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Saal an der Saale
Biathlon

Grabfeld-Biathletin schafft den Sprung ins Elite-Internat

Die 14-jährige Valentina Umhöfer geht seit August auf das Sportgymnasium in Oberhof. Dort kann die Saalerin Biathlon und Schule professionell verbinden.
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Noch stehen die Gewehre in Waffenständern. In der neuen Saison will Valentina Umhöfer eine richtige Biathletin werden. Der Verbleib im Oberhofer Sportgymnasium spielt dabei eine zentrale Rolle. Foto: privat
Noch stehen die Gewehre in Waffenständern. In der neuen Saison will Valentina Umhöfer eine richtige Biathletin werden. Der Verbleib im Oberhofer Sportgymnasium spielt dabei eine zentrale Rolle. Foto: privat
Jetzt also Martin Fourcade. Der französische Weltklasse-Biathlet ist das neue Vorbild für Valentina Umhöfer, auch wenn im heimischen Kinderzimmer noch das Plakat mit den deutschen Assen Arnd Peiffer, Andi Birnbacher, Miriam Gössner und Magdalena Neuner hängt. "Der Martin Fourcade ist sehr gut und auch noch sympathisch", sagt die 14-Jährige.

Beim Weltcup in Oberhof hatte die Saalerin den 24-Jährigen bei den Wachs-Kabinen getroffen. Nicht als Zuschauerin. Sondern als Kollegin. Als Vorläuferin hatte sie den Stars der Szene zu einer sauberen Spur verholfen. Seit drei Jahren betreibt Valentina Umhöfer Biathlon beim WSV Oberhof. Und hatte im Sommer den ersten großen Karriere-Schritt vollzogen mit der Aufnahme ins Sportgymnasium Oberhof. Keine Selbstverständlichkeit, weil auf diese Schule samt Internat nur die besten Sportler Thüringens dürfen.
"Die Entscheidung fiel nach Ende der vergangenen Saison aufgrund der sportlichen Leistungen", erinnert sich die fast 15-Jährige, die vorher das Gymnasium in Bad Königshofen besucht hatte und von einem Freund der Familie nach der Schule bis zu viermal in der Woche zum Training nach Oberhof gefahren wurde.

"Ich wollte es nicht anders"

Purer Stress für die junge Sportlerin, die für ihr Hobby bereitwillig das gewohnte Umfeld aufgab. Seit Mitte August ist die frühere Schwimmerin auf der Thüringer Elite-Schule, drückt die Schulbank mit anderen Biathleten, Rodlern und Langläufern. Und kommt im Winter nur noch alle drei bis vier Wochen ins Grabfeld zu den Eltern und den beiden Schwestern. "Ich wollte es nicht anders und habe mich nun mal für Biathlon entschieden, was mir nach wie vor großen Spaß macht. Außerdem sind meine Freunde ja nicht aus der Welt", nimmt es die Biathletin gelassen. Und fühlt sich im Internat mit den Erzieherinnen und diversen Freizeit-Möglichkeiten bestens aufgehoben. Zu ihren Freundinnen gehört eine weitere Sportlerin des WSV Oberhof, die ebenfalls in der Altersklasse-15 startet.

In der Schule stark verbessert

Der Trainingsumfang ist noch größer geworden. Jeden Tag wird nach der Schule in der Ski-Arena Oberhof trainiert. An den meisten Samstagen, manchmal auch an Sonntagen, finden Wettkämpfe statt. Die Fokussierung auf den Sport hat nicht nur in Sachen Biathlon Vorteile. "Valentina ist in der Schule sehr viel besser geworden", sagt Dieter Umhöfer, der Vater. Nur 13 Schüler sind in der 8. Klasse seiner Tochter. "In so einer kleinen Gruppe kann intensiver gelernt werden. Die Lehrer haben zudem Verständnis für den Sport", so die 14-Jährige, die an diesem Wochenende einen wichtigen Wettkampf in Clausthal-Zellerfeld hat.

In der Bergstadt im Oberharz findet der Schüler-Cup mit starker Konkurrenz statt. Eine Platzierung unter den Top-15 soll es dann schon sein. Das Schießen ist nach wie vor die Parade-Disziplin von Valentina, die sich im Läuferischen dank des umfangreichen Trainings verbessern konnte. In Sachen Ausrüstung aber keine finanziellen Vorteile durch das Sportgymnasium hat und weiter auf die Unterstützung der Familie bauen muss, "weil ich leider keinen Sponsor habe". Dass beim Schüler-Cup drei Wachser dabei sind, ist für die jungen Sportler ein echter Luxus.

Richtiges Biathlon

Um am Sportgymnasium bleiben zu dürfen, müssen sowohl sportlich wie auch schulisch die Leistungen stimmen. Außerdem wird ab der Altersklasse-16 nicht mehr "nur" mit dem Luftgewehr, sondern mit einer Kleinkaliber-Waffe geschossen. Auf Scheiben, die nicht mehr zehn, sondern 50 Meter entfernt vom Schützen sind. Dann ist das Gewehr während des Laufens auf dem Rücken des Athleten, und nicht in Waffen-Ständern am Schießstand. Wieder eine neue Herausforderung. Martin Fourcade hat gezeigt, wohin Beharrlichkeit führen kann.

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