Bad Kissingen
Eishockey

Kissinger Wölfe: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Saalestädter schlagen den TEV Miesbach überraschend mit 5:2 und wahren damit die Chance auf die Verlängerung der Eishockey-Saison in Bad Kissingen.
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Die Maloche zahlt sich aus: Christian Masel (rechts, gegen Christian Czaika) feierte mit den Kissinger Wölfen einen Überraschungs-Erfolg gegen favorisierte Miesbacher.Hopf
Die Maloche zahlt sich aus: Christian Masel (rechts, gegen Christian Czaika) feierte mit den Kissinger Wölfen einen Überraschungs-Erfolg gegen favorisierte Miesbacher.Hopf

Kissinger Wölfe - TEV Miesbach 5:2 (2:0, 3:2, 0:0).

Vom vermeintlich letzten Heimspiel dieser Saison gingen die meisten der offiziell 474 Zuschauer in der Eissporthalle wohl aus, die gekommen waren, um sich das Match gegen den Zweitplatzierten der Verzahnungsrunde anzuschauen. Denn zum Erreichen der Playoffs um die Bayernliga-Meisterschaft sind in den abschließenden zwei Spielen zwei Siege vonnöten, bei gleichzeitigen Niederlagen des EHC Klostersee. Das letzte Mal also, dass auf dem Eis vor Spielbeginn die Fahnen geschwenkt werden, dass Hallensprecher Thomas Blaha die Aufstellung verkündet und auch das letzte Mal, dass ein Spiel der Kissinger Wölfe mit zehnminütiger Verspätung beginnen sollte, weil die Eismaschine nicht so funktionierte wie gewohnt.

Doch nach dem Spiel war die Hoffnung erheblich gestiegen, dass es zumindest ein weiteres Heimspiel im Wolfsbau geben könnte. Denn zum Überraschungserfolg der Kissinger Wölfe gesellte sich das Ergebnis aus Grafing, wo der EHC Klostersee nämlich den Pinguinen aus Königsbrunn mit 3:4 unterlag. "Ich glaube nicht, dass diese Saison schon vorbei ist", sagte Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin nach dem Spiel.

Hemmerich stellt die Weichen

Früh schon gingen die Kissinger Wölfe mit 1:0 in Führung (2.). Das Team des erneut in der Verteidigung auflaufenden Spielertrainers Mikhail Nemirovsky nutzte eine Überzahlsituation durch Marc Hemmerich, der den Puck acht Sekunden nach Beginn des Powerplays von der blauen Linie ins Tor hämmerte. Dem vorausgegangen war ein Alleingang von Anton Seewald, der von TEV-Verteidiger Stephan Stiebinger nur unfair gestoppt werden konnte. Miesbach blieb unbeeindruckt vom frühen Gegentreffer, was Gästetrainer Peter Kathan bekräftigte: "Wir sind eigentlich sehr gut in das Spiel gestartet, waren im ersten Drittel die bessere Mannschaft und hatten gute Chancen."

Doch diese machte zumeist der mal wieder gut aufgelegte Goalie Benni Dirksen zunichte. Eine Überzahl auf der anderen Seite, als Coach Nemirovsky wegen Beinstellens für zwei Minuten draußen saß, nutzten die Oberbayern ebenfalls nicht. Dafür verwerteten die Wölfe eine ihrer Möglichkeiten zum richtigen Zeitpunkt: Spielführer Eugen Nold traf nach einem Konter über Anton Seewald und Roman Nikitin zum 2:0 kurz vor der Pause (18.). Dem mittlerweile 41-jährigen Nikitin, der für den verletzten Domantas Cypas reaktivierte wurde, attestierte Rosin hinterher "einen guten Job" und hofft darauf, dass der gebürtige Lette in der kommenden Serie einen deutschen Spielerpass erhält. "Wir werden auf jeden Fall an ihm dranbleiben."

Dran blieben auch die Kissinger Wölfe, die im Mitteldrittel auf 3:0 erhöhten (28.), und zwar durch die feine Einzelleistung des spielfreudigen Jakub Revaj, der erst zwei Gegenspieler vernaschte, dann TEV-Schlussmann Geratsdorfer keine Chance ließ. Zwei Minuten später war Benni Dirksen das erste Mal geschlagen (30.), als Christian Czaika nach Vorarbeit von Michael Grabmaier verkürzte.

Die Hoffnung auf einen weiteren Anschlusstreffer machte der spätere Spieler des Spiels auf Heim-Seite zunichte: Anton Seewald krönte seine erneut sehr gute Leistung mit dem Treffer zum 4:1, als Sturmkollege Anton Zimmer assistierte (33.). Dass dem TEV kurz darauf nicht der nächste Treffer gelang, war Dirksen zu verdanken, der in Unterzahl parierte, nachdem Youngster Maxim Kryvorutskyy wegen Beinstellens vom Eis geschickt worden war. Es war eine der Entscheidungen der Unparteiischen, die Michael Rosin noch nach Spielende auf die Palme brachte. Auch das zweite, selbst verschuldete, Gegentor ärgerte den ECK-Vorstand. Denn dem Treffer von Athanassios Fissekis (37.) ging der Irrtum voraus, dass das Spiel mit Bully wegen unerlaubtem Weitschuss fortgesetzt werde. So liefen drei Miesbacher auf Kristers Freibergs und Goalie Dirksen zu. Den Schlusspunkt im zweiten Abschnitt setzte der Kissinger Leitwolf. Die Gäste befanden sich gedanklich wohl schon in der Pause, als Eugen Nold zum zweiten Mal traf (40.).

Mit einem Torhüter-Wechsel startete das letzte Drittel: Gäste-Trainer Kathan brachte Timon Ewert für Anian Geratsdorfer. Kein Kissinger Schuss fand zwar mehr den Weg ins Tor, aber auch auf der Gegenseite war im Abschlussdrittel tote Hose. Das 5:2 kurz vor der Pause schien dem Favoriten den Zahn gezogen zu haben. Auf der Gegenseite spielten Anton Zimmer (56.) und Roman Nikitin (58.) ihre Angriffe nicht zwingend genug zu Ende.

Eine Fete für Freddy

Gefeiert wurde nach dem doch etwas überraschenden Heimsieg nicht nur die Mannschaft, sondern auch der langjährige Betreuer Freddy Schaupp, der sich emotional "für schöne Jahre" beim ganzen Verein bedankte und ein Präsent zum Abschied überreicht bekam.

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