Bad Kissingen
Eishockey

Sogar die Bundestrainerin gab sich die Ehre

Die "Global Girls Games" machten auch in Bad Kissingen Station, wo über 50 Mädchen für eine überaus gelungene Veranstaltung sorgen.
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Reine Mädchensache sind die "Global Girls Games", die auch in Bad Kissingen Station machten.ssp
Reine Mädchensache sind die "Global Girls Games", die auch in Bad Kissingen Station machten.ssp

Eishockey ist ein aggressiver Sport. Aber eben beileibe nicht nur was für harte Kerls, wie am Sonntag hinreichend bewiesen wurde beim nationalen Ableger der "Global Girls Games" in der Bad Kissinger Eishalle mit über 50 Mädchen. "Das war super. Eine tolle Veranstaltung. Mehr Teilnehmer wären gar nicht möglich gewesen, weil unser Trikot-Fundus damit erschöpft war", sagte Thomas Christof, Vorsitzender vom Verein "GirlsEishockey.de", der die Veranstaltung gemeinsam mit den Kissinger Wölfen organisiert und durchgeführt hatte. Der 52-Jährige hatte den Verein vor einigen Jahren aus der Taufe gehoben, um Mädchen-Eishockey gezielt zu fördern. "Damals waren wir 18 Gründungs-Mitglieder. Jetzt sind wir schon über 300. Davon sind etwa 290 junge Spielerinnen. Man kann sagen, dass jedes zweite Mädchen, das in Deutschland Eishockey spielt, Mitglied bei uns ist", sagt der Hammelburger, dessen Tochter Nina seit einem mehrjährigen, berufsbedingten Aufenthalt der Familie in den Vereinigten Staaten selbst aktiv spielt. Die mittlerweile 15-Jährige besucht in den USA ein Sportinternat, wurde mit ihrem Eishockey-Team nationale Vizemeisterin und spielte zuletzt für die deutsche U-18-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Österreich.

Gleich vier Übungsleiter leiteten an der Saale das Trainings-Camp: Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin, Sascha Onisor und Andre Leggen von "GirlsEishockey.de" sowie mit Franziska Busch die U-18-Bundestrainerin, die ebenfalls ein überaus positives Fazit zog: "Wir sind dankbar, mit GirlsEishockey.de einen zuverlässigen Partner für die Durchführung solcher Events zu haben. Die große Resonanz mit Spielerinnen aus ganz Deutschland, die mit viel Elan und Freude dabei waren, hat gezeigt, wie groß das Interesse auch in Deutschland am Mädcheneishockey ist. Vielen Dank an alle für den reibungslosen Ablauf und die sehr gute Organisation." Dass Bad Kissingen den Zuschlag bekam, lag an der zentralen Lage in Deutschland sowie an den guten Rahmenbedingungen vor Ort.

Höhepunkt war das Abschluss-Spiel "blau gegen weiß", das es in dieser Form fast zeitgleich auch in 40 Ländern gab, die sich an den "Global Girls Games" beteiligten.

Fast alle Spielerinnen, darunter sechs Goalies, kamen zum Einsatz. "Bei der Zusammenstellung haben wir versucht, zwei gleichstarke Mannschaften zu bilden, wollten aber auch Teamkolleginnen in einer Mannschaft halten", sagte Thomas Christof. Team blau gewann schließlich mit 5:1, trug damit also erheblich bei zum 137:135-Erfolg in der Addition aller Spiele. "Für uns als Deutscher Eishockey-Bund ist es wichtig, uns an diesem weltweit organisierten Spiel zu beteiligen, um so die Aufmerksamkeit auf das Frauen- und Mädcheneishockey zu verstärken", sagte Franziska Busch. Auch von Frauen-Bundestrainer Christian Künast gab es reichlich Komplimente: "Es war eine gelungene Veranstaltung mit sehr vielen Mädchen. Wir müssen alles nützen und dafür tun, um das Frauen- und Mädcheneishockey in der Öffentlichkeit noch mehr in den Fokus zu rücken."

Möglichkeiten dazu bietet "GirlsEishockey.de" nicht nur in Bad Kissingen. Ende Juni veranstaltet der Verein in Köln das größte nationale Mädchenturnier. Weitere Trainings-Camps gibt es unter anderem in Sonneberg in Thüringen sowie im Sommer in Füssen. "Zusätzlich zur Ausbildung in ihren Stammvereinen wollen wir die Möglichkeit bieten, in reinen Mädchenteams Erfahrungen zu sammeln, da wir glauben, dass dies die Bindung der Spielerinnen zum Eishockey verstärkt. Wir bedanken uns bei den Kissinger Wölfen für die tatkräftige Unterstützung. Bleibt zu wünschen, dass sich viele Mädels auch in Bad Kissingen und Umgebung inspiriert fühlen, beim Nachwuchstraining des Vereins reinzuschnuppern, um so die Faszination Eishockey zu erleben; einem Sport, der Jungs und Mädels gleichermaßen offen steht", sagt Thomas Christof.

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