Bad Kissingen
Eishockey

Kissinger Wölfe: Tolle Saison endet unwürdig

Bei der Niederlage in Königsbrunn bekommt ein Fan eine Ladung Pfefferspray ab.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Fans der Kissinger Wölfe sind bekannt für ihren laute, aber stets auch friedlichen Support. Umso unverständlicher war ein Pfefferspray-Einsatz in Königsbrunn.Jürgen Schmitt
Die Fans der Kissinger Wölfe sind bekannt für ihren laute, aber stets auch friedlichen Support. Umso unverständlicher war ein Pfefferspray-Einsatz in Königsbrunn.Jürgen Schmitt

Eine überaus erfolgreiche Saison endete für die Kissinger Wölfe mit einer 3:5 (1:2, 1:1, 1:2)-Niederlage beim EHC Königsbrunn. Weil zeitgleich der EHC Klostersee in Erding gewann, hätte den Saalestädtern auch kein Sieg zum Erreichen der Playoffs um die Bayernliga-Meisterschaft gereicht. Mächtig gefeiert wurde derweil beim EV Füssen, der mit dem 7:4-Sieg in Miesbach den SC Riessersee in die Oberliga begleitet.

Feiern dürfen freilich auch die Unterfranken, die als Aufsteiger die Aufstiegsrunde erreichten, diese trotz Mini-Kader auf dem sechsten Platz beendeten. Schnell abgehakt war daher die finale Niederlage bei den ebenfalls stark dezimierten Brunnenstädtern, bei denen einmal mehr Donatas Zukovas zum Matchwinner wurde. Der Ex-Goalie der Wölfe bestritt übrigens sein letztes Spiel für Königsbrunn, das vor fast 500 Zuschauern schnell mit 2:0 führte, ehe Anton Seewald (16.) noch im Auftaktdrittel der Anschlusstreffer gelang. In den folgenden Abschnitten das selbe Spiel: Erst traf der Gastgeber, dann netzten die Kissinger Wölfe ein in Person von Roman Nikitin (31.) und Christian Masel (48.). Und bejubelten gar den - vermeintlichen - 4:4-Ausgleich. Den Stimmungs-Killer gab allerdings der Schiedsrichter, der auf Torraum-Abseits entschieden hatte. "Das kann es aber gar nicht gewesen sein, wenn der Goalie im Torraum liegt und der Schuss von außerhalb kommt", ärgerte sich Wölfe-Boss Michael Rosin. Mit ihrem fünften Treffer besiegelten die Königsbrunner die Niederlage der Unterfranken, die nach dem Spiel von ihren Fans dennoch gefeiert wurden.

Und zwar friedlich. Etwa 30 Unterstützer hatten ihre Mannschaft zum letzten Auswärtsspiel der Saison begleitet. "Leider gab es unschöne Szenen bei der Verabschiedung der Mannschaft", sagte Rosin zu den Vorkommnissen nach Spielende, als ein Fan der Wölfe von einem Security-Mann Pfefferspray ins Gesicht bekam. Der Geschädigte konnte dieses Vorgehen nicht nachvollziehen. "Dass wir nach dem Spiel unser Team lautstark gefeiert haben, hat wohl einem Königsbrunner Offiziellen nicht gepasst, der unser Banner heruntergerissen und gebrüllt hat, wir sollen ruhig sein. Als ich fragte, was das soll, bekam ich von dem Security-Typen Pfefferspray ins Gesicht gesprüht."

Glück im Unglück für den Kissinger Fan, der sich die Augen mit Wasser ausspülen konnte und nicht das Krankenhaus aufsuchen musste. Von der Polizei wurde der Vorfall vor Ort aufgenommen, auch ein Alkoholtest durchgeführt. "Das war alles in Ordnung, ich war schließlich nicht betrunken. Es haben sich auch sofort Vereinsvertreter des EHC Königsbrunn um mich gekümmert und zum Sani-Dienst begleitet. Da gibt's keinen Vorwurf."

Auch für Tim Bertele war dieser Vorfall ebenso unangenehm wie unnötig. "Ich will das alles nicht zu hoch hängen. Aber das war das erste Mal in drei Jahren, in dem wir mit diesem Security-Dienst zusammenarbeiten, dass es zum Einsatz von Pfefferspray kam. "Wir hatten nach dem Spiel eine Verabschiedung von Spielern auf dem Eis vorgesehen. Aber der Hallensprecher war durch das Trommeln und den Gesang der Kissinger nicht zu verstehen. Auf meine Bitte hin, für ein paar Momente leise zu sein, wurde ich regelrecht angefeindet. Sogar ein Drumstick wurde in meine Richtung geworfen. In diesem Tumult kam es dann zu besagtem Einsatz des Pfeffersprays", schildert der dritte Vorstand des EHC seine Sicht der Dinge.

Für den guten Zweck

Ganz auf Eishockey müssen die Kissinger Eissport-Freunde am Wochenende freilich nicht verzichten. Am Samstag (19 Uhr) treffen nämlich die Oldstars der Kissinger Wölfe im Wolfsbau auf eine nicht minder prominent besetzte Unterfranken-Auswahl. Der Eintritt ist frei, es steht aber eine Spenden-Box bereit, denn es wird zu Gunsten der Lebenshilfe Bad Kissingen gesammelt.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren