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Schützensport

Sportschützen: einfallsreich und gut aufgestellt

Als Jugendwart kümmert sich Benedikt Müller gezielt um den Nachwuchs im Schützengau Rhön-Saale.
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Jugendwart Benedikt Müller. Foto: Bastian Reusch
Jugendwart Benedikt Müller. Foto: Bastian Reusch

Ohne Jugend geht es nicht, schon gar nicht im Sport. Ein gut betreuter Nachwuchs sichert sowohl den Fortbestand selbst wie eine gleichbleibende Qualität einer Sportart. Für den Schützengau Rhön Saale kümmert sich Benedikt Müller um die nachkommende Schützenjugend. Der Elfershäuser kann bei seiner Aufgabe auf eine reichhaltige Erfahrung mit jungen Menschen in seinem beruflichen und privaten Leben zurückschauen, kam jedoch zu seinem Amt ein wenig wie die Mutter zum Kinde. Im April 2018 trat der 26-Jährige sein Amt als Jugendwart an, welches durch eine Rücktrittswelle in der damaligen Vorstandschaft vakant geworden war. "Es formierte sich dann eine neue Vorstandschaft, die jedoch für diese Amt niemand finden konnte. Dann kam man auf mich zu", sagte Müller, der nach kurzer Überlegung zusagte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits acht Jahre als erster Jugendleiter im Bürgerlichen Schützenverein Elfershausen auf dem Buckel, es war somit kein Sprung ins komplett kalte Wasser. "Ich hatte Glück, dass ich mein Hobby mit meinem Beruf verbinden konnte" sagt Müller, der als Ausbilder an der FOS in Würzburg auch dienstlich mit Jugendlichen zu tun hat. Sein Ziel sei es, irgendwann als Fachlehrer arbeiten zu können.

Dennoch kam mit der neuen Aufgabe ein erheblicher Mehraufwand auf Müller zu. Insgesamt 618 Jugendliche bis 27 Jahre, organisiert in 29 Vereinen fallen in seinen Zuständigkeitsbereich. "Ich bin im kompletten Schützengau und Bezirk Unterfranken unterwegs. Es kommen auch Einladungen von vielen Vereinen, die man dann selbstverständlich wahrnimmt", meint der Jugendwart.

Harmonische Zusammenarbeit

In den ersten Wochen prasselte viel auf den 'Neuen' ein. "Manchmal dachte ich mir schon, worauf ich mich da eingelassen habe." Doch spielte sich alles relativ schnell ein, die Vorstandschaft zeichnet sich aus durch eine gute und harmonische Zusammenarbeit. Neben der Vertretung der Jungschützen im Kreisjugendring und bei der kommunalen Jugendarbeit ist vor allem die Unterstützung der Vereine sowie die Wettkampfkoordinierung Hauptaugenmerk Müllers: "Es macht schon viel Spaß und es kommt auch Anerkennung. Aber dafür mache ich es natürlich nicht." Allerdings sei es für den Schützensport gar nicht so einfach Nachwuchs zu gewinnen, da man erst mit zwölf Jahren wirklich damit beginnen darf. "Dann sind halt viele schon beim Fußball oder der Feuerwehr aktiv", so Müller. Lediglich beim Bogenschießen darf man schon in jüngeren Jahren beginnen. "Unsere Sportgeräte sind auch Waffen, da muss man ein aufpassen, beispielsweise bei der Schießstandaufsicht."

Für den Einstieg stellen die Schützenvereine aus Eigenbeständen in den verschiedenen Schützenhäusern die notwendige Ausrüstung inklusive passender Schutzkleidung. Bei zunehmender Aktivität schaffen sich die Schützen das nicht billige Equipment selbst an.

Vielfältig versucht man die Jugend zu begeistern. Ein ganz wichtiger Punkt stellt für den Jugendwart das jährliche sommerliche Ferienprogramm in den Einzelgemeinden dar: "Man darf nicht einfach nur Luftgewehrschießen anbieten, sondern muss das unter ein gutes Motto stellen." Ebenso gehe man im Jugendbereich mit Schützengemeinschaften, die ähnlich funktionieren wie Spielgemeinschaften beim Fußball, neue Wege, um dem Nachwuchs etwas zu bieten. Falls man doch in arge Bedrängnis kommt, gibt es die Möglichkeit, die Jugendlichen bei den Erwachsenen mitschießen zu lassen. "Das finde ich aber nicht so gut, da der Altersunterschied einfach zu groß ist", meint Müller. In Gänze gesehen stehe der Schützengau Rhön Saale im Nachwuchsbereich nicht gut da, wenig junge Leute finden im Vergleich zu anderen Gauen den Weg zum Schützensport. Jedoch ist das kein reines Problem des Schießsports. Allerdings gehe laut Müller die Kurve wieder leicht nach oben. Von Seiten des Schützengaus jedenfalls tue man alles, um die Nachwuchsgewinnung vor allem auf den Dörfern wieder etwas einfacher zu machen.

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