Hammelburg
Volleyball

Laurentiu Vinatoru ist der große Stabilisator

Zuspieler Laurentiu Vinatoru hat großen Anteil daran, dass die Volleys erfolgreich in die Saison gestartet sind. Dabei glänzt der 39-jährige Rumäne vor allem durch Unauffälligkeit.
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Laurentiu Vinatoru (links) stellt den Ball, Nils Rehmeier verwertet ihn. So ist es diese Saison schon oft gelungen. Der 39-jährige Rumäne hat sich gut ins Team eingefügt. Das profitiert von seiner Erfahrung. Foto: Jens Feistel
Laurentiu Vinatoru (links) stellt den Ball, Nils Rehmeier verwertet ihn. So ist es diese Saison schon oft gelungen. Der 39-jährige Rumäne hat sich gut ins Team eingefügt. Das profitiert von seiner Erfahrung. Foto: Jens Feistel

Laurentiu Vonatoru gibt sich bescheiden. "Ich glaube, es ist gut, dass ich mich für das Team und die Stadt Hammelburg entschieden habe. Ich wurde sehr gut vom Team aufgenommen", sagt der 39-jährige Rumäne. Kein Wort davon, dass er die Position als Zuspieler souverän ausfüllt. Dass er dem so jungen Team mit seiner Erfahrung hilft, ihm Stabilität verleiht. Und dass er wesentlich zum blendenden Saisonstart der Volleys beigetragen hat.

Als die Verantwortlichen des TV/DJK Hammelburg im Sommer die Kaderplanung begannen, klaffte auf einer Schlüsselposition eine Lücke - die eines weiteren Zuspielers. Der Kanadier Jackson Maris hatte sein halbjähriges Engagement in Hammelburg nicht verlängert. Und die Saison hatte gezeigt, dass der junge Hannes Krochmann diese Position noch nicht so konstant ausfüllen konnte wie gedacht.

Also suchten die Planer einen Mann mit Erfahrung - und fanden ihn in Vinatoru. Seit 27 Jahren spielt der Volleyball, zunächst bei diversen Vereinen seines Heimatlandes Rumänien und seit August 2016 beim Hammelburger Konkurrenten SV Schwaig in der 2. Bundesliga Süd. Wobei er in seinen drei Jahren dort auch als Cotrainer agierte. Zwischen 2009 und 2013 gehörte Vinatoru sogar der rumänischen Nationalmannschaft an.

Ein Mann, der sich im Volleyball und in der 2. Liga auskennt, war also gefunden. Die Frage war, ob er mit 39 Jahren die Ansprüche noch erfüllen kann. Die Antwort: Er kann. Das belegen die ersten sieben Ligaspiele, von denen Hammelburg sechs mehr oder weniger knapp gewann.

Vinatoru verrichtet dort seine Arbeit - unaufgeregt und präzise. Was nicht heißt, dass er ständig spielen müsste. Trainer Cornel Closca gewährt ihm auch mal längere Pausen; Hannes Krochmann darf ran. Dass der "Alte Hase" dem 20-Jährigen hilft, hält er für "normal". Auch ihm sei als junger Spieler geholfen worden. Und er habe einst auch Wissen und Erfahrungen von Älteren übernommen.

Laurentiu Vinatoru will so lange wie möglich noch als Spieler auf der Platte stehen. Doch er möchte auch als Trainer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Dazu bekommt er in Hammelburg viel Gelegenheit. Denn sein Vertrag mit den Volleys umfasst auch Trainingsstunden mit dem Nachwuchs. "Es ist ein großes Vergnügen, die Kinder zu trainieren. Ich mag das sehr und hoffe, dass sie es auch tun."

Aber wie verständigt sich Vinatoru auf dem Spielfeld oder an der Seitenlinie? Der Rumäne gibt zu, dass er nicht fließend Deutsch spricht, aber genug versteht und damit zurecht kommt.

Übrigens ist nicht nur der 39-Jährige selbst gut angekommen in der "Familie Volleys", sondern seine ganze Familie im neuen Wohnort Hammelburg - sowohl privat als auch sportlich. Sein Sohn, Luca Alexandru, spielt neben Volleyball auch Fußball und gehört dem DFB-Förderkader an. Vinatorus Frau Ramona Georgescu ist Sportlehrerin und speziell Volleyball-Coach.

Mit seinen Hammelburg Volleys will Vinatoru übrigens einen besseren Tabellenplatz als letzte Saison erreichen, in der es zu Platz 6 reichte. Wenn die Volleys so weiterspielen, sind sie auf dem besten Weg dahin.

Hammelburg begegnet zwei grundverschiedenen Mannschaften TSV Mimmenhausen Der Gegner am Samstag, 20 Uhr, hat mit dem Gastgeber vieles gemein: Wie in Hammelburg, herrscht in der 3164-Einwohner-Gemeinde Mimmenhausen Volleyballbegeisterung. Die Halle ist nicht nur dank des eigenen Fanclubs "Black Wall" meistens voll. Die größte Stärke des Teams ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Mit Mittelblocker Johannes Becker kehrt ein ehemaliger Hammelburger kurzzeitig zurück. Weitere Neuzugänge neben ihm sind Severin Hauke vom Volleyballinternat Friedrichshafen, Cousin von Volleys-Angreifer Moritz Rauber, und Federico Cipollone vom französischen Erstligisten A.S. Cannes. Bisher verläuft die Saison der Mimmenhäuser durchwachsen. Vier Siegen

stehen drei Niederlagen gegenüber, die letzte knapp gegen Unterhaching. Star des Teams ist Christian Pampel mit 212 Einsätzen als Nationalspieler.

Volleyball-Internat Frankfurt Am Sonntag, 15 Uhr, geht es zum sieglosen Nachwuchsteam der Frankfurter Talentschmiede. Für die Internatsboys von Trainer Dominik von Känel geht es darum, sich in den Spielen gegen Erwachsenenteams weiterzuentwickeln. Die Perspektivspieler sollen an das Liganiveau herangeführt werden, um talentierten Akteuren den Schritt in die Eliteliga zu ermöglichen. Die "Liga-Küken", die teils dem Jahrgang 2003/04 angehören, bestehen aus vielen Kader- und Jugendnationalspielern. So bestritt Mittelblocker Simon Torwie mit Hammelburgs Ex-Internatler Ben Stoverink die WM in Tunesien. Die Jungs trainieren bis zu 30 Stunden pro Woche und rangen Grafing, Karlsruhe und Leipzig nicht nur einen Satz ab; sie lieferten knappe Satzergebnisse.olly

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