Bad Kissingen
Eishockey

Kissinger Eissporthalle: Kommt die Kuh vom Eis?

Ein Gespräch zwischen Besitzer, Oberbürgermeister und Vertretern der Kissinger Wölfe lässt Hoffnung auf eine Einigung im Eishallen-Streit aufkommen. Ein gleichzeitig erschienenes Interview verheißt weniger Gutes.
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Zur Bad Kissinger Eissporthalle gab es am Mittwoch eine Begehung mit anschließendem Gespräch zwischen Besitzer, Oberbürgermeister und Vertretern der Kissinger Wölfe. Obwohl sich die Stadt zuversichtlich zeigt, ist eine Lösung des Streits weiter fraglich. Foto: Steffen Standke
Zur Bad Kissinger Eissporthalle gab es am Mittwoch eine Begehung mit anschließendem Gespräch zwischen Besitzer, Oberbürgermeister und Vertretern der Kissinger Wölfe. Obwohl sich die Stadt zuversichtlich zeigt, ist eine Lösung des Streits weiter fraglich. Foto: Steffen Standke

In den Streit um die Bad Kissinger Eissporthalle scheint Bewegung zu kommen. Wie die Kissinger Wölfe auf ihrer Facebook-Seite mitteilen, gab es Mittwoch "eine gemeinsame Begehung der Eishalle mit anschließender Gesprächsrunde" zwischen Hallen-Besitzer sowie Vertretern von Stadt und Eishockey-Verein. Dass damit ein Durchbruch erreicht ist, darf bezweifelt werden.

"Für die Begehung wurde extra unser Hausverbot aufgehoben", sagt Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin auf Nachfrage. Außer ihm und Kassier Sven Wedler nahmen Besitzer Alexander Kondrashov, Oberbürgermeister Kay Blankenburg, der Geschäftsleitende Beamte der Stadt, Gerhard Schneider, und weitere Vertretern der Stadtverwaltung an der Begehung teil. Nach eigenen Angaben war Rosin "seit Wochen das erste Mal in der Eishalle". Vom bevorstehenden Treffen habe er am Dienstag "fernmündlich" erfahren.

Nach Begehung und Gespräch unterzeichneten beide Streitparteien eine gemeinsame Erklärung, die wie folgt lautet: "Derzeit gibt es Ungewissheit über die Zukunft des Eissports in Bad Kissingen. Sowohl die Eissport GmbH, vertreten durch deren Geschäftsführer Alexander Kondrashov, sowie der EC Bad Kissinger Wölfe e.V., vertreten durch dessen 1. Vorsitzenden Michael Rosin, sind bestrebt, im Interesse des Sports und im Interesse der Nutzer der Eissporthalle gemeinsam eine Regelung zu finden." Hierüber würden ab sofort Verhandlungen geführt "mit dem Ziel, eine für beide Seiten befriedigende Lösung im Interesse des Sports und der Bevölkerung zu finden". Über den Inhalt der Verhandlungen vereinbarten beide Seiten allerdings, keine Informationen nach außen zu geben.

Weiterführende Informationen an Dritte werden die Parteien vor Abschluss der Verhandlungen nicht geben, heißt es in der Mitteilung weiter. "Es sei denn, sie würden sich auf eine gemeinsame Meldung einigen." Das Gespräch wird in der Mitteilung "von beiden Seiten durchweg positiv" bewertet, "sodass wir von einer schnellen Einigung ausgehen."

Was die Ergebnisse der Besprechung in der Eishalle angeht, verweist Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) nochmals auf die vereinbarte Verschwiegenheit. Aber zur Vorgeschichte äußert er sich auf Nachfrage: "Der Eigentümer wollte mit mir ins Gespräch kommen", berichtet er von einem Kontakt mit Alexander Kondrashov. Blankenburg habe dann vorgeschlagen, dass sich der Eigentümer direkt vor Ort mit Vertretern der Kissinger Wölfe trifft.

"Ich habe versucht, das zu moderieren", beschreibt der OB seine Rolle am Mittwoch. Ansonsten habe er als Stadt "keine Aktien" bei den Verhandlungen; schon gar nicht gehe es um einen Rückkauf: "Dafür habe ich keinen Auftrag."

Und wie war die Gesprächsatmosphäre? "Es ist nicht ganz einfach, weil schon zu viel übereinander, aber zu wenig miteinander gesprochen wurde", fasst der Bad Kissinger Oberbürgermeister die Stimmung zusammen. Trotzdem sei er optimistisch: "Ich bin froh, dass die beiden Parteien gewillt sind, sich ohne Vorbedingungen an einen Tisch zu setzen."

Forderungen nicht bezahlt

Stadtwerke-Chef Manfred Zimmer war nach eigenen Worten nicht bei dem Treffen dabei. "Unsere Forderungen sind noch nicht beglichen", sagt er zum Stand des Verfahrens. Der Insolvenzverwalter habe einen Bericht ans Gericht geschickt; nun warten die Stadtwerke das weitere Verfahren ab.

Wie ernsthaft das Interesse beider Parteien, sich zu einige, sind, ist schwer zu ergründen. Vonseiten Kondrashovs darf es bezweifelt werden. Äußerte der Hallenbesitzer doch in einem am Mittwoch auf dem Internetportal "eishockeynews.de" veröffentlichten Interview folgenden Satz. "Leider mussten wir den BEV heute über das Fehlen einer Heimspielstätte für die Kissinger Wölfe in dieser Saison informieren, da es keinerlei vertragliche Basis mit dem Verein gibt." Auch das Vorhaben, "mit dem ERV Schweinfurt an der Möglichkeit einer gemeinsamen Entwicklung und Unterstützung des Nachwuchses" zu arbeiten, dürfte den Verantwortlichen des EC Bad Kissingen nicht gefallen.

Aus der Geschäftsstelle des Bayerischen Eissport-Verbandes (BEV) in München heißt es, die Kissinger Wölfe bekämen Zeit, zum Thema Heimspielstätte zu antworten. Vorher könne keine Entscheidung fallen.

Den Statuten des BEV zufolge darf nur ein Verein mit nachgewiesener Spielstätte am Spielbetrieb der Bayernliga teilnehmen. Im Extremfall könnte der Verband die Kissinger Wölfe also vom Ligabetrieb ausschließen.

Unterdessen geht dieser weiter. Wobei die Mannschaft der Kissinger Wölfe - anders als geplant - dieses Wochenende nur ein Bayernliga-Spiel bestreitet, am Sonntag, 17 Uhr, bei den Eispiraten Dorfen. Das für diesen Freitag vorgesehene Spiel gegen Königsbrunn wurde auf den 13. Dezember, 20 Uhr, verlegt. Für das am 1. November angesetzte Spiel gegen Passau wurde das Heimrecht getauscht. Die Wölfe treten am selben Tag, 18.30 Uhr, zuerst in Passau an.

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