Thulba
Interview

Thulba und Familie sind Timm Mangers Heimat

Timm Manger hat für den FC Thulba fast 600 Spiele absolviert und knapp 300 Tore geschossen. Doch neben Fußball gibt es etwas anderes, was ihm wichtig ist.
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Für Timm Manger - hier mit einem Torjägerpokal von 2003 - sind Fußball und Familie wichtig. Foto: S. Standke
Für Timm Manger - hier mit einem Torjägerpokal von 2003 - sind Fußball und Familie wichtig. Foto: S. Standke

T imm Manger ist ein Thulbaer Urgestein. Bis zum Ende der Saison fungiert der verheiratete, zweifache Familienvater noch als Spielertrainer bei der (SG) FC Thulba II/DJK Frankenbrunn. Im Interview sinniert der 38-Jährige über Fußball und warum es ihn doch noch einmal zu einem anderen Verein zieht.

Servus Timm, Du hast in der vergangenen Saison im Winter das Amt des Spielertrainers bei der (SG) FC Thulba II/DJK Frankenbrunn übernommen. Stand es auf dem Plan, ins Trainer-Metier einzusteigen?

Timm Manger: Geplant war der Einstieg als Trainer bei unserer 2. Mannschaft im Sommer 2018. Da sich der FC Thulba jedoch leider in der Winterpause vom damaligen Trainer Peter Mammitzsch trennte, bat mich Dietmar Werner, dass Amt sofort zu übernehmen. Ich war etwas überrascht, aber im Heimatverein die zweite Mannschaft zu übernehmen, war als Einstieg für mich einfacher, da ich Spieler und Umfeld gut kenne.

Man kann Dich ohne Wenn und Aber als eine "Frankonen-Legende" bezeichnen. Du hast alleine für die erste Mannschaft des FC Thulba stolze 595 Spiele bestritten und unfassbare 291 Tore erzielt. Also im Prinzip in jedem zweiten Match getroffen. Wolltest Du nie mal woanders kicken?

Nein, eigentlich nicht. Ich habe dem FC Thulba sehr viel zu verdanken und dort eine sehr gute Ausbildung genossen. In der Jugend konnte ich vier Meisterschaften feiern, im Seniorenbereich waren es fünf. Mit der ersten Mannschaft haben wir zwei Jahre in der Bezirksoberliga gespielt. Ab der C-Jugend war es mindestens Kreisliga oder höher. Zurückblickend kann ich sagen, bei einem sehr erfolgreichen Verein in der Region zu spielen. Somit, denke ich, habe ich alles richtig gemacht.

Kürzlich wurde bekannt, dass Du diesen Weg als Trainer bestreitest und kommende Saison bei der DJK Schondra auf der Kommandobrücke stehst. Wie kam es dazu?

Dadurch, dass meine Frau aus Schondra ist, besteht schon ein sehr langer Kontakt zur DJK. Ich habe mir in den vergangenen Jahren immer Heimspiele angesehen. Auch in der Zeit, in der wir zusammen in der Bezirksliga gespielt haben. In den letzten Jahren wurde ich immer mal wieder angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könnte, zu wechseln. Im letzten Winter hat mich Michael Schröter kontaktiert und sehr großes Interesse gezeigt. Bei gemeinsamen Gespräch, wurde mir das Konzept der DJK Schondra näher erläutert. Nach einer längeren Bedenkzeit habe ich mich dazu entschieden, den Schritt zu machen und nach Schondra zu gehen.

Dein Pendant bei der ersten Mannschaft, Victor Kleinhenz, meinte flunkernd, er hofft Du hättest bei seinen Trainingseinheiten gut aufgepasst, um sie bei Deiner künftigen Trainerstation anwenden zu können. Vicky ist ein aufgewecktes Kerlchen oder? Wie läuft die Zusammenarbeit in Thulba und Frankenbrunn zwischen erster und zweiter Mannschaft?

Man ist ja auch immer ein Stück weit vom Personal des Bezirksligakaders abhängig. Ja den einen oder anderen Spruch musste ich mir schon anhören..., aber das passt schon. Wir haben im Trainerteam - Vicky, Joachim "Rudi" Muth und ich - ein super Verhältnis untereinander. Auch die Verbindung zwischen Thulba und Frankenbrunn läuft meines Erachtens nach sehr gut. Beide Vereine profitieren voneinander. Die Zusammenarbeit zwischen 1. und 2. Mannschaft ist daher sehr eng, da wir gemeinsam trainieren. Auch stehen regelmäßig Spieler der 2. Mannschaft im Kader der Ersten und umgekehrt. Aufgrund von Verletzungsmiseren in beiden Mannschaften war der Austausch in der Vorrunde jedoch auf ein Minimum reduziert. Dadurch, dass Spieler der 1. Mannschaft 15 Tage nicht im Startaufgebot gestanden haben dürfen, um in der Zweiten Mannschaft spielberechtigt zu sein, erschwert die Unterstützung von oben. Aber wir wollen uns nicht beschweren, es könnte schlechter sein...(grinst) Abschließend zum Vicky noch ein, zwei Worte. Neben André Betz, ist er der Trainer, von dem ich am meisten gelernt habe. Sei es vom Taktischen, als auch vom Menschlichen. Die Zusammenarbeit macht mir viel Spaß. Ich kann viel von ihm lernen, auch wenn er fast zehn Jahre jünger ist.

Kommen wir zum aktuellen Spielgeschehen. Vergangenes Wochenende habt ihr in Römershag 3:3 gespielt. Da habt ihr nach einer knappen Stunde 3:0 geführt, ehe Römershags Spielertrainer James Galloway einen Hattrick markierte. Was war da los?

Wie es im Fußball halt so läuft: Man führt 3:0 und fühlt sich als sicherer Sieger, fährt Konzentration und Engagement zurück und kassiert den Anschlusstreffer. Dadurch kam bei uns die Verunsicherung und Römershag fand zurück ins Spiel. Dass wir kurz vor Schluss noch den Ausgleich kassieren, war bitter, aber nicht unverdient. Gerade bei Standards hat es das ein oder andere Mal gebrannt. Ich denke, das Unentschieden war gerecht. Bei den schwierigen Platzverhältnissen wurde teilweise richtig guter Fußball geboten.

Es schaut nach einer bequemen Restrunde aus, da nach vorne und hinten nichts passieren kann. Wie bewertest Du die bisherige Saison?

Eher durchwachsen. Der momentane 10. Platz ist nicht zufriedenstellend. Ich will auf jeden Fall wieder in die obere Tabellenhälfte. Die bisherigen Leistungen waren sehr schwankend. Mal gut, wie am Anfang der Saison beim 3:0-Sieg gegen Stangenroth oder das 2:2-Unentschieden gegen Schondra, mal schlecht wie die Niederlagen gegen Elfershausen (2:4) und Machtilshausen (0:9). Vielleicht fehlt teils die nötige Spannung aufgrund der Tabellensituation; aber eine Platzierung wie in der Vorsaison peilen wir schon an.

Wer wird Meister?

Mein Tipp ist Oberthulba. Die spielen den besten Fußball in der Liga.

Am Wochenende geht es gegen den FC Elfershausen. Mit einem Sieg könnt ihr in der Tabelle an ihnen vorbeiziehen. Das Hinspiel ging wie erwähnt mit 2:4 verloren. Was macht ihr diesmal besser?

Mehr Kampf. Mehr Leidenschaft. Mehr Engagement. Diese Tugenden haben wir im Hinspiel vermissen lassen. Es war eines unserer schlechtesten Spiele. Wenn wir Samstag so spielen wie die ersten 60 Minuten letztes Wochenende, sollte es mit dem ersten Dreier 2019 klappen.

In Thulba hast Du Höhen und Tiefen mitgemacht, viele Trainer kommen und gehen sehen. Gibt es den einen oder anderen von dem Du Dir was abgucken konntest?

Ja das waren Einige. Vor allem viele unterschiedliche Charaktere. Da nimmt man von jedem etwas mit. Zurückblickend ist mir Philipp Drilling in guter Erinnerung geblieben. Er war immer ruhig in seiner ganzen Art, auch wenn es mal hitziger wurde. Wie zuvor erwähnt, konnte ich von André und Vicky viel Hilfreiches aufschnappen, welches ich in Zukunft anwenden kann.

Haben sich die Trainingsinhalte im Vergleich zu früher geändert?

Aufgrund der unterschiedlichen Spielsysteme von früher und heute, sprich früher mit Libero und heute mit Kette, gibt es Änderungen, was das Training betrifft. Aber es gibt auch Parallelen in gewissen Bereichen, gerade was das Konditionstraining angeht. Gewichteschlitten und Medizinbälle sind immer noch Bestandteile der Trainingseinheiten. Wobei man mittlerweile viel Lauftraining mit dem Ball absolvieren kann, was den Spielern mehr Spaß macht.

Auf dem Platz hattest Du eine ganze Menge an Gegenspielern und Mitspielern gehabt. Wer war der unangenehmste Gegner und mit wem hast Du am liebsten gekickt?

Da fällt mir vor allem Matthias Kessler vom TSV Wollbach ein. Gegen ihn habe ich immer schlecht ausgesehen. Spielern mit denen ich gerne spielte, gibt es viele... Da kann ich die ganze BOL-Truppe von damals nennen. Das war ein geiler Haufen. André Betz spielt ja, falls er es einrichten kann, gelegentlich noch bei mir mit. Auch mit Rudi Muth spielte ich gerne. Er hat unserem Spiel die nötige Ruhe verliehen. Meine Truppe macht aber auch viel Spaß. Wir haben eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern.

Es wird gemunkelt, es gäbe von Dir die eine oder andere Anekdote aus Mannschaftsabenden nach Spielerversammlungen am Donnerstag? Plauder doch mal... Bleibt man heute bei Euch noch länger sitzen oder leeren sich die Sportheime?

Wenn man so lange dabei ist, gibt es die ein oder andere Geschichte, die man erzählen kann. Es gibt sicher Abende an denen man länger sitzt. Ich bin aber der Meinung, dass es früher noch etwas anders war. Es gab Zeiten, da war das Sportheim nach Heimspielen proppenvoll und die Spielnachbetrachtung hat immer sehr, sehr lange gedauert (schmunzelt). Lange Sport-heimabende sind bei mir selten geworden, aber die Jungs lassen es regelmäßig nach Heimspielen krachen - hab ich gehört (lacht).

Du bist verheiratet und hast zwei Kinder. Wie bringst Du das Trainer-Dasein, Beruf und Familie unter einen Hut?

Ich habe einen Job in einem Planungsbüro in Bad Kissingen, der macht mir Spaß, das passt. Fußball ist mein Hobby, das viel Zeit in Anspruch nimmt. Natürlich gibt es ab und an Diskussionen, aber meine Frau steht hinter mir; sonst könnte ich das nicht machen. Dafür bin ich ihr dankbar. Ich verbringe viel Zeit mit der Familie, da kann ich von Beruf und Fußball gut abschalten.

Wenn Du trotzdem mal Zeit hast...auf welchen Sportplätzen der Region würde man Dich sehen?

Seit zwei bis drei Jahren gehe ich selten auf Sportplätze. Ab und an schaue ich mir die Heimspiele unserer 1. Mannschaft an. Früher bin ich nach Fuscht oder Ramsthal gefahren, wenn es gegen interessante Gegner ging.

Eine Frage zum Spitznamen "Bommel". Wie entstand der?

Er ist auf die Comic-Serie "Otto`s Ottifanten" zurückzuführen. Der Vater von "Baby Bruno" hieß "Paul Bommel". Wir trafen uns als Jungs mal im Dorf und ich kam zu spät. Als Grund sagte ich, ich hätte im Fernsehen "Paul Bommel" fertig geschaut. So hatte ich diesen Namen weg.

Du hast vorgeschlagen, das Foto bei Dir daheim zu machen. Warum?

Bei meiner Familie zu sein, mit den Kids spielen, im Garten werkeln. Zu Hause fühle ich mich einfach am Wohlsten.

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