Bad Kissingen
Eishockey

Kissinger Wölfe: gehumpelt und getrauert

Die Saalestädter müssen gegen den EHC Klostersee allerhand Nackenschläge einstecken und verpassen eine durchaus mögliche Überraschung.
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Gekämpft, aber verloren: Anton Zimmer (Bildmitte) und Eugen Nold (rechts) im Spiel gegen den EHC Klostersee.Hopf
Gekämpft, aber verloren: Anton Zimmer (Bildmitte) und Eugen Nold (rechts) im Spiel gegen den EHC Klostersee.Hopf

Kissinger Wölfe - EHC Klostersee 3:4 (0:1, 1:2, 2:1). Ein symbolisches Bild war das, als Domantas Cypas durch den Wolfsbau humpelte. Nun gut, der Wölfe-Verteidiger wäre sowieso gesperrt gewesen nach seinem üblen Knie-Check vom Freitag bei der deprimierenden 3:8-Niederlage beim TSV Peißenberg. Aber ein weiterer Ausfall des Litauers, der sich bei diesem Foul selbst verletzt hatte, würde eine extreme Schwächung der sowieso schon personell gebeutelten Saalestädter bedeuten. "Wir müssen jetzt das MRT abwarten, es sieht aber nicht ganz so schlimm aus", sagte Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin. Den vakanten Posten in der Verteidigung übernahm Spielertrainer Mikhail Nemirovsky, während es im Sturm tatsächlich zum Comeback von Roman Nikitin kam. Der mittlerweile 41-Jährige würde bis Saisonende parat stehen, sollte Cypas länger ausfallen. Auch für die neue Runde könnte der Lette wieder ein Thema bei den Wölfen werden, sollte es klappen mit einem deutschen Spielerpass.

"Kein Vorwurf an die Mannschaft, aber wenn man solche Geschenke verteilt, braucht man sich über die nächste Niederlage nicht zu wundern", ärgerte sich Michael Rosin in der Pressekonferenz. Obwohl die Gäste mit Topscorer Bob Wren und Nicolai Quinlan (gesperrt) auf zwei Leistungsträger verzichten mussten, konnte EHC-Coach Dominik Quinlan dennoch auf drei prall gefüllte Blöcke zurückgreifen. Entsprechend druckvoll starteten die Grafinger gegen die Kissinger Rumpftruppe, die mit Glück und einem starken Goalie Benni Dirksen einen Rückstand vermeiden konnte. Aber allmählich trauten sich die Wölfe-Cracks mehr zu und setzten Nadelstiche durch Nikitin, Anton Zimmer und Anton Seewald, der Pech mit einem Pfostentreffer hatte. Ausgerechnet in Überzahl, mussten die Gastgeber den ersten Gegentreffer durch Andreas Persson hinnehmen (17.). Im Mitteldrittel schien die Begegnung den erwarteten Verlauf nehmen, als die Oberbayern in Überzahl auf 2:0 stellten, wiederum durch Persson (23.).

Der nächste Pfostentreffer

Aber die Moral stimmt bei den Kissinger Wölfen, die sich für ihr Engagement auch belohnten durch das Tor von Anton Seewald (24.), nachdem kurz zuvor auch Sturmkollege Zimmer nur den Pfosten getroffen hatte. Um ein Haar der Ausgleich durch Seewald nach einem Konter in Unterzahl, aber gejubelt wurde erneut auf der anderen Seite, als Jens Glombitza (39.) kurz vor Ende des Abschnitts den dritten Gästetreffer erzielte. In einer Phase, als Wölfe-Verteidiger Simon Eirenschmalz noch eine 2+10-Minutenstrafe abbrummen musste.

Als der Schwede Persson nach einem Fehler von Kristers Freibergs zum 4:1 traf (42.), schien die Vorentscheidung gefallen. "Bis dahin haben wir es sehr ordentlich gemacht. Danach haben wir aber schlampig verteidigt und für unnötige Spannung gesorgt. Aber wir haben das Ergebnis über die Zeit gerettet. Für uns waren das ganz wichtige Zähler bei jetzt sechs Punkten Vorsprung auf Bad Kissingen", analysierte der Gäste-Coach. Roman Nikitin hatte die Wölfe wieder in Schlagdistanz gebracht (48.), ehe Anton Seewald 42 Sekunden vor Spielende in einer 6:4-Überzahl tatsächlich für finale Spannung sorgte: ohne Happyend. "Ein Playoff-Platz ist jetzt in weite Ferne gerückt. Aber die Mannschaft wird bis zum letzten Spiel alles geben", verspricht Rosin, der auf viele Fans hofft, wenn am Freitag Altmeister SC Riessersee in den Wolfsbau kommt. Für die Partie gegen Klostersee hatten sich gerade einmal 200 Zuschauer interessiert.

Unmittelbar vor dem Spiel hatte es eine Schweigeminute gegeben für Marita Fischer. Die vor kurzem verstorbene Ehefrau des Ehrenvorsitzenden Robert Fischer wurde im Verein liebevoll Eishockey-Mama genannt.

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