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Fussball Regionalliga

Matthias Strohmaier: Einer mit Bayern-Gen beim FC 05

Innenverteidiger Matthias Strohmaier hat seinen eigenen Zwei-Jahres-Plan in Schweinfurt.
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Mode ist kein Fremdwort für ihn: FC-05-Innenverteidiger Matthias Strohmaier. Foto: Michael Bauer
Mode ist kein Fremdwort für ihn: FC-05-Innenverteidiger Matthias Strohmaier. Foto: Michael Bauer
FC 05 Schweinfurt - TSV Buchbach (Freitag, 19 Uhr)

Pokal-Hürde genommen, auf zur nächsten in der Liga: Der FC 05 (3./16 Punkte) hechelt bei seinem Tanz auf drei Hochzeiten von einer Belastungsprobe zur nächsten. Am Freitagabend geht es nun gegen den TSV Buchbach (7./14). Traditionell ist das eine unangenehme Aufgabe. "Das ist eine kompakte Mannschaft, die mit Fünferkette spielt und gegen die wir Geduld mitbringen müssen", prognostiziert 05-Coach Gerd Klaus harte Arbeit. "Die spielen sehr aggressiv, kommen immer mit Schaum vor dem Mund auf den Platz", formuliert es Matthias Strohmaier zünftiger.


Kein Punktverlust zu Hause

Der 23-Jährige ist Innenverteidiger und seit seinem Wechsel nach Schweinfurt im Sommer nicht mehr wegzudenken in der Defensive - die mit ihm und Patrick Wolf erheblich stabiler geworden ist. Das ist auch ein Garant dafür, dass der FC 05 im Willy-Sachs-Stadion noch ohne Punktverlust ist. Vom FC Vaduz, dem liechtensteinischen Klub in der Schweizer Eliteliga, kam der Dingolfinger - nicht in die Provinz, wie er betont: "Vaduz hat 18.000 Einwohner, da hat Schweinfurt mehr Leben."

Vor allem aber ist die Station Vaduz für Strohmaier mit Pech behaftet. Klar, da war 2016 das Europa-League-Quali-Spiel gegen den dänischen Klub FC Midtiylland (2:2), da war die Partie beim FC Basel vor 20.000 Zuschauern. Aber da waren auch der Muskelfaserriss, gleich nach der Genesung ein Innenbandriss im linken Knie und schließlich, als es nach Comeback aussah, der Innenmeniskusriss im rechten Knie. Nahezu ein Jahr Spielpause also. Weswegen Klaus eine zweigeteilte Beurteilung seines Spielers abgibt. "Er strahlt Ruhe aus, weiß, wann er aus der Kette nach vorn raus muss, hat ein Gespür für die Position. Wenn er top fit ist, ist er eine Bank." Nur: Top fit ist Strohmaier erst seit Sommer. "Deshalb erwarte ich noch eine Leistungssteigerung", so Klaus, der, freilich mit Augenzwinkern, eine Schwäche erkannt hat: "So ein bisschen hat er dieses Bayern-Gen. Das heißt, er ist nicht 101-prozentig auf den Gegner fokussiert, da ist so eine Lockerheit drin."

"Ich will jede Situation spielerisch lösen", verteidigt sich Strohmaier. "Das kann schon mal zu lässig aussehen." Dabei ist er alles andere als lässig, wenn es um seine Ziele mit dem FC 05 geht. "Mich hat das Projekt hier gereizt, ähnliches zu erreichen wie die Würzburger oder Regensburger. Klar ist es durch die Sechziger schwerer geworden, aber ich habe ja für zwei Jahre unterschrieben. Und in dieser Zeit will ich mit Schweinfurt mindestens einmal in die Relegation kommen und im Idealfall aufsteigen." Wie es ist, Regionalliga-Meister zu werden, weiß der 1,88 Meter große Verteidiger, der in der Löwen-Jugend ausgebildet wurde: Mit dem FC Bayern München II wurde er es 2014, verpasste aber den Aufstieg. Mit den Bayern spielte der BWL-Fern-Uni-Student im selben Jahr vor 6000 Zuschauern das erste Mal in Schweinfurt - und war begeistert. "Zu sehen, welche Begeisterung hier entfacht werden kann, hat auch eine Rolle gespielt bei meinem Wechsel."


Keine konditionellen Ausreden

Gegen Buchbach müssen die Schweinfurter ein Augenmerk legen auf Ausnahmespieler Aleksandro Petrovic. Der 29-Jährige spielt zwar inzwischen im defensiven Mittelfeld, kann aber immer noch so torgefährlich sein wie vergangene Saison (13 Treffer). Das bewies der TSV-Führungsspieler mit seinem Kopfballtreffer zum 1:1 im BFV-Pokal-Viertelfinale gegen Unterhaching, das der Drittligist mit 2:1 gewann. Konditionelle Ausreden will Klaus daher gar nicht erst aufkommen lassen, auch Buchbach hat 90 intensive Pokal-Minuten in den Beinen. Klaus wird ob der Mehrfachbelastung ohnehin die Rotationsmaschine anwerfen: Für Marco Fritscher (rechte Außenbahn) und Florian Pieper (Sturmspitze) beginnen wieder Marius Willsch und Adam Jabiri. Für Dominik Weiß dürfte Herbert Paul ins Team rücken. Fragezeichen stehen hinter Spielmacher Nikola Jelisic und Innenverteidiger Patrick Wolf, beide haben Knie-Probleme. Und vielleicht, ja, vielleicht nimmt erstmals in dieser Runde Innenverteidiger Lukas Billick nach seiner Verletzung aus dem Testspiel gegen Regensburg wieder auf der Bank platz - ein Einsatz käme aber wohl noch zu früh.


Tickets für DFB-Pokal

Am Freitagabend können im Stadioninnenhof für das DFB-Pokal-Spiel gegen Eintracht Frankfurt am 24. Oktober bis zu 5000 Stehplatz-Tickets erworben werden. Jeder Zuschauer kann gegen Vorlage seiner Eintrittskarte vom Buchbach-Spiel maximal vier Tickets erwerben. Ab Montag gibt es ein Vorkaufsrecht für Dauerkarten-Inhaber und Mitglieder, am 18. September startet der freie Verkauf.
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