Ramsthal
Laufsport

Titel-Hattrick beim Saaletal-Marathon

Der 37-Jährige gewinnt zum dritten Mal in Folge beim SV Ramsthal.
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Startschuss zum Saaletal-Marathon des SV Ramsthal.ssp
Startschuss zum Saaletal-Marathon des SV Ramsthal.ssp
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Fast schon tiefenentspannt wirkte Markus-Kristan Siegler beim Interview mit Sprecher Jürgen Kunkel. Und das nur wenige Sekunden nach seinem Hattrick: Soeben hatte der Läufer von der LG Erlangen zum dritten Mal in Folge den Saalezeitung-Marathon gewonnen mit der Siegerzeit von 2:50 Minuten. "Eigentlich wollte ich zwei Minuten schneller sein, aber ich fühle mich besser als im vergangenen Jahr. Diesmal musste ich nicht ans Limit", sagte der 37-Jährige beim Weglächeln der Strapazen: "Hier in Ramsthal geht es entweder rauf und runter oder es ist Gegenwind. Manchmal gibt es auch beides auf einmal."

Was passte, war das Wetter. Frühlingshaft waren die Temperaturen am Samstagmorgen, und die Sonne sollte ein dauerhafter Begleiter sein für die insgesamt 545 Teilnehmer an den verschiedenen Läufen des Saaletal-Marathon. Der schnellste Läufer auf der Halbmarathon-Distanz war Peter Höhne, der nach 1:20 Stunden die Arme nach oben reißen durfte. "Super zufrieden auf dieser anspruchsvollen Strecke" war der Athlet vom TLV-LT Eichenzell hernach bei seiner Premieren-Teilnahme in der Vorbereitung auf den Freiburg-Marathon, wo der Hesse eine Zeit von 2:45 Stunden anpeilt.

Auch dem zweitplatzierten René Amtmann hatte die mit Höhenmetern gespickte Strecke alles abverlangt. "Das war mitunter schon ordentlich matschig und rutschig, und der Gegenwind auf dem letzten Stück war echt hart", sagte der Läufer vom TSV Thüngersheim, dessen braun-gesprenkelte Körper-Rückseite so einige Rückschlüsse gab hinsichtlich des Untergrunds. Neu im Strecken-Angebot war ein zwar kurzer, aber extrem knackiger Anstieg bei Arnshausen aufgrund der Sperrung der kleinen Bahnbrücke oberhalb des Golfplatzes.

Internationalen Charakter hat der Saaletal-Marathon bekanntlich, diesmal mit Beteiligung aus Russland und England. Sowie aus Belgien. Aus einem Dorf in der Nähe von Antwerpen hatten gleich neun Läufer die 600 Kilometer lange Anfahrt auf sich genommen. "Seit 15 Jahren nehmen wir an Laufveranstaltungen irgendwo in Deutschland teil, diesmal haben wir uns eben für Ramsthal entschieden", sagt Jan Verbeke, der mit seiner Crew in Schweinfurt übernachtet hatte. "Die Gegend hier ist wirklich schön, aber der Lauf war schwer", übersetzte Verbeke für einen seiner Halbmarathon-Läufer, die freilich wussten, was auf sie zukommt aufgrund der Internet-Recherche zum Streckenprofil.


Nordlicht mit Lokalkolorit

Vermeintlich ein Norddeutscher hatte den Zehnkilometer-Lauf für sich entschieden: Simon Ernst von der LG Bremen nämlich, der sich im Gespräch als waschechter Unterfranke entpuppte. "Ich arbeite als Lehrer in Bremen, bin aber eigentlich aus Gerolzhofen, wo ich gerade meine Familie besuche. Es sind ja Osterferien", so der 30-Jährige, der auch eine Zeit lang für den TSV Münnerstadt aktiv war, an der Lauer gewohnt hat. 100 bis 140 Kilometer läuft Simon Ernst derzeit pro Woche in der Vorbereitung auf den Hamburg-Marathon. Für den Wahl-Bremer war es bei seiner ersten Teilnahme in Ramsthal ein Start-Ziel-Sieg angesichts der 25 Sekunden Vorsprung auf Benedikt Reitwießner. "Der lange Anstieg zu Beginn war schon schwierig, aber das ist ein schöner Lauf. Vor allem die Serpentinen runter durch die Weinberge haben Spaß gemacht."
Ihren Spaß hatten auch die jugendlichen Flüchtlinge aus der Berufsschule in Garitz. "Wir hatten im Lehrergremium die Idee, die Jungs hier in Ramsthal starten zu lassen. Es ist zwar immer etwas schwierig, die Schüler aus Münnerstadt, Motten oder Hassenbach abzuholen, aber die Jungs sind wirklich mit großer Leidenschaft dabei. Und für die Integration der Kinder ist das eine super Sache", sagt Brigitte Ressel.


Eine innige Umarmung

Zu den ältesten Teilnehmern in Ramsthal gehörte Gerhard Schumm (AK 70) vom TV Bad Brückenau, der sich mit letzten Kräften über die Ziellinie geschleppt hatte, nicht zuletzt dank der Begleitung von Antje Höver vom ausrichtenden SV Ramsthal, die wie all die anderen Zugläufer auf der Strecke eine moralische Unterstützung war. Als Dank gab es eine innige Umarmung. Der Saaletal-Marathon steht für guten Sport - aber eben auch für ganz viel Herz.

Zahlenspiele

110 Nachmeldungen hatte es in diesem Jahr beim Saaletal-Marathon gegeben - ein Rekord.

600 Kilometer Anfahrt hatte die belgische Läufergruppe aus der Nähe von Antwerpen.

Marathon Männer 1. Markus-Kristan Siegler (LG Erlangen), 02:50:41; 2. Daniel Schmidt (SC Ostheim/Rhön) 02:58:28; 3. Frank Wagner (Rennsteiglaufverein LG Süd) 3:02:58; 4. Jürgen Kneuer (TSV Waigolshausen) 03:09:18; 5. Marcu Baldauf (Rennsteiglaufverein LG Süd) 03:13:45, 6. Frank Steinbrenner (ohne Angabe) 03:15:44; 7. Ludwig Schraud (RV Viktoria Halsheim) 03:17:13; 8. Tobias Winkler (der-marathon-toby) 03:22:51; 9. Thomas Schiller (MTV Kronberg) 03:29:49; 10. Matthias Schmitt (LG Würzburg) 03:31:21.

Marathon Frauen
1. Jana Seel (HK Team Mambo); 04:04:21; 2. Saskia Anschütz (TSV 1950 Gotha) 04:06:26; 3. Nina Stein (TV Breitenbach) 04:11:37; 4. Melanie Klein (TSV Waigolshausen) 04:24:50; 5. Bernadette Obermaier (Klinik Bavaria Bad Kissingen) 4:30:24; 6. Heike Renninger (TSV Reiterswiesen) 04:44:24; 7. Karin Vogelmann (lt sc selters) 04:54:10; 8. Kristina Wunsch (Laufclub Rudolstadt) 04:59:53; 9. Melanie Kaiser (ohne Angabe) 05:01:19; 10. Jule Schilling (DJK Oberschwarzach) 05:04:22.

Halbmarathon Männer 1. Peter Höhne (TLV-LT Eichenzell) 01:20:41; 2. Rene Amtmann (TSV Thüngersheim) 01:23:43; 3. Konstantin Jung (SG Sparkasse Mainfranken) 01:29:51; 4. Christian Körber (TG Schweinfurt) 01:30:06; 5. Rainer Kirchner (TDM Bamberg) 01:32:25; 6. Steffen Stark (Riesrand Läufer) 01:32:50; 7. Thomas Klein (TSV Waigolshausen) 01:34:52; 8. Nico Mühling (TSV Mellrichstadt) 01:35:19; 9. Wolfgang Müller (SC Ostheim/Rhön) 01:35:20; 10. Maximilian Minges (Teutonia Gaustadt) 01:35:20.

Halbmarathon Frauen
1. Julia Friedrich (TLV-LT Eichenzell) 01:42:33; 2. Eva-Maria Schmitt (TSV Rannungen) 01:44:00; 3. Korinna Lerch (TV/DJK Hammelburg) 01:48:38; 4. Kerstin Schmitt (TV/DJK Hammelburg) 01:50:15; 5. Julia Walter (ohne Angabe) 01:50:56; 6. Karin Ebner (ohne Angabe) 01:51:37; 7. Karina Steffan (TSV Karlstadt) 01:52:18; 8. Gonny Laterveer (Klinik Bavaria Bad Kissingen) 01:55:12; 9. Carmen Krebs (TSV Karlstadt) 01:57:20; 10. Anke Braun (Ingenieurteam Gbr) 01:57:44.

10-Kilometer Männer 1. Simon Ernst (LG Bremen Nord) 34:45; 2. Benedikt Reitwießner (Team twenty six Roth) 35:09; 3. Moritz Holland (Rennsteiglaufverein) 35:24; 4. Hannes Spahn (SG Sparkasse Mainfranken) 35:22; 5. Christian Dürr (TV Ochsenfurt) 35:37; 6. Markus Veth (TSV Rannungen) 36:08; 7. Steven Brodführer (ohne Angabe) 39:16; 8. Galab Tesfalem (Staatliche Berufsschule Bad Kissingen) 39:16; 9. Werner Weth (SV Vasbühl) 39:51; 10. Frank Schwehla (LG Karlstadt) 40:34.

10 Kilometer Frauen
1. Carola Ziegler (VfR Burggrumbach) 45:45; 2. Ida Göbel (VfR Burggrumbach) 47:06;3. Karin Brunner (TLV-LT Eichenzell) 49:20; 4. Hanna Hoffmann (SV Herschfeld) 49:40; 5. Stefanie Sauer (TSV Münnerstadt) 51:33, 6. Carmen Haberland (TV/DJK Hammelburg) 53:31; 7. Elisabeth Buckreus (Lauffeuer Chiemgau) 54:44; 8. Andrea Demmler (TSV Karlstadt Triathlon) 54:53; 9. Martina Voll (ohne Angabe) 56:15; 10. Manuela Riegler (ohne Angabe) 56:33.

Alle Ergebnisse finden sich unter www.saaletal-marathon.de


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