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Sportrichter Ressel spielt sein Endspiel

Mit Rudolf Ressel nahm ein Urgestein der Sportgerichtsbarkeit bei der Sommertagung des Fußballkreises Rhön Abschied. Sein Nachfolger wurde auch vorgestellt.
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Rudolf Ressel hört als Sportrichter im Fußballkreis Rhön auf. Sein Nachfolger heißt Manfred Schneider.Oliver Schikora
Rudolf Ressel hört als Sportrichter im Fußballkreis Rhön auf. Sein Nachfolger heißt Manfred Schneider.Oliver Schikora
Bei der Sommertagung des Fußballkreises Rhön für den Bereich Bad Kissingen im Sportheim Elfershausen dominierten zwei Themen: der Abschied des langjährigen Vorsitzenden des Kreissportgerichts Rudolf Ressel und die Vorstellung seines Nachfolgers Manfred Schneider. Und die künftige flexible Spielform in den vier B-Klassen (wir berichteten).

"Für mich ist heute das Endspiel", sagte Rudolf Ressel zu Beginn seines letzten Berichts (siehe Infokasten). Er fing 1968 als Jugendtrainer beim FSV Hohenroth an und war von 1970 bis 2002 Funktionär im Verein. Ab 1983 fungierte Ressel als Schiedsrichter, war ab 1990 für einige Jahre Lehrwart der Gruppe Bad Neustadt und von 1998 bis zum 1. Juli Sportgerichtsvorsitzender des Kreises Schweinfurt beziehungsweise ab 2005 des Kreises Rhön.

Ressel gibt sein Amt freiwillig auf. "Es müssen auch einmal Jüngere ran." Für sein langjähriges Engagement wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Kreissportgerichts ernannt. Die Urkunde bekam er Anfang der Woche überreicht. "Du hast die Messlatte für deinen Nachfolger hoch gelegt", meinte Kreisvorsitzender Rainer Lochmüller.

Ressels Nachfolger Manfred Schneider stellte sich auch kurz vor. Er dürfte den meisten Vereinen als langjähriger Spielmacher des VfB Burglauer bekannt sein. Als Rechtsanwalt verfügt Schneider über juristische Kenntnisse, die auch im Kreissportgericht nicht schaden können. Als Beisitzer hat er sich in seine neue Funktion schon eingearbeitet. "Ich werde versuchen, bei allen Entscheidungen Augenmaß walten zu lassen; ich hoffe auf ein gutes Miteinander."

Zuvor hatte Kreisspielleiter André Nagelsmann die Saison 2017/18 ausgewertet. Sie war "von vielen witterungsbedingten Absagen und den damit verbundenen Nachholspielen geprägt, die zu Ende der Runde für große Belastungen bei den Spielern sorgten".

Durch den früheren Beginn der Saison 2018/19 und verkleinerte Ligen sollte dieses Problem besser beherrschbar werden. Spielabsagen wegen Spielermangels hätten leider zahlenmäßig zugenommen, ein Verein sei vom Verband sogar wegen wiederholter Absagen aus dem Spielbetrieb genommen worden.

Bei den zunehmenden Vorfällen in Sachen Pyrotechnik hat der Verband die Strafen noch einmal erhöht. Minimum laut Nagelsmann 300 Euro; maximal könnten 12 000 Euro fällig werden. Was dem Kreisspielleiter nicht gefiel, waren vor Relegationsspielen unflätige und nicht nachvollziehbare Beschimpfungen des Gegners in den sozialen Netzwerken. "Da appelliere ich an die Vereinsverantwortlichen, positiv auf die entsprechenden Mitglieder einzuwirken".

Der Rückblick des Gruppenobmanns der Schiedsrichtergruppe Bad Kissingen, Alexander Arnold (Waldberg), fiel vorwiegend positiv aus. Er verwies darauf, dass der Jahrgang 2000 ab sofort im Herrenbereich spielberechtigt ist, mangels Schiedsrichtern aber nicht alle B-Klassen-Spiele besetzt werden können. Sieben Schiedsrichter pfeifen im qualifizierten Bereich; drei Referees seien Anwärter.

Zwei Talente hätten wegen Pöbeleien und anderen Vorkommnissen die Pfeife an den Nagel gehängt. "Es kann nicht sein, dass ein Schiedsrichter nach achtjähriger Tätigkeit von heute auf morgen aufhört, nur weil ein Trainer einer D-Junioren-Mannschaft sich nicht im Griff hat und sprichwörtlich Amok läuft", stieß Kreisschiedsrichterobmann Harald Schreiber ins selbe Horn. Dieser Verein müsse sich nicht wundern, wenn seine D-Junioren-Spiele erst einmal nicht mehr besetzt werden.

Solche Probleme kennt Klaus Eisenmann, der Kreisehrenamtsbeauftragte aus Heustreu, nicht. Er verkündete stolz, dass der Kreis Rhön im Bereich "Silberne Raute" bayernweit Platz Eins belegt, was auch an den vielen qualifizierten Vereinsehrenamtsbeauftragten liege.

Absteiger Die Saison startet in allen Klassen am 28./29 Juli. Ab Kreisliga abwärts müssen zwei Vereine direkt absteigen, Lediglich in der A-Klasse 2, die mit 15 Teams spielt, wird es drei direkte Absteiger geben.

Spielverlegungen können bis 27. Juli kostenlos beantragt werden. Bei Verlegung am Wochenende (Samstag auf Sonntag oder umgekehrt) bedarf dies nicht der Zustimmung des Gegners, bei Verschiebung auf einen Freitag oder anderen Wochentag schon.

Fair Play Der Kreis Rhön stellte im unterfrankenweit ausgeschriebenen Fair-Play-Wettbewerb zwei Sieger. Fairstes Kreisliga-Team war der TSV Bad Königshofen, fairste Kreisklassenmannschaft der SV Obererthal.

Schiedsrichterspesen Sie betragen für die Kreisliga 30 Euro und für die Kreisklasse 25 Euro. Jeder Schiedsrichter muss im Jahr 15 Spiele pfeifen und fünf Lehrabende besuchen.

Ehrenamtsmeldung Für die Aktion "Junges Ehrenamt" können die Vereine Kandidaten bis zum 31. August melden, Kreissieger 2017 wurde Matthias Schäfer vom TSV Heustreu.

Schulung Die nächste Schulung für Ehrenamtliche findet am 11. Oktober in Fuchsstadt statt. Der Veranstaltung schließt sich der Ehrenamtstreff an.

Sportgericht Die Zahl der Sitzungen des Kreissportgerichts hat um 21 Prozent zugenommen habe; Spielabsagen wegen Spielermangels stiegen um Prozent (Saison 2016/17: 44; 2017/18: 61).

Sperrfrist Spieler, die in der ersten Halbzeit der ersten Mannschaft eingesetzt werden, müssen nicht mehr zehn, sondern 15 Tage warten, ehe sie für die zweite Mannschaft auflaufen können.

Werbung Geahndet wird das Versenden von Werbebotschaften von Vereinen per E-Mail mit 100 Euro Strafe.
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