Fuchsstadt
Spieler der Woche

Tayrell Kruppa: Ein Torwart als Torjäger

Am vergangenen Wochenende sorgte der 19-Jährige für überraschende Schlagzeilen - als dreifacher Torschütze.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit diesem (rechten) Schuh erzielte Fuchsstadts Keeper Tayrell Kruppa am vergangenen Wochenende gleich drei Tore. Foto: Jürgen Schmitt
Mit diesem (rechten) Schuh erzielte Fuchsstadts Keeper Tayrell Kruppa am vergangenen Wochenende gleich drei Tore. Foto: Jürgen Schmitt

Was für ein Wochenende war das für Tayrell Kruppa. Zum 3:3-Remis des FC Fuchsstadt im Landesliga-Spiel beim VfL Frohnlach steuerte der 19-Jährige zwei Tore bei. Als Joker. Und als eigentlicher Torwart. Keine 24 Stunden später wurde der Youngster ein drittes Mal von den Kollegen gefeiert, diesmal im Reserveteam. In den Nachwuchs-Teams des FC 05 Schweinfurt hat der gelernte Schreiner eine gute Ausbildung genossen, aber die "Beförderung" zum Torjäger kam dann doch gänzlich unerwartet.

Schildere doch mal, wie Du die beiden Treffer in Frohnlach selbst erlebt und in Erinnerung hast?

Tayrell Kruppa: Ganz ehrlich, ich kann das alles immer noch nicht glauben und schaue mir das Video von beiden Toren jeden Tag auf dem Handy an. Im Spiel selbst denkt man nicht so viel nach, ich stand halt immer richtig. Das erste Tor habe ich nach einer Ecke von Simon Bolz erzielt, so aus zehn, elf Metern. Der Ball ging genau in den Winkel. Beim zweiten Tor habe ich praktisch die selbe Stelle getroffen, diesmal nach einem Freistoß für uns. Der Ball blieb in der Mauer hängen, fiel mir vor die Füße. Dann habe ich mir die Kugel noch vom linken auf den starken rechten Fuß gelegt.

Du hast ja davor den 1:2-Anschlusstreffer von Dominik Halbig vorbereitet. Hast Du da schon gedacht, dass das Dein Tag werden könnte?

Da hatte ich den Ball im Strafraum bekommen, aber nie daran gedacht, dass ich ein Tor schießen würde. Deshalb habe ich auf Domi Halbig gepasst, der das dann überragend gemacht hat. Ob das mein Tag werden würde? Daran habe ich in dem Moment nicht gedacht. Ich hab' meine Mannschaft angefeuert und mich wieder auf mein Spiel konzentriert. Der Trainer hatte mir ja aufgetragen, ich solle zentral in die Spitze und schauen, was geht. Dass es so laufen würde, hat der Martin Halbig sicher auch nicht gedacht.

Ist das für Dich eine Art Karriere-Höhepunkt gewesen?

Das bei mir ist ja eine noch junge Karriere. So etwas zu erleben, ist auf alle Fälle ein Höhepunkt gewesen. Aber es soll auch nicht der letzte sein.

Warst Du denn in früheren Jahren mal Feldspieler oder entdeckst Du gerade selbst ungeahnte offensive Talente?

Torwart war ich eigentlich schon immer. Aber heutzutage muss man ja auch als Torwart am Ball etwas können. In dieser Saison hatte ich übrigens auch schon einen erfolgreichen Einsatz als Feldspieler im Totopokal gegen Euerbach/Kützberg. Beim 1:0-Sieg hatte ich nämlich den Siegtreffer erzielt.

Einen Tag nach Deinen beiden Toren gegen Frohnlach hast Du dann auch in der Reserve geknipst. Wieder als Joker. Da kamen doch sicher allerhand Glückwünsche und Sprüche.

Stimmt, es kamen wirklich sehr viele Glückwunsche von Freunden sowie aktuellen und ehemaligen Mitspielern. Aber auch die ein oder andere Frage, ob das alles wirklich stimmt. Ich habe dann zurückgeschrieben, dass ich das alles selbst nicht glauben kann.

Man hätte erwarten können, dass Du bei der Reserve im Tor stehen würdest. Was nicht der Fall war.

Ich wurde kurzfristig angerufen, ob ich denn Lust hätte, dabei zu sein. Und durfte mir aussuchen, ob ich draußen oder im Tor spiele. Ich habe mich dann für draußen entschieden, weil wir mit Simon Finke ja einen Torwart hatten, der zudem die Mannschaft besser kennt.

Zwei Spiele an einem Wochenende - keine Selbstverständlichkeit...

In der Jugend beim FC 05 Schweinfurt habe ich in verschiedenen Teams sechs bis siebenmal in der Woche trainiert. Fußball gehört zu meinem Leben und macht mir einfach Spaß. Außerdem finde ich es wichtig, seinem Verein zu helfen.

Du musst in der Baufirma Deines Vaters auch körperlich ran. Gibt Dir das Power für den Fußball oder würdest Du manchmal lieber die Füße hochlegen als zum Training zu gehen?

Klar, gerade im Sommer bei 35 Grad. Aber der Spaß und der Ehrgeiz, besser zu werden, sind einfach da. Daher würde ich nie auf die Idee kommen, einfach so ein Training abzusagen. Danach kann ich ja immer noch die Füße hochlegen.

Aktuell scheint Neuzugang Leon Zwickl im Tor die etwas besseren Karten zu haben. Wie bringst Du in der Landesliga-Elf Teamgeist und Konkurrenzkampf unter einen Hut?

Leon hat auch deshalb die Nase vorne, weil ich beruflich und urlaubsbedingt nicht immer beim Training sein konnte. Konkurrenzkampf bin ich aber auch von früher gewohnt. Jeder von uns gibt im Training sein Bestes. Die letzte Entscheidung trifft dann der Trainer.

Du wohnst in Schweinfurt, wärst in vielen Vereinen Stammkeeper, bist aber dennoch beim FC Fuchsstadt geblieben. Was sind die Gründe?

Das Team, der Verein - mir gefällt es beim FC Fuchsstadt. Außerdem profitiere ich enorm vom Torwarttraining mit Georg Hof.

Dein Vorname ist sehr ungewöhnlich. Gibt es dazu eine Geschichte?

Eigentlich nicht, den haben sich meine Eltern ausgedacht. Meine Mutter war früher viel in den USA, das kann natürlich eine Rolle gespielt haben.

Am Sonntag geht es in der Landesliga gegen den TSV Lengfeld. Wenn du die Wahl hättest: Würdest Du in der Startelf lieber als Torwart oder als Spieler stehen?

Selbstverständlich als Torwart. Ich muss jetzt abwarten, wie der Trainer die Situation einschätzt und aufstellt. Wenn es öfters vorkommt, dass ich erfolgreich draußen spiele, sollte man sich eine neue Position vielleicht überlegen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren