Fuchsstadt
Tennis

Keno Bedenk: gefallen und aufgestanden

Der Neunjährige aus Fuchsstadt steckt voller Energie - und war in jungen Jahren dramatischen Stunden ausgesetzt.
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Hohe Ziele und großes Engagement: Tennis ist die Leidenschaft von Keno Bedenk.Jürgen Schmitt
Hohe Ziele und großes Engagement: Tennis ist die Leidenschaft von Keno Bedenk.Jürgen Schmitt
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Keno Bedenk ist Sportler. Durch und durch. Voller Energie. Ein Power-Paket. Gerade einmal neun Jahre alt. "Vielleicht hängt das alles mit früher zusammen", sagt Antonia Mauder-Bedenk mit nachdenklicher Stimme. Früher, das war dieser verhängnisvolle Tag im April 2014. Es hätte auch das Ende sein können des damals Dreijährigen, der nach einem fatalen Sturz beim Spielen regungslos am Boden lag. "Und nicht mehr schnaufte", wie sich die Mutter erinnert. Eine ausgebildete Physiotherapeutin und Heilpraktikerin mit den entsprechenden medizinischen Kenntnissen, was dem Kind wohl das Leben rettete. "Das lief alles ab wie im Film. Ich habe sofort mit dem Reanimieren begonnen. Parallel hat die Rettungskette super funktioniert", sagt Antonia Mauder-Bedenk.

Per Hubschrauber in die Klinik

Mit dem Rettungshubschrauber wurde der kleine Keno nach Würzburg geflogen. "Später wurde uns gesagt, wir hätten alles richtig gemacht. Unserem Kind gehe es gut", spricht aus der Mutter immer noch große Dankbarkeit. Dass Keno übersetzt "der Tapfere" heißt, das passt. Das jüngste Familienmitglied hatte sich einen Schädelbruch sowie einen Schlüsselbeinbruch zugezogen, wurde zwei Tage ins künstliche Koma versetzt. Kein Jahr später steht Keno Bedenk, der sich das Drama von damals längst mit beiläufiger Gelassenheit anhört, auf dem Fußball-Platz - und dem Tennis-Court.

"Bei einem Fahrrad-Ausflug kamen wir bei den Tennis-Plätzen in Hammelburg vorbei, wo Anne Knüttel und ihr Bruder Fabian trainierten. Das hat Keno gesehen und gesagt, das wolle er auch machen", erinnert sich Joachim Bedenk, der Fußballer war, über den Filius dann selbst zum Spiel mit dem gelben Filzball kam, mittlerweile aktiv beim TC Hammelburg mitmischt. Es ist überhaupt eine sportliche Familie, weil Antonia Mauder-Bedenk ebenfalls im Verein Tennis spielt, sogar Aerobic-Trainerin ist.

Sein erstes Kleinfeld-Turnier, in Volkach, gewann Keno Bedenk auf Anhieb. Sein Ziel: Die Top-100 bei den Profis. Die passenden Vorbilder hat der Drittklässler: "Alexander Zverev, weil der einen guten Aufschlag hat. Juan Martin del Potro mit seiner starken Rückhand und den Dominic Thiem mit seiner super Vorhand. Dazu Novak Djokovic und Roger Federer, weil die alles gut können." Die Tennis-Begeisterung ist längst so groß, dass selbst die Geburtstagsfeier mit den Kumpels auf dem Tennisgelände stattfand. Zuletzt wurden viele Stars live bestaunt beim ATP-Turnier in München.

"Keno braucht die Bewegung. Er will sich spüren und hat die Begabung. Wir wollen ihn nicht bremsen, Aber all das basiert nicht auf unserem Willen, sondern ist allein die Entscheidung unseres Sohnes", sagt Antonia Mauder-Bedenk.

Schließlich steht Keno in der Saison vier- bis fünfmal in der Woche auf dem Tennisplatz. Trainiert bei Fabian Knüttel und in Bad Kissingen bei Daniel Albert sowie seit einem Jahr auf Leistungs-Niveau bei Emil Dascalu. Spielt Bambini-12 in Hammelburg und U9-Midcourt beim TC RW Bad Kissingen. Dazu kommen Fußballspiele mit der U9 des FC Fuchsstadt. "Tischtennis spielt er inzwischen auch beim TV/DJK Hammelburg", ergänzt Joachim Bedenk. Im Tennis ist Keno inzwischen so gut, dass es an geeigneten Trainingspartnern fehlt, weswegen er mit der Familie regelmäßig zu den Stützpunkt-Trainings des Bezirks oder zum Nordbayern-Stützpunkt nach Nürnberg fährt. Der zeitliche und organisatorische Aufwand ist nicht die einzige Herausforderung. "Uns ist die Bodenhaftung wichtig. Unser Kind soll nicht über anderen stehen, auch nicht verheizt werden", sagt Antonia Mauder-Bedenk.

Anspruchsvolles Training

Anspruchsvoll ist das Training in jedem Fall. "Wenn man etwas erreichen will, ist es in diesem Alter völlig normal, viermal in der Woche auf dem Platz zu stehen. Im Ausland wird da noch viel mehr abverlangt", sagt Emil Dascalu, der bei seinem Schützling die gute Technik hervorhebt. "Auch die Beinarbeit hat sich verbessert. Aber Keno muss sich noch daran gewöhnen, über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau konzentriert zu bleiben."

In der großen Tennis-Tasche des Blondschopfs ist immer ein Platz reserviert für den Glücksbringer: ein kleiner Stofftier-Hund. Der hatte schon über Keno im Krankenhaus gewacht. Damals, als es nicht um Spiel, Satz und Sieg ging. Sondern um so viel mehr.

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