Bad Kissingen
Tennis

TC RW Bad Kissingen: Ein großer Schritt in Richtung Zukunft

Dass der Trainer des TC RW Bad Kissingen, Daniel Albert, überhaupt mit dem Tennisspielen angefangen hat, ist dem Österreicher Thomas Muster zu verdanken.
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Daniel Albert hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Der Exil-Österreicher ist Tennistrainer beim TC Rot-Weiß Bad Kissingen.Jonas Schneider
Daniel Albert hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Der Exil-Österreicher ist Tennistrainer beim TC Rot-Weiß Bad Kissingen.Jonas Schneider
"Wir sind total glücklich, dass wir mit Daniel Albert den perfekten Trainer für uns gefunden haben", freut sich Klaus Beck, Vorstand des TC Rot-Weiß Bad Kissingen. Trainer sind die gefragte Ressource im Jugendtennisbereich. Mit der Verpflichtung von Daniel Albert macht der TC Rot-Weiß einen großen Schritt in Richtung Zukunft.

Daniel Albert stammt aus der Steiermark in Österreich. "Ich bin erst relativ spät zum Tennis gekommen. Mit 20 habe ich angefangen zu spielen. Damals war die Zeit von Boris Becker und Thomas Muster", erzählt der Grazer. Aus der Steiermark verschlug es den heute 46-Jährigen nach Bad Kissingen. "Damals bin ich nach Bad Kissingen gezogen, um meine Lehre als Koch in einem Hotel zu absolvieren und habe in Wollbach einen Tennistrainer kennengelernt. Deshalb hieß mein erster Verein TSV Wollbach." Im Jahr 1999 baute sich Familie Albert ihr Haus in Oberthulba. "Da Oberthulba einen Tennisverein hat, habe ich dort angefangen", sagt Albert, der auch in der aktuellen Saison noch beim TSV Oberthulba für die Herren 30 in der Bezirksklasse spielt.


Töchter motivieren Albert

Die Idee, Tennistrainer zu werden, kam Daniel Albert erst, als seine beiden Töchter begannen, den Schläger in die Hand zu nehmen. "Meine beiden Töchter Celina und Tabea spielten ebenfalls beim TSV Oberthulba. Ich war immer mal beim Training dabei und sah, dass es nicht so richtig vorwärts ging bei meinen Töchtern. Ich merkte, dass ich ihnen mehr zutrauen kann. Dann habe ich sie trainiert und auch noch einige andere Tennisgruppen betreut. Irgendwann bin ich dann auf die Idee gekommen, einen Trainerlehrgang anzufangen", sagt der Exil-Österreicher.

Vor vier Jahren kam Albert zum Lokalrivalen TSV Bad Kissingen: "Ich kannte Markus Wittek vom TSV. Er meinte zu mir, sie suchen einen Trainer und ob ich das machen kann." In der Zeit beim TSV Bad Kissingen hat Daniel Albert viel Anerkennung für seine Arbeit bekommen, deshalb war es für ihn auch zunächst nicht einfach zu wechseln. Schon vergangenes Jahr versuchte Klaus Beck, Daniel Albert für den TC Rot-Weiß zu verpflichten. "Erst habe ich abgelehnt, da ich Markus Wittek nicht im Stich lassen wollte", sagt der 46-Jährige, "aber als Markus zu mir meinte, er würde als Sportwart zum TC gehen, habe ich mich auf die Verhandlungen eingelassen." Somit machte Daniel Albert sein Hobby zum Beruf. Mittlerweile trainiert er vier Nachmittage pro Woche. Den Job als Koch hat er nach und nach aufgegeben.


Perfekte Abstimmung im Team

Mit Jugendwart Andre Säwert, Sportwart Markus Wittek und dem Vorstand Klaus Beck koordiniert Albert nun die Vereinsarbeit. "Wir sind ein kleines Team, das sich sehr gut abstimmt", sagt Albert. Das Hauptziel des TC ist es, bei den Jugendmannschaften gut aufgestellt zu sein. In der aktuellen Saison treten neun Jugendmannschaften für die Rot-Weißen an. Vorstand Klaus Beck sagt: "Je mehr junge Mannschaften wir stellen und je weniger Lücken wir in den Altersstufen lassen, desto attraktiver werden wir auch für bessere Spieler."
Daniel Albert ist beim TC RW klar auf die Jugend fokussiert: "Wir haben zwei Ziele: Zum einen wollen wir junge Menschen für den Tennissport begeistern, zum anderen möchten wir gerne unsere Jugendmannschaften aufbauen." Dazu hat der Tennisclub ein Konzept aufgestellt: In der Sinnberg-Grundschule ist der TC bei "Sport nach 1" vertreten und in Verbindung mit der Hennebergschule entstand ein Projekt, bei dem einmal im Monat der Sportunterricht als Tennisunterricht gestaltet wird. "Ich bin dann mit Bällen, Schlägern und Netzen an der Schule", erklärt Daniel Albert. Zudem wird ein Schnuppertag veranstaltet. Am 24. Mai bietet der TC Kindern die Möglichkeit, ein paar Stunden unter Anleitung Tennis auszuprobieren. "Wir haben dafür hundert Flyer gedruckt und uns für den Tag Programm ausgedacht. Die Kinder fliegen einem nicht zu, da muss man sich heutzutage schon anstrengen", sagt der TC-Vereinstrainer.


Nachwuchs-Probleme

Viele Vereine haben große Probleme, Nachwuchs zu finden. "In Bad Kissingen wird zudem fast alles Mögliche an Sportarten angeboten. Das Angebot ist viel größer als es Kinder gibt", sagt Vorstand Beck. Zudem sind die Jugendlichen immer öfter nachmittags noch im Unterricht. "Wenn ich in der Schule frage, welche Sportarten die Kinder machen, antworten mir die meisten Mädels, dass sie bei der Garde sind und bei Jungs ist nach wie vor Fußball am beliebtesten", sagt Albert.
Mit den Investitionen in die Zukunft versucht das TC-Team, dem Nachwuchsproblem entgegenzuwirken. Als Daniel Albert den TSV Bad Kissingen verließ, folgten ihm mehrere Jugendliche. "Klar ist es schön, als Trainer auch von den Kids die Anerkennung zu bekommen und dass viele Kinder mit mir gewechselt sind. Für den TSV ist das allerdings nicht so schön. Es gibt ja auch nicht viele Tennistrainer hier in der Gegend", sagt Albert, der auch weiterhin noch beim TSV Oberthulba Training gibt.

Seine Tochter Celina blieb der Damenmannschaft der U18 beim TSV Bad Kissingen erhalten: "Celina wollte noch beim TSV bleiben. Sie spielt richtig gut und ist in den letzten Jahren viermal Meister geworden", sagt der Vater. "Die schönsten Erfolge sind für mich zu sehen, wie Kids anfangen und dran bleiben. Wenn sie als Team zusammen bleiben, den freundschaftlichen Teamgedanken mit dem Leistungsgedanken verbinden können, dann habe ich zufrieden meine Ziele erreicht", sagt Albert.


Vom Hobby zum Beruf

Daniel Albert verfolgte nie den direkten Weg zum professionellen Tennistrainer. Schritt für Schritt und mit viel Einsatz für die Jüngsten hat er es geschafft, sich mit seinem Hobby seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und alles begann mit der österreichischen Tennislegende Thomas Muster, der wie Daniel Albert aus der Steiermark stammt. "Ich habe damals öfters Turniere mit Thomas Muster besucht. Einmal bei einem Turnier in München durfte ich mit meinem Idol ein paar Schläge machen. Das war etwas ganz Besonderes, mit dem Spieler, der mich zum Tennis gebracht hat, Bälle zu schlagen", schwärmt der Kissinger Neu-Trainer. Der TC Rot-Weiß kann sich also bei dem ehemaligen Weltranglistenersten aus Österreich bedanken, sonst hätte Daniel Albert vielleicht nie den Weg zum Tennis eingeschlagen.


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