Hammelburg
Volleyball 2. Bundesliga

Moritz Rauber rockt das Ding

Die Hammelburg Volleys gewinnen zum Saisonauftakt ihre beiden Heimspiele und wissen sich jeweils zu steigern.
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Prima Kulisse, jubelnde Spieler: Zum Saisonauftakt besiegten die Hammelburg Volleys den Aufsteiger TSV Mimmenhausen.Sebastian Schmitt
Prima Kulisse, jubelnde Spieler: Zum Saisonauftakt besiegten die Hammelburg Volleys den Aufsteiger TSV Mimmenhausen.Sebastian Schmitt

Hammelburg Volleys - TSV Mimmenhausen 3:1 (20:25, 25:20, 25:19, 25:21).

Der unrunde Gang zur Ehrungs-Zeremonie war der letzte Beweis. Mit Christian Pampel stimmte etwas nicht. Beim Aufwärmen hatte sich der 212-fache Nationalspieler eine Rückenverletzung eingehandelt, die den 39-Jährigen zumindest in bestimmten Situationen behinderte. "Ich habe ein paar Pillen eingeschmissen und Salbe auftragen lassen. Die Beine gehen, aber ich kann mich nicht beugen. Es tut echt weh", sagte der Spielertrainer des TSV Mimmenhausen im Interview, auf dem Rücken liegend.

Klar, der Ex-Profi war wie erwartet der beste Punktesammler, das Spiel aber hatten die Hammelburger gewonnen. Nach verlorenem ersten Satz. "Einen Christian Pampel kannst du nicht wirklich in Schach halten, er war der logische MVP auf Mimmenhäuser Seite. Wir hatten, gerade vor diesem Publikum, einen nervösen Beginn, haben nach Friedrichshafen aber auch das jüngste Team der Liga. Und wir haben am Anfang einige Sachen probiert, die nicht so gut geklappt haben", betrieb Volleys-Coach Karl Kaden Ursachenforschung. Bis zum 5:5 waren die Saalestädter auf Augenhöhe, dann berauschten sich die Gäste regelrecht am eigenen Spiel und feierten jeden Punkt mit der Euphorie eines Drittliga-Meisters. "Wir haben gut angefangen und relativ schnell die Hammelburger Schwäche in der Annahme gefunden und genutzt. Aber im zweiten Satz hat der Libero sich immer besser auf unsere Angaben eingestellt, damit wurden bei Hammelburg Annahme und Angriffsspiel besser. Wir dagegen sind ungeduldiger geworden und haben einfache Fehler gemacht", sagte Christian Pampel zur verbesserten Abwehrarbeit von Lukas Spachmann.

Für reichlich Punkte sorgte Oscar Benner, der unter dem neuen Trainer vermehrt seine Angriffs-Qualitäten zeigen darf. "Ich glaube, dass Oscar mehr Stärken als Angreifer auf der Diagonalen hat und uns auf dieser Position noch viel Freude machen wird. Und die Kombination mit Peter auf der Außenposition war sicher nicht die schlechteste", sagte Karl Kaden. Satz zwei und drei gingen jedenfalls relativ klar an Hammelburg, das in den entscheidenden Phasen auch das Glück auf seine Seite zwingen konnte. Von den 500 Fans in der Saaletalhalle abgefeiert wurde Peter Wolf für seinen Monster-Block gegen Pampel. "Klar, so ein Block bringt auch nur einen Punkt. Aber so eine Aktion pusht einen immer. Obwohl es kein überragendes Spiel von uns war, haben wir verdient gewonnen", sagte der Volleys-Kapitän.

Lange auf der Kippe stand der vierte Satz mit teils dramatischen Aktionen. "Da haben wir versucht, noch aggressiver in die Schwachstellen des Gegners beim Aufschlag zu gehen, was phasenweise funktioniert hat. Aber der Libero hat in dieser Phase stark gespielt, weshalb ich ihn zum MVP gewählt habe", sagte Christian Pampel. Dass sein Trainer-Kollege immer wieder die Siegerfaust ballen durfte, lag vor allem an Moritz Rauber, der spät im ersten Satz von Georg Wolf ersetzt wurde, dann quasi zum Matchwinner wurde. "Dass Moritz vom Feld ging, lag nicht an seiner Leistung. Ich musste im ersten Satz einen Impuls geben mit einem neuen Spieler. Wenn der Impuls die erhoffte Wirkung bringt, darfst du ihn nicht stoppen. Als es nicht mehr so lief, war klar, Moritz wieder zu bringen, der uns mit starken Aktionen den Satz nach Hause geholt hat", lobte Karl Kaden seinen sprunggewaltigen Außenangreifer.

Noch ein spektakulärer Block

Der spektakuläre Block von Henning Schulte zum 18:17 leitete den Hammelburger Endspurt ein, dem die Mimmenhäuser nichts mehr entgegen zu setzen hatten. "Wir müssen über den Aufschlag Druck machen. Gelingt das nicht, wird es für uns in dieser Liga schwer. Unzufrieden bin ich eigentlich nur mit dem dritten Satz, sonst war es okay", bilanzierte Christian Pampel. Einen starken Auftritt im Volleys-Trikot zeigten zudem die Neuzugänge um Zuspieler Hannes Krochmann, Mittelblocker Luca Dierks sowie Außenangreifer Moritz Zeitler. "Wir sind jung, wir sind verspielt und spielen eine Taktik noch nicht komplett und konsequent durch. Nach zwei, drei guten Aktionen werden wir manchmal übermütig, da müssen wir noch abgeklärter werden", wollte Karl Kaden an diesem Abend aber nicht alles rosarot sehen. Ein Volleyball-Lehrer will seine Schüler schließlich immer verbessern. Hammelburg Volleys - VYS Friedrichshafen 3:0 (25:20, 27:25, 25:11). Die Hammelburger waren ja gewarnt vor den Talenten aus der Friedrichshafener Volleyball-Akademie, die am Vortag in Gotha erst im Tiebreak verloren hatten und an der Saale erneut unbekümmert aufspielten. Erst allmählich lief der Hammelburger Motor rund. Auch im zweiten Satz liefen die Gastgeber lange einem Rückstand hinterher. Beim 14:18 begann die Aufholjagd. Hier waren es besonders die jungen Neuzugänge Luca Dierks, Hannes Krochmann und Moritz Zeitler, die immer wieder mit guten Aktionen positiv in Erscheinung traten. Sogar ein Satzball musste abgewehrt werden, ehe ein Block von Oscar Benner und starke Aufschläge von Moritz Rauber den Unterschied machten vor den diesmal nur 200 Zuschauern in der Saaletalhalle.

Damit war der Widerstand der Friedsrichshafener gebrochen, deren Fehlerquote stieg, während sich auf Hammelburger Seite vor allem Moritz Rauber mächtig austobte. "Wir waren in den ersten beiden Sätzen etwas nervös, aber haben im dritten Satz durch ein starkes Aufschlagsspiel gezeigt, was möglich ist, wenn wir konzentriert bleiben. Zwei Spiele, zwei Siege, was will man mehr", sagte Volleys-Sportdirektor Jochen Hauke. Ihr nächstes Spiel bestreiten die Saalestädter am Samstag in Freiburg, ehe am nächsten Tag in eigener Halle Pokalaufgaben warten.

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