Premich

Udo Loibersbeck ist Premichs Allzweckwaffe

Der Vorsitzende der DJK-SV wird vom Bayerischen Fußballverband für sein Engagement im Verein als Kreissieger ausgezeichnet.
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Ehrenamts-Kreissieger: Udo Loibersbeck von der DJK-SV Premich. Foto: Jürgen Schmitt
Ehrenamts-Kreissieger: Udo Loibersbeck von der DJK-SV Premich. Foto: Jürgen Schmitt

Wer Udo Loibersbeck kontaktieren will, kann es natürlich bei ihm daheim versuchen. Oder halt am Sportplatz der DJK-SV Premich. Es ist wohl eine Mischung aus Verantwortungsbewusstsein und der Freude am Handwerken, die den 52-Jährigen derart an den Verein bindet. Engagement, das jetzt in besonderem Maße gewürdigt wurde, denn Udo Loibersbeck wurde vom Bayerischen Fußballverband als Ehrenamts-Sieger für den Fußballkreis Rhön ausgezeichnet.

Dass die Heimatzeitung dies würdigt, freut den Vorsitzenden der DJK-SV Premich einerseits. Andererseits will der gelernte Gas- und Wasserinstallateur, der jetzt bei Siemens in Bad Neustadt arbeitet, kein großes Aufhebens um seine Person machen. Der verheiratete Familienvater ist einer, der vorausgeht, der anpackt. Aktuell wird die Sportheim-Küche auf Vordermann gebracht. "Ich bin leidenschaftlicher Handwerker. Und wenn ich was anfange, mache ich es auch fertig", sagt Loibersbeck, der schon als Bub die Fußballstiefel für seinen Heimatverein schnürte, noch als Mitvierziger kickte und mittlerweile seit 14 Jahren in der Führungsriege des Vereins ist, seit acht Jahren an der Spitze. "Ich hätte mir nie vorstellen können, mal ganz vorne zu stehen. Das war aber notwendig, um den Verein am Leben zu erhalten nach dem Ende der Amtszeiten von unserem langjährigen Vorsitzenden Adolf Schmidt sowie von Sandro Kirchner. "

Hobby und Bewegungstherapie

Bei den letzten Neuwahlen wollte Udo Loibersbeck nicht mehr antreten, "dann haben sich aber drei junge Mitglieder bereit erklärt, Verantwortung zu übernehmen. Damit hatte ich nie gerechnet. Darunter ist auch ein Handwerker, der für mich eine riesen Stütze ist." Umso bewundernswerter, dass der gebürtige Premicher nunmehr im siebten Jahr Schiedsrichter ist, Spiele bis zur Kreisklasse leitet. "Das ist Hobby und Bewegungstherapie in einem", schmunzelt Loibersbeck. Was schwieriger zu leiten sei - der Verein oder ein Fußballspiel? "Der Verein ist natürlich die größere Herausforderung. Die Aufgaben sind vielfältiger und die Mitstreiter sind dünn gesät", sagt der Fan der Gladbacher-Fohlenelf, der bei der DJK-SV schon immer eine Art Allzweckwaffe, unter anderem elf Jahre Jugendbetreuer war. Und der, wenn Not am Mann ist, auch den Rasen mäht und sich nicht zu schade zum Klinkenputzen ist auf der Suche nach Helfern.

"Wenn man 40 Jahre im Verein ist, lässt man das alles nicht fallen. Auch die SG läuft richtig gut, unter den Fußballern wie unter den Vorständen", spricht Loibersbeck die Spielgemeinschaft mit der DJK Langenleiten an. Im Nachwuchsbereich tut sich ebenfalls einiges beim 350 Mitglieder starken Verein. Unter Premicher Regie beteiligt sich eine U13-Mannschaft am Spielbetrieb, seit Sommer wird eine U7 aufgebaut, sehr erfolgreich läuft das BFV-Projekt "Ballbina kickt". Das Vereinsleben bereichert zudem die Dart-Abteilung mit drei aktiven Mannschaften sowie das Frauen- und Mädchenturnen samt der besonders im Fasching aktiven Purzelgarde.

Felix Magath getroffen

"Im Verein geht eigentlich alles über den Udo, an dem trotz der Unterstützung vieles hängen bleibt. Er steht jedem mit Rat und Tat zur Seite und hat diese Ehrung mehr als verdient", sagt mit Nico Schlesinger der Abteilungsleiter Sport. Für die Verbandsehrung vorgeschlagen wurde Loibersbeck von Christian Häfner, dem in Schweinfurt wohnenden Ehrenamtsbeauftragten des Vereins, der den Kreissieger nach München begleitete zur Preisverleihung im Varieté-Theater.

"Das war richtig gut aufgezogen mit Showeinlagen, der Laudatio von Felix Magath und der Vorstellung aller 22 Kreissieger, unter denen beeindruckend viele junge Leute waren", sagt Loibersbeck, der im BFV-Ranking den sechsten Platz belegte, damit knapp eine Geldprämie für den Verein verpasste. Dafür kommt der Premicher in den Genuss einer Länderspielreise und wird in den "Club 100" des Verbandes aufgenommen. Dazu gibt es diverse Sachpreise für den Verein. "Damit jedes Wochenende überall in Bayern der Ball rollen kann, ist viel Arbeit im Hintergrund notwendig. Und nicht selten stecken dahinter Familien, die über mehrere Generationen hinweg für den Fußball und ihre Vereine leben", erklärte BFV-Präsident Rainer Koch. Was Udo Loibersbeck unterstreicht, "weil es in der Familie einen Partner braucht, der hinter einem steht. Und den habe ich mit meiner Frau."

Langeweile? So etwas kennt Udo Loibersbeck nicht. "Dafür habe ich keine Zeit..."

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