Bad Kissingen
Eishockey

Wirrwarr im Eishockey-Regelwerk

Die erste Niederlage der Kissinger Wölfe in der Aufstiegsrunde fällt happig aus. Der ESC Haßfurt gewinnt, bleibt aber punktlos - vorerst.
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Was sie vom Bayerischen Eissportverband halten, brachten die Fans der Haßfurter "Hawks" vor Spielbeginn deutlich zum Ausdruck. Sie stehen zu 123 Prozent hinter den vier ESC-Kontingentspielern Daniel Hora (Rückennummer 3), Jan Trübenekr (21). Michal Babkovic (38) und Jakub Sramek (61).Ralf Naumann
Was sie vom Bayerischen Eissportverband halten, brachten die Fans der Haßfurter "Hawks" vor Spielbeginn deutlich zum Ausdruck. Sie stehen zu 123 Prozent hinter den vier ESC-Kontingentspielern Daniel Hora (Rückennummer 3), Jan Trübenekr (21). Michal Babkovic (38) und Jakub Sramek (61).Ralf Naumann

"Wir haben gut gekämpft. Der Geist in der Mannschaft ist einfach super mit dem richtigen Willen zum Sieg. Das und Benni Dirksen haben den Unterschied gemacht", schwärmte Wölfe-Trainer Mikhail Nemirovsky nach dem 4:0-Erfolg beim EHC Klostersee. Das war allerdings Mitte Oktober gewesen. Zwei Spiele später sieht die Bilanz gegen die Grafinger eher düster aus. Das Rückspiel verloren die Unterfranken mit 0:5. Das alles nach nur zwei Dritteln, weil das Spiel aufgrund eines Defektes der Eismaschine nach der zweiten Pause hatte abgebrochen werden müssen. Im dritten Vergleich kassierten die Bad Kissinger bei den Oberbayern am Sonntag gar sechs Gegentore, trafen selbst kein einziges Mal, was gleichbedeutend ist mit der ersten Niederlage in der Aufstiegsrunde nach zuvor drei Siegen. Bereits am Freitag hatte der EHC Klostersee Schlagzeilen produziert bei der 4:5-Niederlage nach Verlängerung beim SC Riessersee, der damit erstmals nicht die kompletten drei Punkte gutgeschrieben bekam.

Zu viele Strafzeiten

Im ersten Drittel hatten die Wölfe, die wieder auf Igor Filobok zurückgreifen konnten, das Duell der Aufsteiger noch offen gehalten bei nur einem Gegentreffer, ehe der Gegner im Mittelabschnitt vorentscheidend auf 4:0 davonzog und mit einer starken Leistung das halbe Dutzend vollmachte. "Wir haben zwar ordentlich begonnen, aber im Gegensatz zu den letzten Spielen kaum Druck aufs gegnerische Tor ausüben können. Im zweiten Drittel haben wir uns zu viele individuelle Fehler erlaubt und zu viele Strafzeiten kassiert, die uns das Genick gebrochen haben. Die Umstellung der Reihen im Schlussdrittel hat auch nicht die erhoffte Wirkung gebracht", sagte Daniel Wehner aus der Wölfe-Führungsriege in der Pressekonferenz. Ein Loblied auf seine Mannschaft sang dafür EHC-Coach Dominik Quinlan, sprach zurecht von schönen Spielzügen, wunderbaren Toren und einer rundum gelungenen Vorstellung, die EHC-Goalie Dominik Gräubig einen "Shut-out" bescherte vor den offiziell 338 Zuschauern. Anspruchsvoll geht es nun weiter für die Kissinger Wölfe mit dem Auftritt am Freitag beim SC Riessersee und dem Heimspiel am Sonntag gegen den EV Füssen. Zum Spiel im traditionsreichen Olympia-Eissport-Zentrum von Garmisch Partenkirchen setzt der Verein einen Fanbus ein.

Auf ein erfolgreiches Wochenende blicken derweil die Mighty Dogs des ERV Schweinfurt zurück, die erstmals in dieser Saison an einem Wochenende die maximale Punkteausbeute einsackten mit den Siegen gegen die Landesligisten EV Moosburg (5:1) und den EV Fürstenfeldbruck (10:0). Damit verbesserten sich die Mainstädter auf den dritten Platz, der den Klassenerhalt bedeuten würde.

In der Vorstandsetage des ESC Haßfurt nimmt man es weiter in Kauf, trotz siegreicher Spiele am Ende der Verzahnungsrunde möglicherweise mit null Punkten dazustehen. Die vier Kontingentspieler des ESC Haßfurt werden wenn möglich weiterhin gleichzeitig auflaufen "Wir ziehen das jetzt natürlich durch", zeigte sich ESC-Sprecher Andreas Kurz nach dem 10:3-Kantersieg der Hawks am Sonntag gegen Dorfen, der wohl wieder in ein 0:5 umgewandelt wird, entschlossen. "Natürlich kann sich das aber auch ändern, falls eine komplett neue Sachlage eintritt. Danach sieht es im Moment aber nicht aus." Der Sprecher für den Gesamtvorstand hofft auf eine zeitnahe Gerichtsentscheidung in Sachen Durchführungsbestimmungen des Bayerischen Eissportverbandes (BEV). "Dann erwarten wir, dass die Spiele gewertet werden, wie sie gespielt wurden." Bis dahin dürfen sich die Eishockeyfans noch zwei Tabellen einprägen. Und in der offiziellen liegt der ESC Haßfurt mit null Punkten und einem Torverhältnis von 0:20 weiter ganz am Ende.

Irrtum Große Verwirrung in der Eishockey-Szene, als es am Freitag in die Verlängerung ging beim Spiel des SC Riessersee gegen den EHC Klostersee. Denn die sollte laut Anweisung des Hauptschiedsrichters über maximal zehn Minuten gehen mit einem 4 gegen 4 und nicht wie üblich über fünf Minuten bei einem 3 gegen 3. "Wir müssen leider bestätigen, dass sich der Schiedsrichter da geirrt und somit eine klare Regelbeugung begangen hat. Spiele der Verzahnungsrunde sind laut Regelwerk keine Playoff-Spiele, weswegen es dabei bleibt, dass die Verlängerung über 5 Minuten geht bei einem 3 gegen 3", bestätigt Barbara Glatz von der Spielberichts-Prüfstelle im Bayerischen Eishockey-Verband. Inzwischen wurden beide Vereine angehört und wurden um eine Stellungnahme gebeten, ob das Spiel wiederholt werden soll oder das Ergebnis akzeptiert wird. "Solange ist dies ein schwebendes Verfahren, über das wir auch intern beraten", so Barbara Glatz. Der Siegtreffer des Oberligisten fiel übrigens 1,6 Sekunden vor Ende der Verlängerung. Da nach fünf Minuten also kein Tor gefallen war, hätte das Spiel regulär durch Penaltyschießen entschieden werden müssen.js

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