Hammelburg

Nichts zu erben für Hammelburg Volleys gegen den SV Schwaig

Auf dem Papier war die Begegnung der Hammelburg Volleys gegen den SV ein Spitzenspiel. Doch diesmal bekam das Heimteam trotz erstklassiger Unterstützung der rund 600 Zuschauer deutlich die Grenzen aufgezeigt.
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Volleys-Zuspieler Hannes Krochmann (am Boden) kann einem Schwaiger Schmetterball nur hinterherschauen, ebenso seine Kollegen Moritz Raiber (links) und Lukas Baden sowie Co-Trainer Klaus Baden (rechts hinten neben Rauber). Foto: ssp
Volleys-Zuspieler Hannes Krochmann (am Boden) kann einem Schwaiger Schmetterball nur hinterherschauen, ebenso seine Kollegen Moritz Raiber (links) und Lukas Baden sowie Co-Trainer Klaus Baden (rechts hinten neben Rauber). Foto: ssp

TV/DJK Hammelburg - SV Schwaig 0:3 (20:25, 21:25, 20:25).

"Aus-, Aus-, Auswärtssieg" brüllten die Spieler des SV Schwaig ausgelassen durch die Saaletalhalle, wild im Kreis tanzend. Währenddessen die Akteure der Hammelburg Volleys bedröppelt am Boden hockten. Weder sie noch die rund 600 Besucher hegten Zweifel, dass diese Niederlage verdient war.

Vor dem Spiel konnten die Zuschauer ein Spitzenspiel erwarten. Trat doch der Tabellendritte Hammelburg gegen den Vierten Schwaig an. Eine Konstellation, die vor der Saison kaum erwartbar war. Doch da war der überraschende 3:1-Hinspielsieg der Volleys in Schwaig und eine tolle Hinrunde.

Doch diesmal machten die Schwaiger früh klar, dass sie Revanche nehmen und die Verhältnisse klarrücken wollten. Ehe die von Co-Trainer Klaus Baden betreuten Hammelburger ins Match fanden, führte der SV 1:5. Wobei auffiel, wie routiniert und griffig die Jungs von Coach Milan Maric ihr Spiel aufzogen.

Was man von den TV/DJKlern kaum behaupten konnte. Momente wie die Schmetterbälle von Moritz Zeitler und Oscar Benner sowie der Super-Block von Moritz Rauber zum 3:8 blieben selten. Allgemein wirkte das Hammelburger Spiel viel hektischer als das der Gäste. Und so lief das Heimteam stets einem Drei- bis Vier-Punkte-Rückstand hinterher. Kamen die Volleys auf zwei Punkte heran, zogen die Schwaiger an. Vor allem gegen die präzisen Diagonalschläge von Perica Stanic auch aus unmöglichen Positionen wussten sie kaum ein Mittel. Auch die Einwechslung von David Baden und Hannes Krochmann verpuffte. Schwaig gewann den 1. Satz souverän.

Sollten sich die Gastgeber für den 2. Satz die Wende vorgenommen haben, konnten sie das gleich vergessen. Schon die erste Schwaiger Angabe rutschte Annahmespieler Adrian Zych durch die Finger - ein gebrauchter Tag für ihn. Doch auch seine Mitspieler kamen mit dem Aufschlag von SV-Mann Daniel Schmitt nicht zurecht. Die Folge: erst 0:3, später dann 1:6.

Wieder schleppten die Hammelburger einen deutlichen Rückstand mit sich herum. Sie kämpften. Aber gegen abgezockte Schwaiger wirkte das hektisch und undiszipliniert, oft übermotiviert. Exemplarisch die Szene, als Oscar Benner einen einfachen Pritschenball nicht übers Netz bekam (5:10) oder nach einem von Schwaig abgewehrten Schmetterball seinen zweiten Versuch weit ins Aus drosch.

Noch einmal keimte Hoffnung, als sich Hammelburg nach 16:24 und acht Satzbällen für Schwaig auf 21:24 heransaugte. Auch, weil Co-Trainer Baden Sohn Lukas brachte. Ihm gelang es, die Annahme zu stabilisieren.Doch nach einer Auszeit verwandelte Schwaigs Stanic einen Abpraller der heimischen Abwehr direkt zum Satzgewinn.

Dann eben der lange Weg über zwei Gewinnsätze und den Tie-Break zum Spielgewinn, dachten sich wohl viele Hammelburger Fans. Doch nicht an diesem Abend. Zwar gingen die Gastgeber durch Rauber endlich mal in Führung; doch bald stand es 2:6 und 5:9 für den SV. Milan Maric bremste die Volleys durch Auszeiten geschickt aus, wenn sie drohten heranzukommen.

Dennoch stand es zwischenzeitlich 13:14. Die Mannschaft schien da zu sein, das Publikum sowieso. Ein kurzes Vergnügen. Schwaig schlug zurück: 13:17.

Noch einmal ein spektakulärer Ballwechsel bei 18:22, als die Hammelburger zweimal mit Händen und Füßen den Ball im Spiel hielten. Doch es passte zum Abend, dass der Ball schließlich von Zeitlers Blockfingern an die Decke sprang. Schwaigs Christian Schwabe "finalisierte" das Spiel - und die Party des SV begann.

Milan Maric sagte nach dem Match, dass man Hammelburg mit den Mitteln geschlagen habe, die die Volleys im Hinspiel erfolgreich angewandt hatten. Christian Schwabe habe als Aufschläger wenig Fehler gemacht.

"Wir sind gar nicht richtig ins Spiel gekommen und bei Schwaig hat alles geklappt", resümierte sein Gegenüber Klaus Baden. "Manchmal muss man einfach sagen, dass der Gegner einen guten Tag gehabt hat. Schwaig war sehr solide in der Annahme und konnte sein Spiel aufziehen, hatten häufig eine 1:1-Situation im Angriff gegen uns; der Zuspieler hat sein Spiel aufziehen können. Noch dazu hatten wir in der Annahme große Probleme in beiden ersten Sätzen." Dies sei nach den letzten Spielen so nicht zu erwarten gewesen. Schwaig sei in allen Belangen überlegen gewesen.

Lukas Baden habe in seinem ersten Zweitliga-Spiel seine Sache gut gemacht. Er habe durch die Verletzungen von Ben Stoverink und Nils Rehmeier kaum Chancen gehabt zu wechseln.

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