Rannungen
Kampfsport

Rannunger sind eine glückliche Kickbox-Familie

Auf der Matte sind sie Gegner. Doch bei ihrem WM-Training herrscht bei den Kickboxern Harmonie.
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Rebecca Anderson und Nils Volz zeigen in Rannungen ihr Können. Vater Holger Volz schaut  konzentriert zu.ssp
Rebecca Anderson und Nils Volz zeigen in Rannungen ihr Können. Vater Holger Volz schaut konzentriert zu.ssp

"Wir Kickboxer sind zwar auf der Matte Gegner, aber neben der Matte oft freundschaftlich miteinander verbunden", erklärt Holger Volz, Organisator des Kadertrainings der Kickboxverbände World Karate & Kickboxing Commission WKC und International Combat Organisation ICO. Zum dritten Mal fand am Wochenende in Rannungen das Abschlusstraining für die WKC-WM (27. Oktober bis 2. November) in Dublin und die ICO-WM (3. bis 6. November) in Rom statt.

Die ausrichtende Martial-Arts-Abteilung des TSV Rannungen gründete Holger Volz gemeinsam mit seinem Sohn Nils. "Wir machen das Ganze jetzt seit drei Jahren und es macht uns immer noch Spaß", so der mehrmalige WKC-Vizeweltmeister. "Ich habe in Bad Königshofen angefangen zu trainieren, da ich das Kickboxen einfach mal ausprobieren wollte. Kickboxen hat mir direkt gefallen; ich war lange in Königshofen und bin dann zum TSV Hofheim gewechselt."

Irgendwann sei ihm die Fahrt zu weit gewesen, da er seit 28 Jahren in Rannungen lebe. Deshalb sei er auf den TSV zugegangen. Dort sei man sehr offen für die Gründung der Martial-Arts-Abteilung gewesen. Seitdem organisiert der TSV Rannungen das Kadertraining vor der WKC-Weltmeisterschaft. "Dieses Jahr haben wir es zum ersten Mal mit dem ICO zusammen organisiert", berichtet Holger Volz, "bei uns gibt es da keine große Konkurrenz unter den Verbänden. Wir arbeiten sehr freundschaftlich zusammen".

Am Freitagabend reisten die ersten Teilnehmer aus ganz Deutschland ins beschauliche Rannungen, um sich für zwei Tage auf die WM vorzubereiten. Holger Volz hatte mit 99 Leuten geplant. "Am Ende waren 112 da; 85 von ihnen waren Aktive", freut sich der 48-Jährige. Am Samstagmorgen reisten die restlichen Teilnehmer an. Olaf Bertling, Schwarzgurt vom TSV Gochsheim, kümmerte sich ums Aufwärmen. Am Nachmittag kämpften die Sportler in ihren Disziplinen untereinander. "Abends servierte ein befreundeter Metzgermeister fränkische Küche, ein Highlight für die Angereisten. Dazu gab es Kreuzbergbier und die Teilnehmer schliefen auf den Matten in der Halle."

Am Sonntagmorgen ging es weiter mit Sparring, dann wurden zusammen gefrühstückt und die Matten abgebaut. "Alle haben mitgeholfen aufzuräumen", lobt der Organisator.

Durch seine guten Kontakte in der Kampfsportszene hatte Volz ein Team aus "Dinosauriern des Kampfsports" aufgestellt, die den jungen Kämpfern ihre Erfahrung mitgeben. Roland Brodkorb half beim Trainieren. Der 64-Jährige hat über 50 Jahre Kampfsporterfahrung. "Zudem war Günter Schönrock dabei. Er ist ein guter Freund von mir und Deutscher Meister. Wir geben es uns immer richtig; er ist einer der besten, deshalb macht es riesig Spaß", meint Holger Volz. Besonders seinem Sohn Nils hat er sein Talent weitergegeben. Der 20-Jährige rechnet sich Chancen bei den beiden kommenden Weltmeisterschaften in Rom und Dublin aus. "Nils ist aktiv in beiden Verbänden und er ist zurzeit in absoluter Topform", lobt Vater Holger seinen Filius. Nils half seinem Vater beim Aufbau der Martial-Arts-Abteilung des TSV.

"Ich übernehme die Organisation und dank der guten Zusammenarbeit mit dem Verein und unserem Abteilungsleiter Sandro Neumann können wir vier Mal in der Woche Training in der Halle anbieten", erklärt Holger Volz. "Wir bieten ein komplettes Training an für alle. Bei uns trainieren Mütter mit ihren Töchtern und Väter mit ihren Söhnen. Mittlerweile haben wir einen sehr hohen Frauenanteil.

Beispielsweise Rebecca Anderson hat es mittlerweile geschafft, Deutsche Meisterin zu werden und in einem voll gesponsorten Team zu kämpfen", erzählt Volz, der bei ZF Sachs als Meister arbeitet.

Auch sein Sohn Nils hat es mittlerweile geschafft, in dem kostenintensiven Sport ein gesponsortes Team zu finden, das ihm unter anderem die Flüge bezahlt. In Rannungen ist die Kampfsportabteilung aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Holger Volz beschreibt die alljährliche WM-Vorbereitung als "bewährtes Kaderturnier mit freundschaftlicher Atmosphäre".



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