Bad Kissingen
Florettfechten

Kiesel und Co organisieren große Meisterschaft

Monika Kiesel von der Fechtabteilung des TSV Bad Kissingen sind Gastgeber der Bayerischen Meisterschaft im Florettfechten. Dafür gibt es viel zu tun.
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Lucien Vesti (links) und Julian Wittek (rechts) trainieren bei der Fechtabteilung des TSV Bad Kissingen. Der Verein richtet am Wochenende die Bayerischen Meisterschaften in der Bayernhalle aus. Eine organisatorische Herausforderung.Steffen Standke
Lucien Vesti (links) und Julian Wittek (rechts) trainieren bei der Fechtabteilung des TSV Bad Kissingen. Der Verein richtet am Wochenende die Bayerischen Meisterschaften in der Bayernhalle aus. Eine organisatorische Herausforderung.Steffen Standke
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Die Kinder nennen sie nur "Moni". Monika "Moni" Kiesel ist Trainerin und Macherin bei der Fechtabteilung des TSV Bad Kissingen. Sie zeigt den Kindern, wie sie mit der Waffe umgehen, wie sie richtig mit den Füßen arbeiten. Sie hilft beim Anziehen der Schutzkleidung, wenn es klemmt, hat den Überblick über Termine. An diesem Wochenende organisiert die 65-Jährige mit ihren Helfern die Bayerischen Florett-Meisterschaften.

Es ist die mittlerweile fünfte Meisterschaft auf Landesebene, die die kleine Abteilung mit ihren aktuell nur 25 Mitgliedern ausrichtet. Vor 21 Jahren waren sogar die Deutschen Meisterschaften zu Gast.

Am Samstag und Sonntag kommen aber wieder einmal die Vertreter aus den rund 30 bayerischen Fechtvereinen in die Bayernhalle nach Bad Kissingen - von den Schülern über die B- und A-Jugendlichen bis zu den erwachsenen Aktiven. Die längste Anfahrt haben Teilnehmer aus Bad Reichenhall - 440 Kilometer einfach.

Der TSV schickt 13 eigene Fechter und Fechterinnen auf die Bahn, die jüngste Jahrgang 2009, die älteste eine A-Jugendliche, Jahrgang 2004. Erwachsene gehen aus Bad Kissingen nicht an den Start, weil die Fechtabteilung aktuell über keine verfügt. Neben dem TSV in der Kurstadt gibt es laut Kiesel in Unterfranken nur noch einen Verein in Würzburg, der Florettfechten anbietet. In Schweinfurt wird nur noch Degen gefochten.

Natürlich bedeutet so eine Bayerische Meisterschaft viel Arbeit. Das begann schon im Mai vergangenen Jahres, als Kiesel die Bayernhalle organisierte. "Es waren nur noch dieses Wochenende und die in den Faschingsferien frei. Und letztere sind ungünstig."

Eine große Halle zu buchen, war zwingend notwendig. Denn es kommen immerhin 90 Teilnehmer pro Tag; zehn Fechtbahnen müssen Platz finden, inklusive Technik, zum Beispiel für die Trefferanzeige. "Wir haben zwar so etwas für die Trainingstage. Aber wettkampftauglich ist die Technik nicht."

Und weil das so ist, wandte Monika Kiesel sich an einen Ausrüster aus Baden-Württemberg. Der stellt die Bahnen und Meldeanlagen für die Wettkämpfe. Der Verein mietet sie; der Bayerische Fechtverband bezahlt. Trotzdem musste die Trainerin organisieren, wie die Technik nach Bad Kissingen kommt. Und schließlich müssen Fechtwaffen bereitliegen, dazu funktionierende Körperkabel.

Die heiße Phase der Vorbereitung begann kurz vor Weihnachten, schätzt Monika Kiesel. Da gab es die ersten konkreten Absprachen mit den Helfern. Entscheidungen wurden getroffen: gegen ein aufwendiges Programmheft, aber für Flyer, die in der Stadt verteilt und aufgehängt wurden.

Die Cafeteria hat die 65-Jährige diesmal komplett an einige Eltern abgegeben. "Die haben sich intern zusammengehockt und abgesprochen." Unterkünfte für die rund 180 Teilnehmer muss der TSV gottlob nicht stellen. Aber es wird natürlich gern gesehen, wenn aus dem Verein Empfehlungen, zum Beispiel für relativ preiswerte Jugendherbergen, kommen.

Warum tut sich Kiesel die ganzen organisatorischen Mühen an? "Natürlich ist der Fechtverband froh, wenn sich ein Verein für die Meisterschaften anbietet", sagt die 65-Jährige. Doch das sei nicht der Hauptgrund. Der Fechtbetrieb im Verein solle mit qualifizierten Trainern und guter Ausstattung aufrecht erhalten werden. Das koste schlicht Geld. Die Kosten auf die Mitglieder zu verteilen, sei unmöglich. So eine Meisterschaft, speziell die Bewirtung, bringe etwas Geld ein. Und Kiesel hofft auch auf "die ein oder anderen Sponsoren, die ihre Werbung in der Halle aufhängen".

Möglicherweise lasse sich mit den Einnahmen ein neuer Trainer gewinnen, zum Beispiel aus dem Fechtzentrum in Tauberbischofsheim. Der vorherige ging im November weg, weil er eine Festanstellung in Nürnberg erhielt.

Zurzeit kümmern sich Monika Kiesel und Jan Rygola, ein Trainer aus Schweinfurt, schwerpunktmäßig um die fechtenden Kinder. Manchmal kommt ein weiterer Übungsleiter hinzu, der aber schulisch sehr eingespannt sei. Neben den Einnahmen sind Kiesel auch die Wettkampferfahrungen wichtig, die ihre Schützlinge beim großen Turnier sammeln können. "Jeder Wettkampf kommt fünf Trainingseinheiten gleich."

Und schließlich freut sich die Trainerin auf eventuelle Wiedersehen mit Besuchern, die selbst bei ihr das Fechten erlernt haben. Es dürften viele sein, die wegen Studium, Beruf oder Beziehung wegzogen und vielleicht vorbeischauen. Denn die Stuttgarterin Kiesel betreibt Florettfechten in Kissingen seit vier Jahrzehnten, ist Gründungsmitglied ihrer Abteilung.

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