Münnerstadt
Leichtathletik

Martina Greithanner zweimal auf dem Treppchen

Die Sportlerin vom TSV Münnerstadt sichert sich bei den Senioren-Europameisterschaften in Venedig gleich zwei Medaillen. Sie holt Silber im Kugelstoßen der W40 und Bronze im Diskuswurf. Warum sie mit ihrem Alter haderte.
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Martina Greithanner vom TSV Münnerstadt war bei den Senioren-Europameisterschaften in Venedig trotz schwieriger Bedingungen doppelt erfolgreich. Foto: Reinhold Nürnberger
Martina Greithanner vom TSV Münnerstadt war bei den Senioren-Europameisterschaften in Venedig trotz schwieriger Bedingungen doppelt erfolgreich. Foto: Reinhold Nürnberger

Martina Greithanner vom TSV Münnerstadt hat bei den Senioren-Europameisterschaften der Leichtathleten gleich zwei Medaillen gewonnen. Silber im Kugelstoßen der W40 und dazu Bronze im Diskuswurf war die Ausbeute der 44-Jährigen Sportlehrerin in Venedig.

Die italienische Lagunenstadt präsentierte sich bei Greithanners EM-Wettbewerben nicht gerade als sonniger Urlaubsort. Vielmehr wurden die Wettbewerbe durch unwetterartige Niederschläge kräftig beeinflusst. Zum Ende des zweiten Wettkampftages stand das Sportgelände so unter Wasser, dass man einen Gondoliere mit seiner Gondel gebraucht hätte, um die Sportler trockenen Fußes zu ihrem Bus zu befördern.

Rutschsichere Technik

"Es hat während des Kugelstoßwettbewerbs zwar ununterbrochen geschüttet. Allerdings war dies, was die Platzierung betrifft, nicht unbedingt ein Nachteil für mich", erzählt die Mürschterin. Sie musste im vergangenen Jahr gleich zwei Knieoperationen über sich ergehen lassen und kann daher noch nicht die gewohnte Stoß-Technik aus dem Angleiten durchführen. "Meine Schritt-Technik ist allerdings bei weitem nicht so rutschanfällig. Da hatten es die anderen schon schwerer", erklärt Martina Greithanner.

Auf immerhin 12,10 Meter beförderte sie die vier Kilogramm schwere Kugel bei ihrem Silberstoß. "Damit war ich unter diesen Witterungsbedingungen mehr als nur zufrieden." Neue Europameisterin wurde Christin Garcia Teixeira aus Spanien, die 12,52 Meter erzielte.

Beim Blick in die Ergebnisliste des Kugelstoßens der Altersklasse W45 haderte die 44-Jährige mit ihrem Geburtsdatum ein wenig. In Deutschland wird man im Jahr seines Geburtstages in die jeweilige Altersklasse eingestuft. Alle fünf Jahre erreicht man so eine höhere Altersklasse. International zählt allerdings das Geburtsdatum für diesen Schritt. "National durfte ich in diesem Jahr also in der Altersklasse W45 starten. In Venedig bei der EM war ich dafür jedoch ein paar Wochen zu jung", erklärt die 44-Jährige.

Der EM-Titel wurde im Kugelstoßen der W45 mit 11,20 Meter gewonnen. Eine Weite, die Greithanner ganz sicher jederzeit und bei jedem Wetter abrufen kann.

Der Dauerregen in Venedig verstärkte sich am nächsten Tag noch und beim Diskuswerfen hatten die Sportlerinnen mit dem unter Wasser stehenden Ring keine Freude. Zudem mussten sie auf einem ackerähnlichen Nebenplatz ihren Wettbewerb durchführen.

Dennoch durfte sich Martina Greithanner über fünf Versuche im hohen Weitenbereich von jeweils mehr als 40 Metern freuen. Da kam der früheren Nationalkader-Athletin ihre lange Erfahrung in dieser Disziplin zu Gute. "Mit der Serie bin ich super zufrieden. Allerdings fehlte mir an diesem Tag der eine nötige Ausreißer nach oben", bedauerte sie ein wenig. Ihr bester Versuch wurde mit 41,07 Meter gemessen. Über den damit verbundenen Bronzerang kann sie sicherlich zufrieden sein, auch wenn ihr am Ende nicht einmal ein Meter zum Titelgewinn fehlte.

Sportgelände unter Wasser

Kurz nach dem Diskuswettbewerb wurde die Veranstaltung für diesen Tag abgebrochen. Teile des Sportgeländes in Venedig waren nun überflutet. "Um zum Bus zu kommen, mussten wir zunächst durch kniehohes Wasser waten", berichtet Martina Greithanner, die in ihrer langen Karriere noch nie solch extreme Wetterverhältnisse bei einer Meisterschaft erlebt hatte.

Im kommenden Jahr will sie wieder richtig angreifen. Da gibt es Weltmeisterschaften in Toronto. Wie schon bei der WM 2013, als sie im brasilianischen Porto Alegre Doppel-Weltmeisterin wurde, würde sie bei der WM 2020 in Kanada am liebsten noch einmal ganz oben auf dem Podest stehen. Starten dürfte die Münnerstädterin da dann auf jeden Fall in der Altersklasse W45.

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