheidt (Untereschenbach) und Bernd Liebsch (Fuchsstadt) vom B- in den A-Kader des Bayerischen Handballverbands. Von den 57 Kaderteams steht das Duo aus der Saalestadt auf Rang eins. "Diese Bewertung ergibt sich aus den hervorragenden Lehrgangsergebnissen und den neutralen Beobachtungen von mehreren Spielen. Neutral bedeutet, dass das Schiedsrichter-Team während eines von ihm geleiteten Spiels nicht weiß, dass es von einem Experten beobachtet wird", erklärt TV/DJK-Pressesprecher Alfred Ruppert. Erfolg, der auf Beharrlichkeit beruht. Seit 30 Jahren ist Frank Arheidt Handball-Schiedsrichter, ist zudem als Schiedsrichterbeobachter im Kreis Schweinfurt tätig. "Seit vier Jahren sind Frank und ich ein gut eingespieltes Team. Zusätzlich habe ich die unterfränkische Schiedsrichtereinteilung für die Kreise Schweinfurt, Neustadt/Saale und Bad Kissingen übernommen", sagt Bernd Liebsch, der 1996 seine ersten Spiele pfiff.

"Wir leiten pro Saison etwa 50 Spiele von der Bezirksliga über die Landes- bis zur Bayernliga. Dazu kommen noch einige sogenannte Austauschspiele in den benachbarten Bundesländern. Pro Spiel müssen wir mit einem Zeitaufwand von dreieinhalb Stunden rechnen", konkretisiert Arheidt. Der Aufwand ist tatsächlich enorm. Sieben Stunden für Hin- und Rückfahrt sind keine Seltenheit angesichts vieler Spielansetzungen im Großraum München. Pro Saison werden etwa 12 000 Kilometer zurückgelegt. Neben der Regel-Sicherheit gehört auch die Fitness zur Basis eines guten Unparteiischen. "Mit meinen 46 Jahren heißt das: immer wieder Sprints und Ausdauer trainieren. Aber das Handball-Spiel fasziniert mich seit frühester Jugendzeit. Und als Schiedsrichter kann ich hochklassige und rasante Spiele hautnah miterleben. Die Aufwandsentschädigung spielt keine Rolle für unser Engagement", sagt Arheidt. Und Bernd Liebsch ergänzt: "Ich teile Franks Emotionen für den Handball. Und wenn 1000 Zuschauer die Halle in einen Hexenkessel verwandeln, dann prickelt es. Wir haben ja die Leitungsfunktion und damit eine große Verantwortung, möglichst objektiv und fehlerfrei zu pfeifen. Besonders motiviert uns aber die Anerkennung unserer Leistungen durch Vereine, Spieler und Zuschauer. Andererseits bedeutet der gute Ruf, den wir uns erworben haben, eine große Herausforderung, diesem auch weiterhin gerecht zu werden."
Zu den guten Kritiken trägt auch die Unterstützung von Familie und Freunden bei, die viel Verständnis für das Hobby der beiden aufbringen. "Unser Dank gilt aber ebenso der Handballabteilung des TV/DJK, die unsere Begeisterung geweckt und uns Spielpraxis ermöglicht hat. Schließlich möchten wir auch andere ehemalige Spieler und Übungsleiter ermutigen, sich im Verein oder Verband einzubringen."