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Kissingen kontert im Derby gegen Thulba clever

Der FC 06 lässt Thulba spielen und schlägt gegen Spielende effektiv zu. Nach zwei Spielen ohne Misserfolg kassiert der SV Riedenberg eine Pleite. Münnerstadt nutzt seine Chance gegen den Spitzenreiter nicht.
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Bad Kissingens Stürmer Andrei Puscas (rechts) behauptet hier den Ball gegen Thulbas Allrounder Sebastian Gah. Die 06er waren die cleverere Mannschaft und nahmen die drei Punkte mit heim. Sebastian Schmitt
Bad Kissingens Stürmer Andrei Puscas (rechts) behauptet hier den Ball gegen Thulbas Allrounder Sebastian Gah. Die 06er waren die cleverere Mannschaft und nahmen die drei Punkte mit heim. Sebastian Schmitt

FC Thulba - FC 06 Bad Kissingen 0:3 (0:0). Tor: 0:1 Christian Laus (70.), 0:2, 0:3 Fuaad Kheder (71., 83.).

Schon wieder ein Landkreisduell für die Thulbaer Frankonen, die sich erst vor zwei Wochen an den Riedenberger Abstiegskämpfern verzweifelt die Zähne ausgebissen hatten. Die Thulbaer zeigten diesmal frühzeitig Vorwärtsdrang, kamen durch Julian Wüschers leicht verzogenen Fernschuss zur ersten Gelegenheit (4.). Auch Tobias Huppmann sorgte für ordentlich Wallung im gut gestaffelten Kissinger Defensiv-Verbund, brachte aber zweimal in Folge nicht genug Druck hinter den Ball. Als der Thulbaer Stoßstürmer dann doch mal voll abzog und auf den Winkel zielte, war Florian Rottenberger per Faustabwehr zur Stelle (15.). Ein Konter führte zum ersten Torabschluss der Gäste durch Andrei Puscas, der mit seinem strammen Schrägschuss den Frankonen-Keeper Felix Müller vor Probleme stellte (22.). Puscas war im ersten Durchgang ohnehin quasi omnipräsent, beschäftigte die FC-Defensive zumeist im Alleingang. Auf der Gegenseite landete Marcus Heins scharf hereingebrachter Eckball auf der Querlatte (26.). Mit einem gefühlvollen 30-Meter-Lupfer konnte Hein den Bad Kissinger Keeper Rottenberger wenig später auch nicht überlisten (35.). Zu einer Glanzparade auf der Linie wurde FC-Goalie Felix Müller gezwungen, als Daniel Götz im Thulbaer Strafraum frei zum Schuss kam (44.). Der Torabschluss geriet aber zu flach und zentral. Die Frankonen blieben bei Standardsituationen gefährlich, wagten sich aber bis zur Pause noch nicht mit allerletzter Entschlossenheit aus der Deckung. Kein Wunder: Die Kissinger waren tief stehend voll auf Konter eingestellt und variierten das Tempo clever. Ein echter Wachmacher im zweiten Durchgang war Marcus Heins abgefälschter Fernschuss, der knapp am Außenpfosten vorbei rollte (47.). Hellwach war dann auch Thulbas Lorenz Heim, dem ein strammes Geschoss an die Stirn klatschte. Der unkontrollierte Kopfball segelte über die Querlatte (48.). Eine hundertprozentige Möglichkeit vergab Tobias Huppmann mit einem tollen Lupfer ans Aluminium (55.). Kissingens Keeper Rottenberger war bereits geschlagen und konnte nur zuschauen, wie das Leder wie in Zeitlupe an die Querlatte segelte. In der Schlussphase wurde das Match deutlich nickliger. Mit einem direkten Freistoß in den Winkel schockte Routinier Christian Laus die Frankonen (70.), die nun komplett in Hektik verfielen. Dass der eingewechselte Fuaad Kheder nur sechzig Sekunden später völlig frei im Thulbaer Strafraum stand, hatten die FCler allesamt komplett übersehen. Kheder nahm das Geschenk dankend an: 0:2 per Flachschuss. Nun verlegten sich die 06er vollends auf rasante Konter. Ein krasses Missverständnis in der Frankonen-Deckung spielte Fuaad Kheder in die Karten, der wieder völlig unbedrängt einnetzen durfte (83.). Christian Laus hätte die Führung in die Höhe schrauben können, setzte das Leder aber aus zehn Metern über den Kasten (85.). In der Schlussphase drängten die Kissinger weiter auf das Frankonen-Tor, ohne noch einmal zu treffen.bit Thulba: Müller - F. Heim (75., Görlitz), Werner, Graser, S. Gah - Kleinhenz, Wüscher, Reuß, Hein - L. Heim (70., M. Heinrich), Huppmann.

Bad Kissingen: Rottenberger - Götz, L. Hüfner (60., Zhyvka), Heilmann, Greubel - Laus, Gergely, Heimerl - Puscas (60., Aleksoski), J. Hüfner (65., Kheder), M. Hüfner. SV Riedenberg - TSV Forst 1:3 (0:2). Tore: 0:1 Florian Hetzel (7., Foulelfmeter), 0:2 Michael Wolker (35., Handelfmeter), 0:3 Lucas Wirth (48.), 1:3 Philipp Dorn (58.). Gelb-Rot: Maximilian Spahn (87., Riedenberg). Die leise Hoffnung, dass sie auch ihr drittes Spiel in diesem Jahr ohne Misserfolg überstehen würden, erfüllte sich für die Grün-Weißen nicht. Gegen den nunmehrigen Tabellenzweiten kassierten sie eine "insgesamt verdiente Niederlage", räumte SV-Pressesprecher Mario Rüttiger ohne Umschweife ein. Das Zustandekommen des schnellen Rückstandes monierte er allerdings. "Der Strafstoß beruhte auf einen unberechtigten Pfiff des Unparteiischen." Als Lucas Wirth in den Sechzehner eingedrungen war, spitzelte ihm Lukas Hergenröther den Ball mit letztem Einsatz weg; über das ausgestreckte Bein kam der TSV-Angreifer zu Fall. Die Führung war Wasser auf den Mühlen der Haßbergler, die mit ansehnlichem Kombinationsfußball den Gegner laufen ließen und durch einen individuellen Fehler auf Seiten der Einheimischen die Führung ausbauten. Nach einer Flanke reckte Phi-lipp Dorn die Hand zum Ball. Diesmal stieß der Pfiff von Referee Udo Lenhard (Lindach) auf keinen Widerspruch. Die Gastgeber waren vom Rückstand allerdings nicht beeindruckt, versuchten, mit weiten Schlägen ihr Angriffsduo Kilian Markert und Kevin Lormehs in eine günstige Schussposition zu bringen und stellten zu Beginn der zweiten Halbzeit auf eine Dreierkette um. Sie brachten mit Routinier Christoph Dorn eine frische Kraft ins Mittelfeld. Doch die Maßnahme von Thorsten Seufert erhielt einen Dämpfer, denn mit einem sehenswerten Angriff bauten die TSVler ihren Vorsprung im zweiten Durchgang aus. Nach einer Ballstafette aus der Abwehr heraus überlief Yannick Reinhart seinen Gegenspieler, seine Flanke landete auf dem Kopf von Wirth. Dieser scheiterte zunächst an Keeper Florian Dorn, lochte dann aber in Abstaubermanier ein. Die Moral der Platzherren war immer noch nicht gebrochen, gegen nun tiefstehende Gäste dominierten sie das Geschehen. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn bekam Nahrung, als Philipp Dorn nach Vorlage von Lormehs einnetzte. Die Heimelf ging nun volles Risiko, entblößte ihre Deckung noch mehr, riskierte gegnerische Konter, die tatsächlich gefahren wurden, aber erfolglos blieben. Auf der SV-Bank rauften sich die Verantwortlichen derweil die Haare, weil klare Möglichkeiten ungenutzt blieben. "Philipp Dorn, Lormehs und der eingewechselte Edwin Eirich tauchten jeweils frei vor Keeper Julian Schunk auf, brachten aber die Kugel nicht an diesem vorbei. "Da fehlt es in dieser Saison bei uns an Abgeklärtheit", so Rüttiger.. "Wenn wir die gezeigte Leistung am nächsten Wochenende im Kellerduell in Dettelbach wiederholen können, sollten wir aber punkten können". Neun Spieltage vor Schluss hat die Seufert-Elf noch keinen Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. So mancher Fan spekuliert schon auf eine Relegationsrunde, und da sind die Rhöner so erfahren wie wohl keiner ihrer potenziellen Kontrahent.sbp Riedenberg: Fl. Dorn - Wolf (46. Ch. Dorn), Vorndran, Seuring, Spahn - Barthelmes (68. Wich), Keßler, Ph. Dorn, L. Hergenröther (68. Eirich) - Markert, Lormehs. TSV Münnerstadt - FT Schweinfurt 0:3 (0:0). Tore: 0:1 Pascal Rinbergas (53.), 0:2 Dominik Popp (77.), 0:3 Niklas Saal (89.). Rot: Michael Halupczok (90.+1, Münnerstadt).

Von der ersten Minute an war zu erkennen, dass die Mürschter nach der 0:5-Hinspielpleite auf Wiedergutmachung aus waren. Die kompakt formierte Fünfer-Kette ließ das gefürchtete Offensivspiel des Tabellenführers kaum zur Entfaltung kommen. "Wir haben im ersten Durchgang super gepresst und hatten sogar die besseren Möglichkeiten", lobt TSV-Sportvorstand Günter Scheuring die Einstellung der Gastgeber. Bereits nach vier Minuten landete eine Markert-Flanke punktgenau bei Philipp Müller. Dieser schien jedoch zu überrascht über seinen Freiraum im Sechzehner zu sein und kam nicht kontrolliert zum Abschluss. Auch Ahmet Coprak, der gemeinsam mit Müller das Sturmduo der Lauerstädter bildete, hätte den Außenseiter in Führung schießen können. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde sein Abschluss nach schöner Vorlage von Niklas Markart im letzten Moment von einem Schweinfurter Defensiv-Bein abgewehrt. Bis dato hielt sich die TSV-Defensive schadlos. Umso unglücklicher aus Mürschter Sicht der frühe Rückstand nach Wiederanpfiff: Ein strammer Flachschuss von Fabian Reith wurde direkt vor die Füße von Pascal Rinbergas abgefälscht, der aus kurzer Distanz einfaches Spiel hatte. "Mit der Führung im Rücken und mehr Platz konnten die Turner die Schnelligkeit ihrer Offensivkräfte besser ausnutzen", bringt Scheuring die folgende Phase auf den Punkt. Die wenigen Münnerstädter Angriffsbemühungen wurden meist zu unsauber zu Ende gespielt. FT-Top-Torjäger Dominik Popp sorgte in der Schlussphase für die Entscheidung, als er einen Pass in den Rücken der TSV-Defensive eiskalt verwertete. Philipp Müller hätte die Partie nach Vorlage von Coprak beinahe nochmal spannend gemacht, die endgültige Entscheidung fiel jedoch nach einem Konter auf der Gegenseite. Zu allem Überfluss flog Michael Halupczok mit dem Abpfiff nach einer umstrittenen Notbremse vom Platz. "Die Niederlage war heute unglücklich und deutlich zu hoch", bilanziert ein enttäuschter Scheuring.jo TSV Münnerstadt: Balling - Markert, Köhler (78. Katzenberger), Weber, Bott, Schmittzeh (34. Halupczok) - Fleischmann, Schmitt, Markart - Coprak, Müller. Außerdem spielten DJK Dampfach - TSV Gochsheim 1:2 (0:2). Tore: 0:1, 0:2 Daniel Meusel (3., 22.), 1:2 Patrick Winter (86.). DJK Altbessingen - Dettelbach und Ortsteile 5:0 (2:0). Tore: 1:0 Mario Full (40.), 2:0 Kai Herold (43.), 3:0, 4:0, 5:0 Johannes Herold (64., 67., 76.). TSV Bergrheinfeld - FSV Krum 2:2 (1:1). Tore: 0:1 Felix Hart (11.), 1:1 Sebastian Werner (39.), 2:1 Florian Streng (68.), 2:2 Jonas Vogel (70.). SV Rödelmaier - SV-DJK Oberschwarzach 2:0 (1:0). Tore: 1:0 Branko Krizanovic (14.), 2:0 Marcel Gernert (69.). TSV-DJK Wiesentheid - SV-DJK Unterspiesheim 1:2 (1:2). Tore: 0:1 Christoph Pickel (16.), 0:2 Patrick Wolf (25.), 1:2 Jonathan Popp (45.+1). Gelb-Rot: Sebastian Rödel (33., Wiesentheid).

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