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Spielerinnen-Kader: hier Mangel, da Überfluss

Während die zwei Spielgemeinschaften und der SV Langendorf in der neuen Saison aus vollen Kadern schöpfen, fehlen in Hammelburg und Schondra Spielerinnen.
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Weg mit dem Ball: Die Frauen des SV Albertshausen (in Blau, hier gegen die FVgg Kickers Aschaffenburg) spielen die Saison gemeinsam  mit Nüdlingen.ssp
Weg mit dem Ball: Die Frauen des SV Albertshausen (in Blau, hier gegen die FVgg Kickers Aschaffenburg) spielen die Saison gemeinsam mit Nüdlingen.ssp

Am 9. September starten die Spiele der Fußball-Frauen wieder - mit zwei großen Änderungen: Der MSV Modlos stellt keine Mannschaft mehr (siehe Extra-Text). Und Albertshausen und Nüdlingen peilen erstmals als Spielgemeinschaft das obere Drittel der Bezirksliga an. Aber auch das Trainerkarussell drehte sich.

Die Kooperation bedeutet sowohl für Bezirksoberliga-Absteiger SV Albertshausen als auch den TSV Nüdlingen einen Neubeginn. Denn beide Vereine hätten knapp keine getrennten Teams für die neue Bezirksliga-Saison zusammenbekommen. Der große Kader mit 25 bis 30 Spielerinnen bedeutet für Coach Benny Mast: Er muss sich keine Personalsorgen machen. Die Federführung für den Spielbetrieb liegt zwar bei Albertshausen; das neue Team verantwortet aber der seit 2014 in Nüdlingen tätige Trainer. "Je die Hälfte der Spiele und Übungseinheiten findet auf den beiden Plätzen statt."

Mast will erst einmal "aus dem Riesenkader eine Mannschaft bilden". Die habe dann Potenzial, in der Bezirksliga oben mitzuspielen. Je nachdem, wie viele Spielerinnen im Laufe der Saison dabeibleiben, kann er sich vorstellen, eine Zweite zu melden - die in der Freizeitliga antritt. Mast hat erkannt, dass die Damen-Jugenden (U15) "im gesamten Landkreis nicht mehr funktionieren". Auch in der neuen SG komme aus dem Nachwuchs wenig nach.

Da in der Freizeitliga ab 14 Jahren angetreten werden darf, würde eine Reserve schon weiterhelfen. Als "Ersatzjugend" quasi. Außerdem könnten dort "Spielerinnen spielen, die sonst nicht so zum Zuge kommen".

Miriam Christof und Pasqualino Cotadamo bilden das neue Trainer-Team des SV 73 Langendorf. Aus insgesamt 42 Spielerinnen können sie locker ein Bezirksliga- und ein Freizeit-Team bilden. Außerdem besitzen sie als ehemalige Verantwortliche der U17 einen guten Draht zum Nachwuchs. Sechs oder sieben aus der Altersklasse könnten die 1. Mannschaft bereichern, schätzt Cotadamo. Die wäre im Schnitt 21 oder 22 Jahren jung. "Unser Erste ist gut aufgestellt. Das Ziel ist, unter die ersten Drei zu kommen."

Spielen würde der Trainer am liebsten von April bis Anfang November, nicht im August - wie in der Freizeitliga üblich. "Das wäre besser, als die vielen Ausfälle im Februar und März ertragen zu müssen.

Davon, dass der MSV Modlos sich abgemeldet hat, profitieren zwei Nachbar-Teams, vor allem die SG Schönderling/Thulba. Denn dorthin wechselten allein vier Modloser Spielerinnen. Das freut Abteilungsleiter Maximilian Muth natürlich. Auch wenn der Spielerinnenmangel kein Problem ist, zumal Schönderling mit Thulba kooperiert. "Wir hätten 23 Spielerinnen einsatzfähig."

Muth würde sich lediglich wünschen, dass die Spielrunde künftig eher beginnt. So wie es die Männer auch geschafft haben. Denn in der Rhön bestehe doch die Gefahr, dass Spiele im Winterhalbjahr wegen Schnees und Matsch abgesagt oder verlegt werden müssten.

Die DJK Schondra hat mit Lisa Finn eine Modloser Spielerin aufgenommen. Sicher ein Gewinn für den neuen Trainer Nico Schneider und Betreuer Tim Martin. Denn beim Kreisligisten fehlt, ähnlich wie früher in Modlos, die Breite des Kaders. Laut Pressewartin Nicole Brust stehe ein Stamm von elf Spielerinnen zur Verfügung. Der Rest komme sporadisch, sei oft in Studium und Beruf gebunden. "Wir wollen diese Saison in der Tabelle mittendrin spielen, nicht auf den hinteren Plätzen einkommen", sagt Brust.

Diese Saison seien viele Teams aus dem Schweinfurter und Würzburger Raum dabei, die man noch nicht kenne. Die langen Wege, oft 100 Kilometer, nehme man hin. Schön wäre es aber, die Anstoßzeiten etwas nach hinten zu verlegen: "damit wir nach einer langen Fahrt nicht schon morgens um 10 Uhr auf dem Platz stehen müssen". Nicole Brust spricht sich gegen einen früheren Saisonbeginn aus. Wäre der jetzt schon, fehlten urlaubsbedingt wieder die Spielerinnen.

Dem FC Hammelburg fehlt ebenfalls Personal. "Wir sind am Minimum", sagt Trainer Andy Möck, dem 16 Spielerinnen zur Verfügung stehen. Aber aus den genannten Gründen nicht immer. Dennoch gibt Möck die "Top 6" als Saisonziel in der neuen Kreisliga-Gruppe aus. Sein Verein leide stets darunter, dass höherklassige Clubs wie Langendorf oder Karsbach in der Nachbarschaft lägen. Da sei es schwierig, Spielerinnen von Hammelburg zu überzeugen.

Zwar habe er einige 14- oder 15-Jährige in der Hinterhand, die aber wegen der Altersgrenze von 16 Jahren noch nicht in der Ersten spielen dürfen. "Sie müssen noch ein Jahr warten."



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