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Fußball Kreisliga Rhön

SG Oerlenbach/Ebenhausen im Gefühls-Chaos

Trotz doppelter Überzahl kassiert der Aufsteiger den Ausgleich, um mit der letzten Aktion doch noch den Premieren-Sieg zu bejubeln.
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Den Ball am Fuß und drei Punkte im Sack hat Benjamin Diemer (links) mit dem TSV Großbardorf II. Kevin Schuck ging mit dem TSV Steinach also leer aus. Foto: Hopf
Den Ball am Fuß und drei Punkte im Sack hat Benjamin Diemer (links) mit dem TSV Großbardorf II. Kevin Schuck ging mit dem TSV Steinach also leer aus. Foto: Hopf

SG Oerlenbach/Ebenhausen - FC Strahlungen 3:2 (1:1). Tore: 1:0 Johannes Müller (38.), 1:1 Benedikt Bötsch (44.), 2:1 Thorsten Büttner (58.), 2:2 Christoph Kriener (90.+7), 3:2 Frank Schmitt (90.+14, Foulelfmeter). Rot: Tobias Schneider (88., Strahlungen). Gelb-Rot: Markus Neder (51., Strahlungen).

Ausgerechnet gegen einen der Meisterschaftsfavoriten feierte der Aufsteiger seinen ersten Saisonsieg, der in einer sehr hektischen Partie laut SG-Pressesprecher Alexander Schreiner "aufgrund der kämpferischen Einstellung nicht unverdient war". In der ersten halben Stunde tat sich wenig. Die Begegnung nahm erst Fahrt auf, als Johannes Müller nach einer Hereingabe von Yannic Franz am langen Pfosten einschieben durfte. Kurz vor dem Seitenwechsel schlugen die Gäste zurück, als ein direkt getretener Freistoß von Benedikt Bötsch zentral einschlug. In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit gerieten die Schützlinge von Oliver Schönwiesner in Unterzahl nach der Ampelkarte für Markus Neder nach wiederholten Foulspiel und neuerlich in Rückstand, als der sich selbst einwechselnde SG-Spielertrainer Thorsten Büttner unverhofft ans Leder kam. Zuvor war einem FC-Verteidiger die Kugel nach einer Flanke von Frank Schmitt über den Schlappen gerutscht. Von da ab wurde die Begegnung immer nickliger, der Referee zeigte in der letzten Viertelstunde mehrmals den gelben Karton und schließlich Tobias Schneider den roten, als dieser mit gestreckten Beinen in die Füße von Noah Pentenrieder hineinsprang und diesen dabei verletzte. Nach der längeren Behandlungspause wähnten sich die Gastgeber aufgrund der doppelten Überzahl schon im sicheren Hafen, als FC-Innenverteidiger Christoph Kriener mit sattem Freistoß, der von der Mauer unhaltbar abgefälscht wurde, den nun unerwarteten Ausgleich schaffte. Doch es folgte eine längere Nachspielzeit. Beim letzten Angriff im Spiel wurde Sebastian Dees von den Beinen geholt. Den Strafstoß versenkte Frank schmitt Sicher, ließ das Heimteam jubeln und die frustrierten Gäste zu Diskussionen mit dem Unparteiischen verleiten. sbp

TSV Bad Königshofen - FC Rottershausen 0:4 (0:0). Tore: 0:1, 0:2 Frank Seufert (50., 65.), 0:3 Maximilian Seufert (70.), 0:4 Nico Loibersbeck (84.) .

In diesem Spiel legte der Aufsteiger aus Rottershausen seine Möglichkeiten, mit denen er eine gewichtige Rolle in dieser Liga spielen kann, auf den Tisch. Und er deckte die Grenzen der neuen Mannschaft des TSV Bad Königshofen auf. Der Neuling brachte so viele Zuschauer mit, dass diese mit ihrer gewaltigen Überzahl diesen Auftritt für ihn zum gefühlten Heimspiel machten. Den Gastgebern ist eigentlich kein gravierender Vorwurf zu machen. Sie kämpften und rackerten, solange die Kräfte es zuließen. Aber die eindeutig bessere Mannschaft war die von FC-Trainer Alexander Schott: Von 1 bis 11 auf allen Positionen ausgeglichen stark besetzt, technisch und taktisch versierter und mit der Geduld ausgestattet, den Gegner in der ersten Halbzeit mürb zu machen und in der zweiten abzuschießen. Neun Tore in den letzten zwei Spielen deuten auf die Offensiv-Möglichkeiten dieser Truppe hin. Dabei sahen die Zuschauer in der ersten Halbzeit schon leicht überlegene Gäste, die aber nur zu einer zwingenden Doppelchance (11.) kamen. Christian Aments Schuss konnte TSV-Keeper Steffen Werner noch nach vorne abwehren, den zweiten Ball setzte Julian Göller am Tor vorbei. Mit dem 0:1 in der 50. Minute war der Bann gebrochen. Frank Seufert drang mit hohem Tempo in den Strafraum ein, versetzte zwei Verteidiger und ließ Werner keine Chance. Die FCler suchten weiter den Weg nach vorne und erhöhten erneut durch Frank Seufert, der sich in aller Ruhe die Ecke aussuchen konnte. Vorausgegangen war ein Schuss von Peter Werner. Die FCler begeisterten ihre Anhänger mit zwei weiteren Toren. Maximilian Seufert erzielte fünf Minuten später das 0:3 und Nicolas Loibersbeck verwandelte einen Freistoß von der 16-m-Linie zum verdienten Endergebnis. rus

FC Reichenbach - SG Urspringen/Sondheim 0:3 (0:2). Tore: 0:1 Jannik Stäblein (11.), 0:2 David Heuring (23.), 0:3 Fritz Hey (62.). Gelb-Rot: David Heuring (70., Urspringen).

Es war ein gebrauchter Nachmittag für die Teutonen, die vom Anpfiff weg baff waren über die offensive Gangart der kämpferisch und spielerisch überlegenen Gäste. Deren Freude über den ersten Saisonsieg allerdings getrübt wurde, weil sich ihr Mittelfeldakteur David Wolf bei der ersten Aktion in der zweiten Halbzeit schwer verletzte, die erste Diagnose lautete Knöchelbruch. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Hohen Rhöner bereits zwei Treffer erzielt - die Mithilfe der Heimelf ist nicht zu verneinen. Beim 0:1 fühlte sich nach der Ecke von Fritz Hey niemand für den am langen Pfosten lauernden Jannik Stäblein verantwortlich, der an Keeper Markus Erhard, früher Buhlheller, vorbei einnickte. Die Gastgeber reagierten fahrig, verloren die Mehrzahl der Zweikämpfe und hatten durch Johannes Katzenberger nur vage Möglichkeiten. Auch beim zweiten Gegentreffer ließen sich die Klug-Schützlinge übertölpeln: Nach einer flach hereingegeben Ecke von Hey durfte David Heuring ungestört abziehen, das Leder schlug halbhoch im kurzen Eck ein. Ein Schrägschuss von Katzenberger an den Außenpfosten war aus Sicht der Platzherren schon ein Highlight; und sie hatten Glück, dass SG-Spielertrainer Markus Herbert (28.) und Hey (35.) zweimal frei vor dem Tor auftauchten, aber am Keeper scheiterten. Nach der dreiviertelstündigen Behandlungspause schienen die Einheimischen von der Verletzung Wolfs eher geschockt zu sein als dessen Mannschaftskameraden. "Wir wollen jetzt für ihn die drei Punkte sichern", forderte SG-Co-Trainer André Herbert an der Außenlinie. Hey erfüllte den Wunsch, bei seinem platzierten Schuss ins Toreck wurde er seltsamerweise nicht gestört. Auch die Überzahlsituation wussten die Hausherren nicht zur Ergebnisverbesserung nutzen. "Es war ein gebrauchter Tag", so FC-Pressesprecher Jonas Schäfer. sbp

TSV-DJK Wülfershausen - FV Rannungen 2:5 (0:3). Tore: 0:1 Peter Hahn (9.), 0:2 Fabian Erhard (20.), 0:3 Martin Herbig (26.), 0:4 Michael Röder (57.), 0:5 Martin Herbig (70.), 1:5, 2:5 Patrick Warmuth (76., 85.). Gelb-Rot: Patrick Warmuth (90., Wülfershausen). Bes. Vorkommnis: Julian Schneider (Wülfershausen) scheitert mit Foulelfmeter an Florian Erhard (62.)

"Mit Rannungen hat die bessere Mannschaft verdient gewonnen. Ihr Sieg geht voll in Ordnung, fiel aber meiner Meinung nach um ein Tor zu hoch aus", so die Einschätzung des Wülfershäuser Informanten. Vor allem von der Spielanlage und der Effizienz waren die Gäste in der ersten Halbzeit den Hausherren überlegen. Die Folge waren drei schön herausgespielte Treffer durch Peter Hahn, Fabian Erhard und Martin Herbig. Aber auch der Gastgeber hatte seine Chancen. So tauchte Patrick Warmuth zweimal allein vor Gästekeeper Florian Erhard auf, konnte ihn aber nicht überwinden. Nach dem Wechsel agierten die Rannunger wieder als das bessere Team und schraubten durch Treffer von Michael Röder und Martin Herbig das Resultat auf 5:0. Danach kamen die Platzherren noch zu zwei Toren durch Patrick Warmuth. Es hätte sogar noch besser aussehen können, aber Julian Schneider scheiterte mit seinem Foulelfmeter am sehr gut haltenden Gästeschlussmann. So blieb dem Informanten nur die Erkenntnis: "Der Gast war heute eine Nummer zu groß."rus

TSV Steinach - TSV Großbardorf II 1:5 (1:1). Tore: 0:1 Benjamin Diemer (14.), 1:1 Holger Wieschal (45.), 1:2 Manuel Leicht (54.), 1:3 Martin Erdenbrecher (63.), 1:4 Louis Albert (75.), 1:5 Steven Schranz (88.).

"Die Niederlage war verdient, fiel dem Spielverlauf allerdings viel zu hoch aus", bilanzierte Steinachs Pressesprecher Volker Hildmann. Tatsächlich begegneten sich die Teams in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe. Der Führungstreffer der Schützlinge von Markus Bach resultierte aus einem ersten Abwehrschnitzer der Platzherren, der Benjamin Diemer überraschend an den Ball kommen ließ. Die Mannen von Michael Voll steckten den Rückstand ohne Schockwirkung weg, suchten ihrerseits die Offensive und schafften durch Holger Wieschal den Ausgleich, der nach Freistoß von Joshua Jung und einem folgenden Getümmel im Sechzehner als Erster ans Leder kam. Die Gastgeber setzten zu Beginn des zweiten Durchgangs nach, gerieten durch einen direkt verwandelten Freistoß von Manuel Leicht aber neuerlich in Rückstand. Zehn Minuten später misslang Steinachs Keeper Franz-Xaver Rosshirt ein Abschlag, vom Rücken eines Gäste-Akteurs kullerte die Kugel vor die Füße von Martin Erdenbrecher, der ins leere Tor einschob. "Das war aus unserer Sicht der Knackpunkt. Danach agierten wir zu hektisch", meinte der Informant. Mit dem nächsten Gegentreffer, Louis Albert war einen Schritt schneller am Spielgerät als der grätschende Holger Wieschal, war die Vorentscheidung gefallen. Der eingewechselte Steven Schranz stellte mit einem abgefälschten Schuss den Endstand her.sbp

TSV Trappstadt - SV Ramsthal 0:0. Rot: Christian Hänelt (81., Ramsthal).

Wer von diesen beiden noch unbesiegten Mannschaften ein Spitzenspiel erwartet hatte, der musste enttäuscht nach Hause gehen. Jedenfalls dann, wenn er die Qualität eines Fußballspiels nur an den Toren und Torchancen misst. Auf die Frage, ob diese beiden Teams, die unbesiegt in den nächsten Spieltag gehen, Kandidaten für die Spitzengruppe dieser Liga sein werden, gab es keine schlüssige Antwort. Am meisten Übereinstimmung gäbe es wohl auf die Frage nach der Berechtigung der Punkteteilung. Selbst wenn Trappstadt die Mehrzahl der wenigen Torchancen für sich verbuchte und darauf verwies, dass der gegnerische Torhüter Christian Hänelt eine rote Karte in der Schlussphase in Kauf nahm, um den Punkt zu retten. Philipp Rudbach war durch einen klugen Pass aus dem Mittelfeld von Hannes Bauer in eine 1-gegen-1-Position geschickt worden. Beim Rudbach-Lupfer rettete der aus dem Strafraum geeilte Hänelt unter Zuhilfenahme der Hände das 0:0 und wurde vom Platz gestellt. TSV-Pressesprecher Michael Bader sprach hinterher von einem "gerechten Unentschieden, das wir uns mit unserm Kampfgeist und der Mehrzahl an Torchancen, ein Mal Pfosten, ein Mal Latte und jene Rot-Szene, verdienten." Während die Ramsthaler durch ihre bessere Spielanlage und die höhere Ballbesitzquote die Punkteteilung rechtfertigten. "Sie haben uns richtig gefordert und mit ihrer guten Offensive mächtig Betrieb gemacht." Allerdings hatte die Mannschaft aus dem Weindorf nur eine knackige Torchance kurz vor der Pause, die Torwart Felix Häpp glänzend vereitelte. rus

 Außerdem spielten

Spfr. Herbstadt - FC Fladungen 3:1 (1:1). Tore: 0:1 Jannik Weiss (5.), 1:1 Dominik Firnschild (29.), 2:1 Tom Bauer (53.), 3:1 Julian Ankenbrand (74.).

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