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Handball

Muskelspiel im Bad Brückenauer Hexenkessel

Der FC Bad Brückenau überrennt die HSG Mainfranken mit extremen Tempogegenstößen. Hammelburgs Damen verlieren das Spitzenspiel.
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Hoffnungslos unterlegen: Die HSG Mainfranken musste sich dem FC Bad Brückenau mit Michael Müller (links) und Simon Weiner (rechts) beugen. Foto: Sebastian Schmitt
Hoffnungslos unterlegen: Die HSG Mainfranken musste sich dem FC Bad Brückenau mit Michael Müller (links) und Simon Weiner (rechts) beugen. Foto: Sebastian Schmitt

FC Bad Brückenau - HSGMainfranken 41:25 (25:10).

Als "großes Kaliber" bezeichnete FC-Coach Oliver Hilbert-Probeck die HSG Mainfranken im Vorfeld. Doch im heimischen Hexenkessel schockten die Sinnstädter ihren Kontrahenten von der ersten Sekunde an. Bis zur Pause hatten sich die Gastgeber gnadenlos effektiv einen 15-Tore-Vorsprung herausgespielt. Die Fassungslosigkeit stand den Mainfranken förmlich ins Gesicht geschrieben. Die Bad Brückenauer Handballer laufen immer dann zur Höchstform auf, wenn sie die lautstarke Unterstützung ihrer treuen Fans im Rücken haben und das Spiel richtig schnell und variabel machen können. All das war gegen die HSG Mainfranken gegeben, die den pfeilschnellen Sinnstädtern in der Rückwärtsbewegung hoffnungslos unterlegen war und die großen Lücken am eigenen Kreis nie so wirklich schließen konnte. Dass die HSG durchaus spielerische Qualitäten besitzt, bewies unter anderem der wurfgewaltige Denis Motscha, der stolze acht Treffer aus dem Rückraum beisteuerte. Im zweiten Durchgang probierte FC-Coach Hilbert-Probeck ein paar neue personelle Formationen aus, was den HSGlern Luft zum Atmen verschaffte, die sich nach einer desaströsen Vorstellung in der Anfangsphase schließlich doch noch aufrafften, um das Match mit erhobenem Haupt durchstehen zu können. Dass Peter Feuerstein im FC-Kasten selbst platzierte Geschosse der Gäste reihenweise entschärfte und sofort die Tempogegenstöße einleitete, sorgte allerdings für reichlich Frust bei den Mainfranken. Auf der Gegenseite gab HSG-Stammkeeper Simon Dornberger zwischenzeitlich entnervt auf und räumte freiwillig den Kasten für seinen Ersatzmann. Über 40 Gegentore sind die Höchststrafe im Handballsport. Und dabei hatten die FCler im zweiten Durchgang einige Hochkaräter leichtfertig ausgelassen.

Tore für Bad Brückenau: Michael Müller (7), Tom Schumm (7/2), Alexander Bauer (5), Simon Dietrich (5), Nick Schumm (5), Max Puschner (4), Georg Hoch (3), Simon Weiner (3), Lukas Heil (2).

FC Bad Brückenau - SG Dettelbach/Bibergau 26:24 (12:12).

Da ist endlich der so lange herbeigesehnte erste Sieg nach dem Aufstieg in die Bezirksoberliga für die FC-Frauen aus der Sinnstadt. Aber die zwei Punkte waren ein ganz hartes Stück Arbeit gegen einen physisch starken Gegner, der auf fast allen Positionen deutliche Größenvorteile und in Klara Schmitt eine überragende Spielerin besaß, die trotz enger Deckung sechs Treffer erzielte. Die Gäste scheuten keinen Zweikampf und spielten ihre physischen Stärken auf engstem Raum clever aus. Da waren Standfestigkeit und Abwehrstärke gefragt. "Das Spiel hat Nerven gekostet", gestand hernach Coach Michael Pragmann, der bis zuletzt zittern musste. Den zahlreichen, teilweise krassen Niederlagen zum Saisonauftakt möchte der Trainer nicht mehr hinterherweinen. "Wichtig ist, dass sich die Mannschaft spielerisch weiterentwickelt. Und wichtig ist, dass sie Punkte gegen Teams macht, die auch gegen den Abstieg spielen."

Tore für Bad Brückenau: Jennifer Frank (7/1), Sophie Gundelach (5), Lena Übelacker (4/1), Katharina Probeck (3), Anna Pragmann (2), Theresa Löser (2), Melissa Kalmund (2), Sabrina Beck (1).

TV Ochsenfurt - SG Garitz/Nüdlingen 22:26 (13:16).

26 Treffer von elf Spielerinnen - die mannschaftliche Geschlossenheit war die Trumpfkarte der Spielgemeinschaft beim sechsten Sieg im sechsten Spiel. Es war freilich beim Blick auf die Tabelle ein erwartbarer Erfolg. Vorletzter nur sind die Ochsenfurterinnen, die früh beeindruckt waren von der Qualität der Gastgeber, die mit einer fulminanten 7:1-Führung in die Partie starteten, später sogar mit 10:3 führten. Dass der Vorsprung der SG-Frauen zur Pause nur drei Tore betrug, lag auch an diversen Wechselspielen von Trainer Heiko Schober. Aber nicht nur. "Die Wechsel haben uns sicher nicht schwächer gemacht, der Gegner ist aber deutlich besser geworden und wir haben es etwas schleifen lassen", blickt SG-Pressesprecherin Elena Keßler zurück. Näher sollten die Ochsenfurter nach der Pause nicht herankommen, womit die Spielgemeinschaft fast tiefenentspannt die Heimreise antreten durfte. Aber auch mit der Gewissheit, dass die Bezirksliga immer für Überraschungen gut ist, wie nicht zuletzt der Außenseitersieg des TSV Mellrichstadt über Großlangheim beweist.js

Tore für die SG: Marina Titt (5), Milena Schmitt (4), Nadja Heer (4), Katharina Karch (3), Sarah Zintl (2), Theresa Prybilla (2), Pia Steinegger (2), Katrin Busse, Elena Keßler, Hanna Mahlmeister, Sophie Hippler (je 1).

FC Bad Brückenau II - TSV Pfändhausen 18:22 (11:10).

Einen Schlagabtausch ohne Verschnaufpause lieferten sich die Sinnstädterinnen mit den Handballerinnen aus Pfändhausen und Holzhausen, die in dieser Saison bis dato noch ohne jeglichen Punktgewinn geblieben waren. Pünktlich zur Halbzeitsirene erkämpften sich die Sinnstädterinnen eine 11:10-Führung, die angesichts des ziemlich zurückhaltenden Auftritts im ersten Durchgang eher schmeichelhaft war. Nach der Pause blieben die Gäste extrem bissig und drängten mit vollem Einsatz auf den ersten Punktgewinn. Den hatten sich die Pfändhäuserinnen am Ende mit einer starken defensiven Leistung auch redlich verdient. Die Sinnstädterinnen hatten große Mühe, durch das TSV-Bollwerk zu dringen und versuchten es immer wieder erfolglos und teilweise eher statisch mit der Brechstange. Als die Blau-Weißen in der Schlussphase einen Gang hoch schalteten und blitzsaubere Konter einleiteten, kippte das Match zugunsten der Gäste, die in einem fairen Spiel deutlich mehr Risiko eingingen.

Tore für Bad Brückenau II: Anna Pragmann (5), Maria Römmelt (5/1), Jana Gebhard (3/1), Katharina Probeck (3), Sabine Bott (1), Inci Abbate (1).

FC Bad Brückenau II - HSG Volkach II 17:27 (5:8).

Der erste Durchgang in der Römershager Dreifachturnhalle war emotional so mitreißend wie eine seichte Rhöner Herbstbrise. Der Angriffsmotor der FC-Männer kam zunächst überhaupt nicht richtig ins Rollen. Was aber auch daran lag, dass die Handballer von der Mainschleife physisch stark und mannschaftlich geschlossen agierten. Der Tabellenführer war insgesamt gesehen deutlich bissiger und zielstrebiger unterwegs als die Gastgeber. In der zweiten Halbzeit entwickelten die Sinnstädter mehr Zug zum Tor, waren im Abschluss aber häufig nicht konsequent. FC-Keeper Thomas "Dömmes" Bieber war gegen die sprunggewaltigen Volkacher Angreifer stark gefordert und steuerte tolle Paraden bei. Dass sich der Tabellenprimus letztlich mit seinen physischen Vorteilen durchsetzen würde, war frühzeitig klar. Mit der Einwechslung von Altmeister Salvatore Fusci in den FC-Kasten setzten die Sinnstädter einen letzten Impuls. Doch die Volkacher zogen ihr Ding unbeirrbar und hochmotiviert durch. Das Fehlen der Youngsters Yannick Reim und Lukas Heil hatten die FCler in der Vorwärtsbewegung nicht kompensieren können.

Tore für Bad Brückenau II: Nick Schumm (6), Tom Leidel (4), Urs Grewen (4/3), Christian Karl (2), Florian Sulzer (1).

TV Gerolzhofen - TV/DJK Hammelburg 15:14 (11:8).

Hinten "Beton angerührt", vorne glasklare Chancen liegen gelassen. So kann das Spiel um den Sonnenplatz in der Bezirksklasse Nord aus Hammelburger Sicht zusammengefasst werden. Zunächst hatten die Gäste dank der überragend haltenden Hannah Eich, welche durch spektakuläre Abwehraktionen die Steigerwälder zur Verzweiflung brachte, das Spiel kontrolliert. Ab der 20. Spielminute war jedoch das Tor der Gerolzhöfer wie vernagelt. Zu oft landeten freie Würfe an den Torgestängen oder an den Körpern der Torhüterinnen. In den letzten acht Spielminuten durften die Saalestädterinnen keinen Torerfolg mehr bejubeln und verwandelten im gesamten Spielverlauf nur zwei von fünf Siebenmetern. "Wer nur 14 Tore erzielt, hat den Sieg oder einen wichtigen Punktgewinn nicht verdient", resümierte TV/DJK-Coach Bernhard Hereth.

Tore für Hammelburg: Annika Keller (6), Laura Finke (2/1), Nicole Schröter (1/1), Lina Heilmann (1), Nicole Simon (1), Tabea Hüfner (1).

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