Maßbach
Tennis

Tennisboom beim Maßbacher Nachwuchs

30 Kinder sind in den vergangenen beiden Jahren dank intensiver Werbung hinzugekommen. Das scheint bitter nötig zu sein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Trainer Rachid Kossih und  Tereza Schmidova sind stolz auf ihren Nachwuchs beim TSV Maßbach.Jörg Dotzel
Die Trainer Rachid Kossih und Tereza Schmidova sind stolz auf ihren Nachwuchs beim TSV Maßbach.Jörg Dotzel
Der TSV Maßbach ist ein jung gebliebener Verein. Das liegt an der intensiven Nachwuchswerbung der vergangenen zwei Jahre. Durch Aktionstage, Flyer und direkte Ansprache im Kindergarten und der Grundschule wurden knapp 30 Kinder hinzugewonnen. Doch auch sonst passiert im Verein einiges. "Derzeit befinden sich rund 40 Jugendliche unter 21 Jahren im regelmäßigen Training", sagt Jörg Dotzel, Leiter der Tennisabteilung und Bezirkssportwart in Unterfranken. Diese Nachwuchsfülle ist auch nötig, sagt er. "Wir haben sechs Erwachsenen-Mannschaften im Spielbetrieb, davon fünf in der Bezirksliga oder höher." Das werde auf dem Niveau und in der Breite mittelfristig nicht zu halten sein. "Deswegen mussten wir was tun."


Ein Selbstläufer...

Inzwischen hat sich die Nachwuchs-Gewinnung verselbstständigt. "Das spricht sich herum, so dass es vorkommt, dass plötzlich in der nächsten Woche neue Kinder beim Training sind, die vorher noch nicht 'gecastet', durch andere Kinder aber dazu animiert wurden." Manchmal blickten Dotzel und Jugendwart Christoph Klement nicht mehr durch, wer jetzt eigentlich wo mittrainiert. "Da müssen wir unseren Plan rausholen und nachsehen", sagt der 48-Jährige schmunzelnd.
Da das eine oder andere Elternteil quasi als Nebeneffekt ebenfalls Mitglied wurde, ist die Mitgliederzahl trotz gleichzeitiger vereinzelter Austritte auf über 130 angestiegen. Das entspreche einem Anstieg von mehr als 20 Prozent seit 2016 und einem Allzeithoch.
Da Trainer Rachid Kossih im Sommer noch in Münnerstadt und Bad Königshofen trainiert, ist Dotzel froh, dass er dank seiner Kontakte und Vernetzung im Tennis mit der Tschechin Tereza Schmidova einen hervorragenden Ersatz für die langjährige beliebte Trainierin Belen Salvatierra gefunden hat. Letztere ist diese Saison wegen einer Handgelenks-OP nicht aus Argentinien nach Maßbach gekommen ist, um die 26 festen Trainerstunden pro Woche im Verein abzudecken.
Die 21-jährige Schmidova, die den Spagat zwischen Studium in Prag und dem Job als Trainerin im Mai und Juni gut gemeistert hat, spricht nicht nur sehr gut deutsch. Sie ist als ehemalige Erstliga-Aktive in Tschechien und der Slowakei sowie in der 2. Bundesliga für WB Würzburg auch eine hervorragende Spielerin. "Ohne Tereza wäre es nicht vorwärts gegangen, da Rachid sonst hätte seinen anderen Vereinen absagen müssen. Das wollten wir nicht", sagt Dotzel.


Auch der Landkreis profitiert

Da Schmidova auch in Eltingshausen und Reichenbach Trainings gibt, profitiert der ganze Tennis-Landkreis von der Konstellation. Insgesamt sind in Maßbach 80 Mitglieder jede Woche im regelmäßigen Training. Dazu kommen Privatstunden bei Kossih und Schmidova. "Rachid und Tereza machen das hervorragend, aber auch Belen hatte ihren Anteil an der erfreulichen Entwicklung", so Dotzel.
Darüber hinaus gibt es für Dotzel und Jugendwart Klement viel zu organisieren. Geduld und Durchhaltevermögen sind gefragt. "Manchmal ist es schon grenzwertig, alles in seiner Freizeit so zu organisieren, dass alles passt", sagt Dotzel. Und spricht fast von der Führung eines kleinen Unternehmens, auch wenn sich vieles nur im Sommer abspielt.


"Eine Katastrophe"

Gleichzeitig blickt der 48-Jährige auf den kommenden Winter und dem Wegfall der Tennishalle in Hambach seit letztem Jahr: "Eine Katastrophe für die Region." Denn seiner Meinung nach müssten die Kinder auch im Winter mehr spielen, um sich weiter zu entwickeln. Dank des Allwetter-Platzes in Maßbach kann man die Saison beim TSV wenigstens etwas verlängern. Auch wird in Maßbach mit Ausnahme des Augusts in den Sommer- und Pfingstferien trainiert, denn "einmal die Woche ist eh dünn". Natürlich sind sich sowohl Dotzel als auch Klement bewusst, dass nicht alle Kinder dabei bleiben werden und dass es ein langer Weg über die zwei Jugendmannschaften bis zu den Aktiven ist. "Aber wir müssen diesen Weg gehen, wir werden nicht jünger und wir werden sonst irgendwann keine Mannschaften mehr haben."


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren